Vertriebstrends

Mindestgehalt: Angabe in Stellenanzeigen bald Pflicht

In Österreich längst verpflichtend – in Deutschland bislang nur heiß diskutiert: Gehaltsangaben in Stellenanzeigen. Nun will Familienministerin Schwesig im Rahmen des „Gesetzes für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ die Unternehmen verpflichten, in Stellenangeboten ein Mindestgehalt anzugeben, heißt es in einem Bericht des Spiegel.

Mindestgehalt als Verhandlungsbasis

Demnach soll es für Unternehmen verpflichtend werden, in Jobangeboten „jenes Entgelt anzugeben, das als Mindestgrundlage die Vertragsverhandlungen dienen soll“, heißt es im Referentenentwurf.

Zudem soll der Arbeitgeber, sofern er bereit ist, mehr als das angegebene Mindestgehalt zu zahlen,  diese Bereitschaft in der Ausschreibung angeben. Die Transparenz soll insbesondere Frauen zugutekommen, indem es ihnen hilft, bei Gehaltsgesprächen besser zu verhandeln.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Mit dem Gesetz soll außerdem ein Auskunftsrecht für Arbeitnehmer und Berichtspflichten für große Unternehmen verankert werden, auch diese Maßnahme verfolgt das Ziel, die aktuelle Lohnlücke zwischen Frauen und Männern langfristig zu schließen, die laut Statistischem Bundesamt aktuell bei 22 Prozent liegt.

„Wir wollen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit“  sagt die Familienministerin und fügt hinzu: „Lohngerechtigkeit ist machbar.“ Kritik an den aktuellen Plänen Schwesigs gibt es von Seiten der Arbeitgeber.

Das neue Gesetz würde vor allem für mehr bürokratische Hürden sorgen, zudem gingen die Pläne an den Ursachen der Entgeltunterschiede vorbei, da diese auf unterschiedlichem Erwerbsverhalten beruhen würden, etwa dadurch, dass Frauen häufiger als Männer in Teilzeit arbeiten, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Spiegel-Leser können abstimmen

Auf der Seite des Spiegel können die Leser übrigens abstimmen. Insgesamt 21,46 Prozent finden aktuell „das wurde auch mal Zeit“, weitere 45,2 Prozent sind der Meinung, dass die Lohnungerechtigkeit dadurch nicht aus der Welt zu schaffen sei und 26,04 Prozent glauben, dass alle davon profitieren, wenn ein Mindestentgelt in Stellenanzeigen angegeben wird.

15.12.2015

24. Oktober 2016|Vertriebstrends|