Arbeitswelt

Berufs(aus)bildung muss sein

Die Qualität der ersten praktischen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt, d.h. der Berufseinstieg, legt maßgeblich das Fundament für die weitere berufliche Karriere. Der Weg über eine abgeschlossene Berufsausbildung scheint mittlerweile Voraussetzung für ein Normalarbeitsverhältnis zu sein. In diesem Sinne äußerte sich Joachim Müller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, im Oktober 2012 bei der Präsentation des hauseigenen „Handbuches Arbeitsmarkt“.

Grundstein wird in der Schule gelegt

Jeder Ausbildungsbewerber sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass bereits in der Schule die Bausteine für das Arbeitsgerüst modelliert werden. Hier geht es nicht nur um mathematische Formeln, deutsche Grammatik und englische Vokabeln, sondern auch um den Erwerb sozialer Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, die von zukünftigen Arbeitgebern vorausgesetzt werden.

Es steht außer Frage, dass kein Betrieb Lehrlinge ausbilden möchte, die ständig zu spät kommen, unzuverlässig sind und keine Lern- und Leistungsbereitschaft zeigen. Und gerade Pünktlichkeit wird schon während der Schulzeit antrainiert. Kommt der Schüler unentschuldigt zu spät, wird das im Klassenbuch vermerkt und zum Ende des Halbjahres summiert und als Fehlzeit aufgelistet.

Soft Skills wie Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft gefragt

Sebastian hatte in der zehnten Klasse grundsätzlich gute Zensuren aufzuweisen, kam aber regelmäßig montags bis zu dreißig Minuten zu spät. Er entschuldigte sich mit der Begründung verschlafen zu haben. Die Umstellung vom Ausschlafen-Können am Wochenende und der Pflicht zur Schule zu gehen, fiel ihm schwer. Das Zu-Spät-Kommen wurde auf dem Abschlusszeugnis mit elf Fehlstunden aufgeführt.

Sebastian hatte sich für eine Lehrstelle als Industriekaufmann beworben. Er erhielt eine Absage, weil er zum Vorstellungsgespräch zu spät kam und sich auch nicht vorher im Betrieb gemeldet hat – sprich unzuverlässig an die Sache herangegangen ist.

Eine Berufsausbildung erfordert vom Lehrling Disziplin und Ausdauer sowie Einschränkungen im privaten Bereich. Davor schrecken möglicherweise Schulabgänger ab. Einen Acht-Stunden-Arbeitstag muss erst einmal überstanden werden können. Doch die Mühe lohnt sich: wer eine Berufsausbildung erfolgreich abschließt, besitzt größere Chancen eine Anstellung zu finden und ist auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig. Die Berufsausbildung dient als Garant für den Erwerb bestimmter Qualifikationen, die maßgeblich für den beruflichen Erfolg sind.

Junge Menschen sollten also die Möglichkeit nutzen und sich um eine Lehrstelle bemühen, sofern sie sich nicht für ein Studium entscheiden. Und da man bekanntlich aus Fehlern lernt, kann selbst eine Absage als positiver Schritt gesehen werden.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

2016-10-24T13:23:19+00:00 24. Oktober 2016|Arbeitswelt|