Tabuthema im Büro: Gehalt und Fehler des Vorgesetzten

Mögen Unternehmenskulturen und Türen an deutschen Arbeitsplätzen noch so offen sein – beim Gehalt hört die Offenheit auf, so eine Umfrage des Personaldienstleisters Rochus Mummert. Drei von vier Arbeitnehmern gaben an, beim Plausch mit den Kollegen das Thema Gehalt auszulassen. Der Lohnzettel sei im Arbeitsalltag sogar ein Tabuthema.

tabuthema

Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt meist unwirksam

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Denn noch immer enthalten viele Arbeitsverträge entsprechende Verschwiegenheitsklauseln, die Mitarbeitern verbieten, sich untereinander über ihr Gehalt auszutauschen. In der Regel kann man diese getrost ignorieren. Es sei denn, die Gehaltsdaten haben eine Wettbewerbsrelevanz. Ansonsten ist eine Geheimhaltungsklausel unwirksam. Auch weil hierin eine Benachteiligung der Mitarbeiter liegen kann. Denn die  Unternehmen müssen das Gleichbehandlungsgesetz beachten.

Fehler des Chefs sind ebenfalls Tabuthema

Neben der Höhe des Gehalts stehen auch noch andere Themen auf der Liste der Tabuthemen, wie die Umfrage von Rochus Mummert zeigt. Demnach werden die Fehler eines Vorgesetzten in zwei von drei Unternehmen nicht thematisiert. In jeder vierten Firma ist ein Missgriff des Chefs sogar absolutes Tabuthema.

„Da sich die meisten Konflikte an Fehlern entzünden, muss es erlaubt sein, auch die der Chefs zu thematisieren, am besten von den Führungskräften selbst. Denn das Schaffen einer offenen und konstruktiven Konfliktkultur funktioniert nur, wenn es von ganz oben vorgelebt wird.“  Davon ist Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Parter der Rochus-Mummert-Gruppe, überzeugt. Über familiäre und gesundheitliche Probleme spricht man in deutschen Unternehmen übrigens vergleichsweise offen, wie die Umfrage ergab.

19.03.2015

Bild: Stephanie Hofschlaeger | pixelio.de

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