Sommerzeit...

10.07.2007

...wunderbar! Alles läuft die nächsten Wochen ein wenig langsamer, denn ein Teil der Mitarbeiter im Unternehmen ist nicht erreichbar. Sie haben Urlaub! Aber natürlich kann man nicht die ganze Firma schließen während der Sommermonate. Ein paar Aufrechte und Unentwegte sind da und führen die Geschäfte weiter. Oder wollen das wenigstens. Bis sie in den ersten Tagen nach dem kollektiven Auszug Richtung Urlaubsort feststellen, dass der Kollege oder die Kollegin offensichtlich keine richtige Übergabe der laufenden Vorgänge gemacht hat.

Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Sie hängen ab von der Mentalität der Betroffenen, von ihrer Bereitschaft, sich zu kümmern, vom Grad der Verantwortung, von der Dringlichkeit von Projekten oder auch nur von deren eigener Urlaubsreife.

Gelassenheit ist in solchen Situationen eher selten. Die findet man manchmal in der Ausführung "Desinteresse" oder auch "Faulheit" bei Kollegen, die das sich entwickelnde Chaos leidenschaftslos und untätig betrachten. Eingehende Papiere werden gestapelt, eine offensichtlich nicht eingerichtete Mailumleitung ignoriert, das Klingeln des ebenfalls nicht umgestellten Telefons geflissentlich überhört. Wenn der Kollege dann nach dem Urlaub eins auf die Mütze bekommt ... tja, er hat es ja wohl verdient!

Andere kümmern sich – mehr oder weniger gerne. Weniger gerne vor allem bei den Kollegen, die als "Urlaubsvorbereitung" im Regelfall gerade mal absprechen, wer ihre Blumen während der Zeit der Abwesenheit gießt.

Bei Vorgesetzten reicht das Spektrum der Reaktion vom Erdulden und Erleiden bis zum Wutausbruch und – ganz extrem – der Ankündigung arbeitsrechtlicher Konsequenzen. Leider treffen diese Ausbrüche die Falschen, die Daheimgebliebenen. Bis der Verursacher solcher Emotionen wieder zurück ist, haben sich die Gemüter in der Regel wieder einigermaßen beruhigt.

Aber gerade dann, wenn dieses Problem der schlampigen Aufgabenübergabe regelmäßig zur Urlaubszeit auftaucht, zeigt sich, dass Vorgesetzte einen Teil ihrer Aufgabe nicht erledigt haben. Es ist eine (in der Regel) irrige Hoffnung, dass sich Vertretungsregelungen von allein ergeben, dass der Urlaub verantwortungsbewusst untereinander abgesprochen wird und man als Chef den Urlaubsantrag nur noch zu unterzeichnen braucht. Chef muss sich kümmern, das ist ein Teil der Aufgabe, für die er bezahlt wird, oder er muss das Chaos akzeptieren – und die Verantwortung dafür übernehmen.

Und der Mitarbeiter, der weiß, dass er in ein paar Tagen in Urlaub gehen wird? Ja, der ist auch noch da. Der weiß, dass arbeitsrechtlich der Urlaub fast heilig ist, dass der Arbeitgeber den gewährten Urlaub nicht ohne wirklich wichtigen Grund wieder streichen darf und dass die Verpflichtung, per Handy oder Mail erreichbar zu sein, erst ab einer gewissen Führungsebene existiert. Er kann es als Verpflichtung sehen, diesen Schutz des Urlaubs als Arbeitnehmer verantwortungsbewusst zu handhaben. Oder einfach als gutes Benehmen und Anstand den Kollegen gegenüber.

Hinweise für die Vorbereitung des Urlaubs und Checklisten fürs private Kofferpacken findet man im Internet z.B. zuhauf. Vergleichbare Listen für den Vorurlaubs-Check am Arbeitsplatz gibt es ebenfalls. Seien Sie also nett zu Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ... denn irgendwann wollen Sie ja vermutlich aus den Ferien wiederkommen und freudig willkommen geheißen werden!

Ihre Sabine Kanzler

 

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