Anzeigen der besonderen Art ... oder "Wie mache ich Bewerber irre?"

19.03.2009

Es gibt richtig gute! In denen stehen nachvollziehbare Informationen über das ausschreibende Unternehmen, die Beschreibung der zukünftigen Aufgaben ist nachvollziehbar und in sich schlüssig. Da wird ein Mitarbeiter gesucht, der zwar gut qualifiziert und auch gehörig motiviert sein soll, aber doch Mensch bleiben darf. Die eierlegende Wollmilchsau steht hier nicht auf der Fahndungsliste des Personal suchenden Unternehmens.

Mit diesen Voraussetzungen eine auf die Anforderungen der Anzeige bezogene Bewerbung zu schreiben ist vergleichsweise leicht. Man arbeitet einfach alle Schlüsselbegriffe ab, beschreibt nachvollziehbar und mit konkreten Beispielen belegt, was man an relevanten beruflichen Erfahrungen und Kenntnissen hat, bereitet das Ganze sprachlich nett auf, fertig und ab die Post. Oder die Mail!

Dann gibt es eine Flut mittelmäßiger Stellenanzeigen. Da muss man ein bisschen mehr Mühe aufwenden, auf der Website des Unternehmens intensiver nachlesen (was übrigens nie schadet!!), Google und andere Suchmaschinen für die Recherche bemühen. Aber dann hat man sich schlau gemacht ...

Und nun so etwas! Nein, nichts Er-fundenes, wirklich Ge-fundenes. In einem überaus seriösen Anzeigenteil! In der FAZ. Hier ist sie, die Anzeige - auszugsweise:

Ein Betriebswirt - Bilanz-Buchhalter - Export-Kfm. mit Führungserfahrung und hervorragenden Englischkenntnissen wird gesucht. Als deutscher Muttersprachler soll diese Person mehrere Jahre in den USA oder England gelebt haben, natürlich soll sie über gute Zeugnisse verfügen! Und sie soll ein “bescheidenes, angenehmes und seriöses Auftreten“ haben. Was dieser Mensch genau tun soll? Aufbauarbeit leisten, Genaueres weiß erst mal keiner. In der Anzeige steht es nämlich nicht!

Was ist davon zu halten? Und vor allem: Welche Informationen will der Empfänger wirklich haben? Man will ja als Bewerber gerne aussagekräftige Unterlagen erstellen, aber um Himmels willen ... wie belegt man bescheidenes Auftreten? Welche Worte wählt man hier?

Auch sehr schön die Stellenausschreibung für einen Projektbetreuer:

"Wir erwarten von Ihnen ein abgeschlossenes technisches bzw. kaufmännisches Studium sowie mehrere Jahre Berufserfahrung, idealerweise als Jurist im Bauwesen ..."
Ich grüble immer noch, wie so ein Studiengang wohl aussehen mag.

Wer diese Hürden gemeistert hat, der steht nur noch vor der Frage, wie denn das Unternehmen am liebsten seine Bewerbungsunterlagen bekommen möchte. Hier wird er fündig: „Sie fühlen sich angesprochen? Dann sollten wir uns kennen lernen! Senden Sie Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung an:
XXX AG - Personalabteilung - ABC-Straße 4 - 00000 Nirgendwo
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für diese Stelle nur schriftliche Bewerbungen berücksichtigen können. Sehen Sie also bitte von der Möglichkeit der Online-Bewerbung ab!
Bitte bewerben Sie sich hier online."

Sie wären als Bewerber irritiert? Mit Recht! Das Gute an diesen Anzeigen? Bei jeder fand sich eine Telefonnummer und ein Ansprechpartner, der bei Fragen zur Verfügung steht. Gott sei Dank!

Erschöpft!

Ihre Sabine Kanzler

 

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