Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 2]

06.03.2007

Über die Frage, ob eine Onlinebewerbung mit eingescannter Unterschrift besser oder schlechter, richtiger oder falscher ist, kann und wird von Bewerbern ausführlich diskutiert. Gleiches gilt für die Frage nach dem Foto in den Unterlagen: wie groß (Postkarte versus Briefmarke als Referenzgröße), wie bunt und mit welchem Hintergrund, besser in schwarz-weiß oder gar in sepia....oder ob überhaupt! Denn nach dem neuen Antidiskriminierungsgesetz dürfen Fotos vom Bewerbungskandidaten gar nicht mehr aktiv eingefordert werden.

Einig ist man sich darin, es müsse ein professionelles Bild, ein gutes Bild sein. Da gibt es dann den "Denker", nachempfunden der Statue von Rodin, mit aufgestütztem Kinn auf der Hand, den "Dynamischen" mit nicht genau definierter, aber ausladender Gestik, den "Klassiker" (oder auch, weniger schmeichelhaft, den "Konservativen") mit normalem Passfoto, den "Modernen" im Querformat, manchmal ergänzt durch einen halb abgeschnittenen Kopf, sozusagen hirnlos... Alles professionelle Fotos, mit viel Aufwand und einer Menge Beratung durch den Fotografen hergestellt. Aber sind sie deswegen auch "gut"? Wenn ich meinem Mann erzähle, ich hätte gut gegessen, es sei noch eine Portion davon für ihn im Kühlschrank und er sieht, dass es ein Auflauf mit Parmesankruste ist... Er mag keinen Käse! Welch zweifelhafte Aussage ist doch das Wort "gut"!

Und in welche Mappe sollte man, wenn man sich denn auf dem Postweg und nicht per Mail bewirbt, die Bewerbung packen? Ein Besuch im gut sortierten Schreibwarengeschäft zeigt, was es alles gibt. Oder auch, dass es fast nichts gibt, was es nicht gibt. Vom schlabberigen Plastikhefter, dreiteiligen Klappmappen bis hin zu Leder mit dem Aufdruck "Bewerbung" in Goldschnitt ist alles vorhanden. Aber ob das auch sinnvoll ist? Und den positiven Eindruck macht, den man hinterlassen möchte? Bei genauerem Nachdenken scheinen stabile Klemmmappen mit durchsichtigem Deckel dann doch diejenigen zu sein, die aus Sicht des Bewerbungsempfängers am besten zu handhaben sind. Und man soll ja aus Empfängersicht denken!

Ebenfalls gerne und ausführlich diskutiert: Das Papier! 80g, 100g oder 120g stark? Mit Wasserzeichen? Weiß oder chamois?

Natürlich ist der äußre Eindruck einer Bewerbung wichtig. Natürlich soll man Sorgfalt auf die Form verwenden. Ein Gedanke drängt sich dennoch auf: Sind das im Bewerbungsverfahren die wirklich entscheidenden Themen? Hängt von der Ausrichtung des Wasserzeichens im Hefter der Erfolg oder Misserfolg einer Bewerbung ab? Machen sich Bewerber mit gleicher Intensität Gedanken über das, was sie inhaltlich über sich und ihren bisherigen beruflichen Weg vermitteln wollen? Und wie sie dies am besten kommunizieren? Denn inhaltlicher Mist (um mal ganz deutlich zu werden) wird ja nicht weniger Mist, nur weil er auf Bütten gedruckt wird.

Und da wird es dann wirklich kritisch. Letztendlich sind die oben aufgeführten Themen wirklich Nebenkriegsschauplätze, denn bei allem Anstrengungen, den äußeren Eindruck der eigenen Bewerbung zu optimieren, ist hier der Grat zwischen "positiv auffallen" und "albern" bis "lächerlich wirken" schmal... Die Entscheidung zu treffen, was Sie für passend halten, ist auch ein Thema der Vorbereitung einer Bewerbung. Ihre Art und Weise sich zu präsentieren, ist Ihre erste Arbeitsprobe. Sie zeigt etwas auf über Ihre intellektuellen Möglichkeiten, Ihre Fähigkeit zu recherchieren, Ihre Arbeitsweise etc. Denn, wie schon das letzte Mal geschrieben, Recruiter, Personaler und zukünftige Vorgesetzte sind Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Vorlieben. Treffen Sie also Ihre Entscheidungen. Ein gälisches Sprichwort sagt: "Selbst Gott kann´s nicht allen nach ihrem Kopfe recht machen - nur der Hutmacher." Und mal ehrlich, wer von Ihnen ist schon Hutmacher. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Ihnen persönlich angemessen erscheint. Vielleicht ist gerade dies, wenn auch unbewusst, ein Selektionskriterium.

Das gilt in guten und in schlechten Bewerberzeiten. Wenden wir uns also den Inhalten zu, zuerst dem Lebenslauf. Das nächste Mal!

Ihre Sabine Kanzler

 

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