Bewerbungstipps

Job bekommen: Gründe trotzdem abzulehnen

Trotz Jobangebot: In diesen Fällen sollte man ablehnen oder den Job nicht antreten

Das lange ersehnte Telefonat hat endlich stattgefunden, man hat die Zusage für einen neuen Arbeitsplatz bekommen. Im ersten Augenblick ist die Freude groß, denn vielleicht hat man eine lange Phase der Suche hinter sich, vielleicht möchte man auch beruflich wieder voll durchstarten. Trotzdem sollte man kurz innehalten und noch einmal überlegen, ob das neue Jobangebot wirklich ideal ist. Es gibt nämlich einige untrügliche Anzeichen, dass man bei einem Wechsel vom Regen in die Traufe kommen könnte. In diesem Fall heißt es, die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen und auch die Konsequenzen einer kurzfristigen Absage genau zu prüfen. Im schlimmsten Fall macht man sich schadensersatzpflichtig, wenn man eine Arbeitsstelle nicht antritt, obwohl der Vertrag bereits unterschrieben ist.

Wenn eine Ablehnung die bessere Alternative ist

Im ersten Moment freut man sich unbändig über die Zusage. Die finanzielle Sicherheit ist gewährleistet, die Aussichten auf ein berufliches Fortkommen sind glänzend. Trotzdem gibt es einige untrügliche Zeichen, dass man sich doch noch einmal genauer überlegen sollte, ob eine Absage des Angebots nicht die bessere Wahl ist. Wenn sich beispielsweise das eigene Bauchgefühl meldet und Hinweise gibt, dass man sich besser nicht für diesen Job entscheiden sollte, dann ist dieses Gefühl auf jeden Fall ein ernstzunehmender Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Natürlich hört man im Berufsleben oft, dass man sich nicht auf Gefühle verlassen soll. Doch gerade das eigene Bauchgefühl gibt meist sichere Anhaltspunkte, die wir mit dem Verstand nicht ausreichend wahrnehmen. Deshalb sollten wir es ernst nehmen und unter Umständen ein Angebot ablehnen. Wenn das neue Unternehmen eine schnelle Entscheidung und eine ebenso zügige Vertragsunterschrift fordert, sollte man ebenfalls aufmerksam werden. War die neue Stelle sehr lange frei und hat der Betrieb längere Zeit nach einem neuen Mitarbeiter gesucht, sollte das bei jedem Suchenden auffallen. In der Regel gibt es Gründe, warum andere Bewerber sich nicht entscheiden konnten, bei diesem Unternehmen zu unterschreiben. Findet man heraus, dass eine Stelle lange vakant war, stellt sich die Frage, ob man wirklich bei diesem Betrieb anfangen muss, wenn man aus einem sicheren Hafen kommt und nicht unbedingt kündigen muss. Wenn man als potenzieller neuer Mitarbeiter erfährt, dass auf der interessanten Stelle eine hohe Fluktuation herrschte, sollte man wiederum misstrauisch werden. Vielleicht stimmte die Bezahlung nicht, vielleicht fielen unglaublich viele Überstunden an. Wenn es niemand lange auf einer Stelle aushält, ist das ein sicheres Zeichen, dass etwas nicht stimmt, so dass man von dieser Vakanz Abstand nehmen sollte.
Ein ganz wichtiges Indiz, dass eine Absage die beste Wahl ist, ergibt sich aus dem Gespräch mit dem Personaler. Schon im Vorstellungsgespräch sollte man also sehr aufmerksam bleiben, obwohl man natürlich sehr nervös ist und vermutlich darauf konzentriert ist, sich bestens zu präsentieren. Allerdings gibt der Personaler wichtige Anhaltspunkte, wenn er auf die Fragen des Bewerbers ausweichend antwortet oder den Blickkontakt nicht aufrecht erhält. Fragt man zum Beispiel nach Überstunden und Arbeitszeiten und erhält eine ausweichende Antwort, sollte man dieses Zeichen unbedingt ernst nehmen. Beim Gang durch die Büros des potenziellen Arbeitgebers fällt ebenfalls das eine oder andere Anzeichen auf. Wirken die Angestellten müde, frustriert oder lustlos, möchte man dort sicher nicht arbeiten. Übrigens kann man in einigen Onlineportalen Firmen bewerten. Wer nach einem potenziellen Arbeitgeber Ausschau hält, sollte sich dort umschauen. Hat man den eigenen Betrieb dort beurteilt und sind die Bewertungen schlecht, sollte man aufmerksam werden und sich nach einem anderen Wirkungsbereich umsehen, bevor der Vertrag unterschrieben ist. Weitere Indizien, dass in dem Betrieb nicht alles Gold ist, was glänzt, ergeben sich vielleicht noch kurz vor der Vertragsunterschrift. Wenn sich ein Unternehmen sehr lange Zeit lässt, bis der Vertrag zur Unterschrift vorliegt, ist das kein Anzeichen für gut durchdachte und strukturierte Abläufe. Dann liegt der Verdacht nahe, dass man bei anderen Fragestellungen rund um das Personalwesen ähnlich nachlässig arbeitet. Wer dann ein Angebot ablehnen will, stellt im Nachgang vielleicht fest, dass dies die optimale Wahl war. Und auch wenn Freunde und Familie vor dem potenziellen Arbeitgeber warnen, sind solche Hinweise ernst zu nehmen, damit man nicht hinterher schnell wieder das Weite suchen muss.

Diese Konsequenzen drohen bei einer Absage

Ist der Vertrag erst einmal unterschrieben, kann es schwierig werden, die Absage des Angebots auf den Weg zu bringen. Schließlich verpflichten sich der Arbeitgeber und der Mitarbeiter dazu, die im Arbeitsvertrag vereinbarten Leistungen zu erbringen. Will man diese Verpflichtungen rückgängig machen, muss der Vertrag rechtmäßig gekündigt werden. Dazu sind Kündigungsfristen einzuhalten, und die Kündigung muss dem Arbeitgeber zugehen. Sinnvoller ist es, eine Aufhebungsvereinbarung zu schließen. Auch damit kann man ein Angebot ablehnen, wenn der Vertrag bereits unterschrieben ist. Im Idealfall sucht man mit dem Vertragspartner nach einer einvernehmlichen Lösung, denn der Arbeitgeber könnte sonst einen Schadensersatzanspruch gegenüber dem vertragsbrüchigen Mitarbeiter geltend machen. Auch sollte man nicht im Nachgang noch nachtreten und online Firmen bewerten, wenn man den Vertrag aufgehoben hat. Nur so lässt es sich vermeiden, dass nach einer unerwarteten Kündigung noch ein schlechter Nachgeschmack bleibt.

Titelbild: fotolia.com; juiceteam2013

2017-10-26T11:17:42+00:00 26. Oktober 2017|Bewerbungstipps|