Berufsanfängerin sucht erste Anstellung - eine Bewerbungstelenovela [Folge 5 und Ende]

03.10.2006

Drei Monate später, Sonntagnachmittag, sommerliche Hitze, Telefon. „Wir wollten Dir bloß erzählen, dass ... (nennen wir sie hier mal „Anonyma“, nur der Anonymität halber!) Anonyma in XYstadt ihre neue Stelle antritt.“ Nach einem kurzen temperaturbedingten Blackout erkenne ich die Stimme. Mein „Juristenvater“!

Nach knapp vier Monaten (und ca. fünf Stunden unterstützendem Coaching) hat sie eine Stelle in einer großen Anwaltskanzlei, sogar mit ihrem Wunschschwerpunkt. Der einzige Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass der Arbeitsplatz nicht an ihrem Studienort sein wird – aber mit einer extrem guten und häufigen Zugverbindung dorthin. Jetzt brauche sie bloß noch ganz schnell eine Wohnung und müsse noch umziehen, denn sie fange schon übernächste Woche an. Ja, das Gehalt stimme auch, im Gegenteil, das sei sogar ausgesprochen ok, und sie habe darum gar nicht feilschen müssen.

Ich erkundige mich nach weiteren Einzelheiten und erfahre, dass im Grunde alles ganz langweilig gelaufen sei. Sie habe ca. 30 Bewerbungen geschrieben und 11 Vorstellungsge-spräche gehabt. (Leichte Verblüffung bei mir: Das ist bei Berufsanfängern nun wirklich ein guter Schnitt!) Zwei davon seien auf Empfehlung von ehemaligen Vorgesetzten aus ihren Wahlstationen hervorgegangen. Aber obwohl sie sich von solchen Empfehlungen eine Menge versprochen habe, seien die eher unergiebig gewesen. Die Gespräche waren wohl inte-ressant und sie habe auch einiges aus anderen Arbeitsfeldern erfahren. Aber im Grunde schien das Gespräch eher zustande gekommen zu sein, um diese ehemaligen Vorgesetzten nicht zu enttäuschen, und nicht, weil tatsächlich eine Stelle besetzt werden sollte.

Und ansonsten? Keine skandalös anmutenden Bedingungen, wie man sie in Presse und einschlägigen Foren zuhauf liest? Kein Gehaltsdumping? Kein Angebot, doch eher ein unbezahltes Praktikum zu machen, um Berufserfahrung zu sammeln? Keine nervtötenden (und unerlaubten!) Fragen nach der Familienplanung? Doch, Letzteres schon, allerdings nur eine kurze Frage. Eine Kollegin sei vor einiger Zeit 6 Wochen nach der Entbindung wieder zurück an den Arbeitsplatz gekommen. Ob sie in dem Falle einer Schwangerschaft sich das denn auch vorstellen könne oder ob sie dann die gesetzlich erlaubten drei Jahre in Anspruch nehmen wolle...

Der Gag zum Schluss: Für diese Stelle war keine Anzeige geschaltet worden. „Anonyma“ war in einem anderen Vorstellungsgespräch darauf angesprochen worden. Es handelte sich um die Anzeige des Verbandes, zu dessen Thematik sie überhaupt keine Vorerfahrung hatte. „Die Tatsache, dass Sie in Ihrer Anzeige ausdrücklich auch Berufsanfänger ansprechen, macht mir Mut, mich bei Ihnen zu bewerben. Die Thematik finde ich wichtig und interessant, Erfahrungen kann ich bisher nicht vorweisen...“ so ähnlich – und so ehrlich – hatte sie geschrieben. Es kam die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, die Stelle bekam ein ande-rer, einer mit einschlägiger Berufserfahrung. Aber sie hatte einen guten Eindruck gemacht und...

Lesen Sie doch den Anfang dieser Folge!

Ihr Sabine Kanzler

 

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