Arbeitswelt

Arbeitgeberbewertungen – Fluch oder Segen?

Arbeitgeberbewertungen werden immer wichtiger – sowohl für die Arbeitgeber selber, als auch für viele Bewerber. Plattformen wie Kununu werden von Jobsuchenden gerne besucht, um mehr über Arbeitgeber mit ausgeschriebenen Stellen zu erfahren. Doch was können Sie als Unternehmer tun, wenn sich mehrere schlechte Bewertungen Ihres Unternehmens auf eben diesen Portalen befinden? Wie können Sie verhindern, dass Ihr Unternehmen von ausgeschiedenen Mitarbeitern schlecht bewertet wird? Wie kommt es überhaupt zu schlechten Arbeitgeberbewertungen?

Gute Arbeitgeberbewertungen – selten, aber schön

Bewertungen werden meist dann abgegeben, wenn es etwas zu meckern gibt. Wenige Leute, die zufrieden waren, nehmen sich die Zeit, eine Bewertung abzugeben. Ausnahmen gibt es natürlich. Daher ist es für Sie als Unternehmen besonders wichtig, einen Weg zu finden, Ihre Mitarbeiter, Ex-Mitarbeiter und Bewerber generell zu Arbeitgeberbewertungen zu motivieren.

Folgende Möglichkeiten sind hier zu empfehlen:

  • orientieren Sie Ihre regelmäßigen Mitarbeiterzufriedenheitsbefragungen am Raster entsprechender Bewertungsportale
  • kommunizieren Sie Ihre Aktivitäten auf entsprechenden Portalen intern
  • machen Sie auf den Nutzen und den Mehrwert entsprechender Bewertungen aufmerksam
  • werben Sie innerhalb Ihres Unternehmens für Meinungsfreiheit und ehrliches Feedback auf allen Seiten

Was tun bei schlechten Arbeitgeberbewertungen?

Bevor Sie auf negative Arbeitgeberbewertungen reagieren, gilt es erst einmal zu unterscheiden. Ist es ein negativer Kommentar, sind es mehrere verschiedene negative Kommentare mit dem gleichen O-Ton oder sind es Trolle, die einen Shitstorm auslösen und Stimmung gegen das Unternehmen machen wollen? Um das herauszufinden, ist eine regelmäßige Analyse der Arbeitgeberbewertungen zum eigenen Unternehmen auf entsprechenden Portalen durchzuführen. Generell gilt: Kritik ist ernst zu nehmen! Auch negative Kommentare sind eine Chance zur Verbesserung.

Handlungsempfehlungen bei negativen Einträgen:

  • offizielle Stellungnahme bei negativen Kommentaren: nehmen Sie Kritik an, bedanken Sie sich und bieten Sie Gespräche an (nach Möglichkeit mit dem Betriebsrat o.Ä.), um gemeinsam über Verbesserungsvorschläge nachzudenken
  • offene Diskussionsrunde intern: wenn Kritik zu bestimmten Themen häufiger vorkommt und sich in negativen Arbeitgeberbewertungen äußert, sollten Sie das Thema intern im Unternehmen behandeln. Bieten Sie Gesprächsrunden an, sammeln Sie Verbesserungsvorschläge, holen Sie sich ehrliches Feedback von Ihren Mitarbeitern ein
  • transparente und sachliche Reaktionen auf öffentlichen Portalen
  • Arbeitnehmer müssen einen Effekt sehen, vor allem wenn die Diskussion intern weitergeführt wird ist es wichtig, dass Sie tatsächlich an Verbesserungen arbeiten und die Kritik ernst nehmen
  • Umgang mit Trollen: wenn nachgewiesen kann, dass negative Arbeitgeberbewertungen von Trollen stammen, bieten entsprechende Portale die Möglichkeit, einzelne Postings löschen zu lassen. Machen Sie hiervon tatsächlich nur im Fall von Trollen Gebrauch.

Warum sich überhaupt auf Bewertungsportalen die „Blöße geben“?

Sicherlich fragen Sie sich, warum Sie sich überhaupt auf entsprechenden Portalen präsentieren sollen, wenn dort am Ende eh nur unzufriedene Ex-Mitarbeiter oder Bewerber, die abgelehnt wurden, negative Arbeitgeberbewertungen abgeben? Warum sollten Sie sich also den Wölfen selbst zum Fraß vorwerfen? Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom geben 45 Prozent der berufstätigen Internetnutzer an, sich schon einmal auf entsprechenden Bewertungsplattformen informiert zu haben. Für Bewerber scheinen die Portale als Informationsquelle immer wichtiger zu werden. Dementsprechend werden Sie als Unternehmer in Zukunft wahrscheinlich auch nicht drum herumkommen. Viele Unternehmen nutzen entsprechende Plattformen bereits heute, um das eigene Employer Branding zu stärken, das eigene Unternehmen zu bewerben und qualifizierte Arbeitskräfte für das eigene Unternehmen zu rekrutieren. Je transparenter und offener Sie auf Bewertungsplattformen agieren, desto interessanter werden Sie für qualifizierte Mitarbeiter. Zeigen Sie, dass Sie Interesse an Feedback, an Dialogen und an Verbesserungen innerhalb des eigenen Unternehmens haben!

Titelbild: fotolia.com; Tatiana

2018-04-12T08:15:26+00:00 12. April 2018|Arbeitswelt|