Wege ins Fettnäpfchen...und wieder heraus!

02.05.2006

Fast jeder hat es so oder ähnlich schon erlebt: Von allen guten Geistern verlassen platzt einem in einem wichtigen Gespräch der Kragen, man sagt, was man schon immer von den Einflüssen der neuen Geschäftspolitik gedacht hat und dass so alle Liebesmüh um bessere Umsätze vergeblich sei, - und hat leider übersehen, dass der eigene Chef (natürlich bei diesem Gespräch dabei) maßgeblich an deren Entwicklung beteiligt war.

Oder man (ja, ich war das selbst!) verteilt in einer Präsentation für ein Bewerbertraining vor Geschäftsleitung und künftigen Nutzern des Angebotes Unterlagen - vergisst natürlich auch nicht, mehrmals zu erwähnen, wie wichtig Fehlerfreiheit in diesem Bereich ist und wie hilfreich man dabei sein kann, das zu erreichen - und stellt am nächsten Tag auf den Hinweis eines Mitgliedes der Geschäftsleitung fest, dass bei der Umarbeitung der Unterlagen irgendwo ein paar Satztrümmer zusammenhanglos stehen geblieben sind. Am besten wäre es, der Boden täte sich auf, um einen gnädig und am besten endgültig in sich aufzunehmen...

Je erfolgsorientierter jemand ist, je größer der Anspruch auf Perfektion, umso schwieriger wird es für ihn, auf solche „Pleiten“ die richtige Reaktion zu finden. „Richtige“ Reaktion? Da fängt das Dilemma schon an! Was ist richtig in dieser Situation? Übergehen? Leugnen, dass jemals etwas passiert ist? Sich sofort entschuldigen? Ein Vieraugen-Gespräch in einer ruhigen Minute suchen?

Gerade erfolgsgewohnten Menschen fehlen hier häufig die Verhaltensmuster. Je exponierter die Person, die ins Fettnäpfchen getreten ist, je mehr Aufmerksamkeit und Publikum diese Situation genießt, umso weniger lässt sich das Geschehene leugnen. Wer es trotzdem versucht, wird erfahren, dass er über die Verbreitung seines Fauxpas keine Kontrolle hat, dass so ein Ereignis sich eher aufbauscht, je mehr man es zu unterdrücken sucht, und man sich auch noch lächerlich damit macht. Bleibt also nur der Weg nach vorn. Wie der aussehen kann?

Wenn Sie jemand sind, der sich nicht über Kollegen mokiert, denen Fehler passieren, dann haben Sie schon mal eine gute Ausgangsposition. Wenn nicht...ja, dann können Sie in so einer Situation fürs Leben lernen.

Weiterhin: Souverän sein! Sich nicht herausreden, nicht jemand anderem, den Unständen, dem Wetter oder sonst etwas die Schuld geben. Gestehen Sie den eigenen Fehler ein, entschuldigen Sie sich und versuchen Sie, ihn wieder gut zu machen.

Sich selber verzeihen! „Wer nicht sündigt, der kommt in den Himmel. Wer schläft, sündigt nicht. Also, wer schläft, der kommt in den Himmel!“ Nach dem Motto können Sie doch nicht wirklich handeln wollen? Dann doch lieber ab und zu Fehler machen, oder?

Sich die Bedeutung des eigenen Fehlers bewusst machen! Meistens sind die Folgen halb so dramatisch, wie es im ersten Augenblick erscheint. Und die meisten Menschen haben anderes und besseres zu tun, als sich wochenlang hinter Ihrem Rücken über Ihren Fauxpas auszulassen.

Humor beweisen! Besser mit den anderen über die eigenen Fehler lachen, als dass über einen gelacht wird. Ersteres stärkt die eigene Autorität, letzteres untergräbt sie.

Ach ja, ich habe übrigens ein weiteres Infoblatt für die Teilnehmer der Präsentation geschrieben. Sie hätten in mir das lebende Beispiel dafür, wie gründlich man sich mit fehlerhaften schriftlichen Unterlagen blamieren könne. Und dass so eine Erfahrung von Zeit zu Zeit nicht schaden könne, um die eigene Wahrnehmungsfähigkeit auf Touren zu halten. Sie als Seminarteilnehmer würden bestimmt davon profitieren!

Ihre Sabine Kanzler

 

Empfehlen

 
später lesen
 

top jobs

Alle ansehen

Autor

Unsere Autoren

 
 
 

Pfadnavigation

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. » Vertriebsinfo
  3. » Magazin
  4. » Blogs
  5. » Kanzlerin
  6. » Aus dem Alltag in Unternehmen
  7. » Wege ins Fettnäpfchen
 

Impressum | Datenschutz | © salesjob