Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 1]

20.02.2007

Wer auf der Suche nach der perfekten Bewerbung ist, der findet bei Google dazu 431000 Einträge. Bei Amazon finden sich 26 Bücher zum Thema, eines davon verspricht sogar im Titel, die perfekte Bewerbungsmappe darzustellen, Thalia.de meldet: Ihre Suche nach bewerbung führte zu insgesamt 760 Ergebnissen. Was kann da noch schief gehen?

Es geht schief. Jeder Recruiter und jeder Personaler kennt endlose Geschichten: von Fotos in extremem Freizeitlook (nein, nicht nur von Menschen, die es aufgrund ihres Bildungsgrades und ihres Einkommens nicht besser wissen oder sich einen Fotografen nicht leisten können!), von Lebensläufen, in denen entweder nichts drin steht außer ein paar Daten oder so viele Details (vorzugsweise ohne Bezug zur konkret zu besetzenden Stelle!), dass der Empfänger entweder verwirrt oder entnervt aufgibt. Und von Anschreiben, die einen Umfang von 15 Seiten und mehr haben...

Bewerbungsratgeber boomen. Ähnlichkeiten untereinander sind nicht ausgeschlossen. Könnte das daran liegen, dass da einer der Autoren vom anderen abschreibt? Denn um selber als Berater relevante Erfahrungen zu machen, die lohnen weiter gegeben zu werden, welche Art der Bewerbung denn Erfolg auf dem Markt hat oder nicht, braucht es jahrelange Beratungspraxis.

Dann gibt es (immer noch) die Kreativen: man möge sich herausheben aus der Masse - und eine originelle Verpackung, dieses ultimativ gestylte Foto und allein diese spezielle Art der Formulierung verspreche den Erfolg.

Der Bewerber, verschreckt durch Artikel, in denen von über hunderte von Bewerbungen auf eine einzige Stelle die Rede ist, ist ratlos. Er ist ja durchaus informationswillig! Aber soll er sich nun durch alle Bücher hindurcharbeiten? Und wie soll er das Gelesene bewerten?

Eine Bewerbung - ein Bewerbungsverfahren - besteht aus verschiedenen Teilen, die sinnvoller Weise im Zusammenhang zu sehen sind. Das ist einmal der Lebenslauf, das dazugehörige Anschreiben, das Vorstellungsgespräch und, last not least, eine erfolgreich überstandene Probezeit!

Ohne den o.g. 760 Ratgebern noch einen 761sten hinzufügen zu wollen, möchte ich Ihnen in den nächsten Folgen dieser Serie ein paar Gedanken an die Hand geben, die Sie bei der Bewertung von Ratschlägen unterstützen. Denn auch Bewerbungen sind Trends und Moden unterworfen und die Wahrheit über die perfekte Bewerbung kennt niemand. Und das wäre somit schon der erste Gedanke... Denn letztendlich ist diejenige Bewerbung perfekt, die erfolgreich ist. Jedenfalls perfekt im Hinblick auf die erreichte Stelle.

Bewerbung ist Arbeit: es geht darum, bei jeder Bewerbung neu zu entscheiden, ob die Aussagen, die man über sich selbst machen möchte, vollständig, aussagefähig und angemessen sind. Die perfekte Bewerbung ist also eher eine Frage der richtigen Beurteilung der eigenen Ausgangslage, der Umsetzung in Unterlagen und des angestrebten Unternehmens. Nicht so sehr die optische Schönheit der Unterlagen, des Fotos und die forsche Darstellung der eigenen Kompetenzen.

Entscheidend ist, bei der Erstellung einer Bewerbung die kommunikativen Anforderungen an dieses spezielle Bewerbungsverfahren zu analysieren und richtig (oder wenigstens annähernd richtig) zu bewerten. Denn Bewerben ist werben... und kommunizieren: mit einem Empfänger als Unternehmen, über das Sie recherchieren können und auch sollen, über das Sie Vermutungen anstellen können, das Sie aber nicht wirklich kennen. Und mit Personen, die in diesem Unternehmen tätig sind, und die verschiedene Vorlieben und Abneigungen haben. Ein Blindflug sozusagen, bei dem Sie nur hoffen können, dass Ihr Radar funktioniert.

Ihre Sabine Kanzler

 

Empfehlen

 
später lesen
 

top jobs

Alle ansehen

Autor

Unsere Autoren

 
 
 

Pfadnavigation

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. » Vertriebsinfo
  3. » Magazin
  4. » Blogs
  5. » Kanzlerin
  6. » Bewerbung/Stellenwechsel
  7. » perfekten Bewerbung [Teil 1]
 

Impressum | Datenschutz | © salesjob