Bewerbungscoach

Wie viel Wahrheit im Vorstellungsgespräch?

In einem Vorstellungsgespräch geht es ja nun darum, möglichst überzeugend zu sein. Muss ich alle Fragen ganz ehrlich beantworten? Selbst dann, wenn es für mich zum Nachteil ist? Oder anders gefragt: Wie viel Wahrheit im Vorstellungsgespräch muss sein?

Der Bewerber hat schriftlich überzeugt. Nun will das Unternehmen sehen, ob diese Vorstellung der Realität entspricht. Ähnliches gilt für den Bewerber selbst. Er hat eine interessante Stelle gefunden, braucht vielleicht den Job ganz dringend und entsprechend unsicher ist er, wie er sich auf das Gespräch vorbereiten soll. Im Vorstellungsgespräch schlägt dann in jedem Fall die Stunde der Wahrheit.

Wahrheit im Vorstellungsgespräch – Die goldene Mitte

Beide Parteien wissen außerdem, dass Papier geduldig ist. Dass man sich sowohl als Arbeitgeber aber auch als Bewerber möglichst optimal darstellt. Und dass im Arbeitsalltag dieser glänzende Lack vermutlich bald ein wenig abblättern wird. Letztendlich ist ein Vorstellungsgespräch so eine Art Verkaufsgespräch.

Jeder, der etwas verkauft, weiß, dass es sich nicht auszahlt zu lügen, was die Produkteigenschaften angeht. Es zahlt sich aber auch nicht aus, in unbedingtem Wahrheitswahn vor allem auf die Haken und Ösen des Produktes – in diesem Fall auf meine Haken und Ösen als Bewerber – hinzuweisen.

Ein wichtiger Punkt: Tun Sie alles dafür, gelassen in ein Gespräch zu gehen. Denn dann können Sie sich gut präsentieren. Machen Sie sich die Stationen Ihres Werdeganges so bewusst, dass Sie Auskunft über Ihre Tätigkeiten geben können. Was Sie gemacht haben, wie Sie es gemacht haben und mit welchem Ergebnis Sie es gemacht haben.

Wie gelassen Sie das Gespräch angehen können, hängt davon ab, was Sie in Ihren schriftlichen Unterlagen von sich mitgeteilt haben. Sind Sie bei der Realität, sind Sie authentisch geblieben? Oder haben Sie sich besser dargestellt, als Sie sind? Ein wenig Übertreibung wird jedem Bewerber zugestanden. Schließlich sind Bewerbungsunterlagen nicht nur Information für das Unternehmen, sondern immer auch Selbstmarketing des Bewerbers.

So weit erst einmal! Haben Sie weiterführende Fragen?

24. Oktober 2016|Bewerbungscoach|