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Job nicht bekommen – nach dem Absagegrund fragen?

Ich habe mich als Key Account Manager bei einem mittelständischen Unternehmen beworben und wurde auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Nun erhielt ich eine Absage und wüsste natürlich gerne, woran es lag (die Unterlagen können es ja nicht gewesen sein), damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Wie stehen meine Chancen, den tatsächlichen Absagegrund zu erfahren und wie gehe ich hier am besten vor?

Was erwarten Sie von der Antwort?

Ihr Wunsch, den Absagegrund zu kennen ist verständlich. Denn gerade während Bewerbungsverfahrens fühlt sich so mancher wie in einer Prüfung. Und aus der Schule ist man ja (irgendwie) gewohnt, dass es nach der Prüfung Noten gibt und in der Arbeit die gemachten Fehler rot markiert werden. Einige Personaler geben solche Rückmeldungen auch. Man muss nur danach fragen.

Doch bevor Sie das tun, sollten Sie überlegen, was genau Sie sich von so einer Rückmeldung erwarten. Sie schreiben, Sie wollten es beim nächsten Mal besser machen. Dazu einige Fragen und Anmerkungen:

  • Wollen Sie wirklich die Wahrheit hören? Das, was Ihr Gesprächspartner als seine wahrgenommene Wahrheit empfindet? Was passiert, wenn man Ihnen Dinge sagen sollte, die wehtun und Sie verletzen? Wenn man Ihr Auftreten als grenzenlos überheblich beschreiben sollte. Wenn man Ihren Anzug als zu billig, zu unmodern und schlecht sitzend ansieht. Man könne das der eigenen anspruchsvollen Kundschaft nicht zumuten. Nicht, dass ich Ihnen so etwas unterstellen will. Aber je nach Persönlichkeit und Wertekatalog Ihres Gesprächspartners hat der natürlich seine ganz eigenen Kategorien, in die er Sie einordnet.
  • Aus Ihrer Sicht mögen Sie ja die 100% Besetzung sein. Leider erleben Personalentscheider es allzu oft, dass Selbstbild und Fremdbild stark voneinander abweichen. Wollen Sie etwa hören, dass Sie nicht dem Bild entsprechen, das Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen von sich gezeichnet haben? Dass Sie schamlos übertrieben haben!
  • Es kann sein, dass der Fachbereich sie „einfach so“ ablehnt, weil sich die Verantwortlichen einig sind, dass Sie „einfach nicht passen“. Was haben Sie von diesem Absagegrund? Und wie geht es Ihnen damit? Bleiben Sie dann selbstbewusst und von sich überzeugt oder könnte Sie so eine Rückmeldung eventuell nachhaltig verunsichern?

Hilft es, den Absagegrund zu kennen?

Sie gehen davon aus, den individuellen Absagegrund zu kennen, würde helfen, etwas beim nächsten Mal besser, anders zu machen. Es ist ein verständlicher Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Überlegen Sie sich aber, ob ein Feedback von Unternehmen A wirklich dafür taugt, für Unternehmen B die richtigen Schlüsse zu ziehen und damit tatsächlich besser aufzutreten. Sie treffen dort nämlich auf andere Strukturen. Auf Menschen mit anderen Vorlieben und Abneigungen. Sie müssen andere Anforderungen erfüllen und haben auch andere Kunden.

Um mal ein anderes Bild zu wählen: Wenn Sie aus einer Fußballmannschaft, mit der Sie am Wochenende kicken, rausgewählt werden, hilft es Ihnen dann, wenn man Sie darauf hinweist, dass Sie die Regeln des Spiels nicht beherrschen, wenn Sie anschließend mit einer Gruppe Volleyball spielen wollen?

Wenn Sie trotz vieler Vorstellungsgespräche regelmäßig nur Absagen bekommen, dann gönnen Sie sich zum Beispiel ein Coaching. Dafür müssen Sie zwar Geld ausgeben. So können Sie aber auch sicher sein, einen unabhängigen Ansprechpartner zu haben, der ganz konkret Ihre Interessen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.

Bild: Bart Everson | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

24. November 2016|SalesCareer|