Das Jahr fängt an...

08.01.2008

...und sie stehen vor der Tür: die Jahresgespräche!

In Unternehmen, in denen sie institutionalisiert sind, finden sie in den nächsten Tagen und Wochen statt. Ihr Inhalt? Die Bewertung des vergangenen Arbeitsjahres und die Zielvereinbarungen für das kommende. Haben Sie sich schon gefragt, was Sie Ihrem Chef noch sagen könnten außer "Ein gutes Neues Jahr!" und "Ich möchte mehr Geld!"? Letzteres natürlich gut begründet und mit angemessenen Worten!

Ziele werden oben in der Führungsspitze für das Unternehmen entwickelt und benannt und breiten sich dann nach unten im Unternehmen aus. Jeder bekommt sein Teil davon ab, um mit der Erfüllung zum Erfolg im laufenden Geschäftsjahr beizutragen.

Zum Erfolg des Gesamtunternehmens? Nun ja, das auch. In erster Linie aber werden Sie daran gemessen, ob Sie zum Erfolg Ihres Chefs beitragen... bzw. dazu, dass er seine Zielvorgaben erfüllen kann. Sie mögen diese Abhängigkeit nicht so gerne? Verständlich, aber gerechtigkeitshalber muss man sagen, dass auch Ihr Chef daran gemessen wird, wie er die Zielerreichung seines Chefs unterstützt. Und so weiter... Der Vorstandsvorsitzende steht bei börsennotierten Unternehmen dann vor der Aktionärsversammlung und dem Aufsichtsrat bzw. in Familienunternehmen vor den Eigentümern und muss begründen, warum letztes Jahr nicht alles optimal gelaufen ist. Ein nicht immer verlockender Gedanke. Da haben wir es doch im Gespräch nur mit dem direkten Vorgesetzten richtig gut, oder?

Ihr Vorgesetzter wird vermutlich eine Einschätzung haben, wie weit Sie mit Ihren Zielen seit dem letzten Gespräch gekommen sind. Haben Sie zur Vorbereitung auch einen Soll-Ist-Vergleich vorgenommen? Wie fällt danach Ihre eigene Bewertung aus? Welche positiven Aspekte können Sie ins Feld führen? Was werden Sie als Kritik akzeptieren müssen? Kommen Sie unter Umständen nach intensiver Selbsterforschung zu dem Schluss, die Sache mit der Gehaltserhöhung für den Augenblick lieber zu lassen? Oder liegen Sie angenehmer Weise mit Ihren Leistungen gewaltig über dem Soll? Ohne Vorbereitung auf dieses Gespräch werden Sie sich auf Geistesblitze verlassen müssen und vermutlich eher ziellos den inhaltlichen Vorgaben Ihres Vorgesetzten folgen. Wenn der nun auch nichts zur Vorbereitung getan hat, dann wird das Ganze bestenfalls peinlich. Schlechtestenfalls sammeln Sie Minuspunkte, die Sie nur mit Mühe wieder aufholen können.

Die Zielvorgaben Ihres Chefs für das kommende Jahr kennen Sie natürlich (hoffentlich)! Studieren Sie sie sorgfältig. Was davon passt zu Ihrem Aufgabenbereich? Wo finden Sie sich mit Ihren Fähigkeiten wieder? Was deckt sich mit Ihren eigenen Wünschen? Denn die dürfen Sie ja auch haben! Sie sollten Sie benennen können, möglichst konkret und so formuliert, dass Ihr Chef sehen kann, was das Unternehen und er davon haben. Nichts ist schlimmer, als jemanden vor sich sitzen zu haben, der nicht weiß, was er will – das aber mit aller Macht!

Gute Zielvorgaben zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass die beschriebenen Ziele messbar sind und ihre Erreichbarkeit realistisch ist. Achtung also bei Aussagen wie den folgenden: "Wir wollen wachsen!" oder auch "Wir wollen den Umsatz steigern!". Das kann von einer 1%igen bis zu einer 100%igen Steigerung alles bedeuten. Achten Sie also darauf, dass ihr Gegenüber konkret ist. Qualitative Ziele dürfen es auch gerne mal sein, zum Beispiel: "Wir wollen ein besseres Betriebsklima haben". Für den Chef könnte die Operationalisierung dieses Ziels folgendermaßen lauten: "Keiner stellt eine Gehaltsforderung und akzeptiert ohne Murren Überstunden. Unbezahlte." Absolut unrealistisch, nicht wahr?

Zielvorgaben sind eine gegenseitige Vereinbarung, die von beiden Seiten akzeptiert werden muss. Sie müssen sie also unterschreiben – haben aber auch die Möglichkeit, die Unterschrift bei unrealistischen Vorgaben zu verweigern. Natürlich sollten Sie das gut begründen können. Und ebenso natürlich sollten die Gründe für die Beurteilung "unrealistisch" nicht in Ihrer Person, Ihren fachlichen Fähigkeiten oder Ihrem mangelnden Arbeitseifer zu finden sein. Gegebenenfalls sollten Sie darüber mal richtig nachdenken und ein paar gute Vorsätze für das noch frische Jahr fassen.

In diesem Sinne ein gutes Neues!

Ihre
Sabine Kanzler

Lesen Sie auch den Beitrag Leistungsorientierte Bezahlung und Prämienlohn in der Rechtsprechung im Blog von Edmund Hellmich.

 

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