Arbeitswelt

Equal Pay Day

Falls Sie am 23. März auffällig vielen Frauen mit roten Handtaschen begegnet sind, könnte das nicht nur ein zufälliger Modetrend, sondern genauso gut ein gesellschaftspolitisches Statement sein. Denn die rote Handtasche steht an diesem Tag gleichsam für die roten Zahlen, also das Defizit, das Frauen am Ende ihrer Gehaltsabrechnung weniger im Portemaneie haben. Der 23. März markiert dabei den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen rein rechnerisch länger arbeiten müssen, um das gleiche Gehalt zu bekommen, das ein Mann schon bis zum 31.12. des Vorjahres verdient hat.

Gleicher Job, gleiche Qualifikation, weniger Geld = Gender Pay Gap

Und das trotz gleichem Job und gleicher Qualifikation. Die auf dieser Grundlage entstehende Gehaltslücke wird auch als Gender Pay Gap bezeichnet. Und nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt bei vergleichbarer Tätigkeit und Ausbildung der Unterschied je Stunde im Schnitt bei etwa acht Prozent brutto. Lässt man Job und Qualifikation bei der Betrachtung außer Acht, ergibt sich sogar eine geschlechtsspezifische Gehaltslücke von 23 Prozent.

Zu den Gründen der Gender Pay Gap

Auf Basis der sogenannten Verdienststrukturerhebung wurde nach den ursächlichen Faktoren des Gender Pay Gap geforscht. Nach diesen Ergebnissen besteht die Gehaltslücke unter anderem durch

  • die unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl von Frauen und Männern
  • die ungleich verteilten Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation
  • gewählten Tätigkeiten, die mit tendenziell geringeren Verdienstmöglichkeiten und Anforderungen verbunden sind
  • weitere Faktoren wie zum Beispiel ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang

Durch diese Ursachen können bereits rund zwei Drittel des Unterschieds in den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten erklärt werden.

Die Begründungen dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die geschlechtsspezifische Gehaltslücke in gleicher Größenordnung bereits seit dem Jahre 2006 besteht.

2017-04-18T14:20:38+00:00 24. Oktober 2016|Arbeitswelt|