Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 3]

20.03.2007

Wenn Sie im besten wechselfähigen Alter sind, wenn Sie gute bis sehr gute Examina an renommierten Hochschulen vorweisen können, wenn Sie Ihre Ausbildung zügig und dazu noch mit Auslandsaufenthalten angereichert hinter sich gebracht haben und wenn dann noch zu allem Überfluss Ihre berufliche Entwicklung lückenlos ist und Sie über deren gesamten Zeitraum Erfolge nachweisen können ... dann können Sie an dieser Stelle eigentlich aufhören weiterzulesen. Denn dann können Sie fast schreiben, was Sie wollen, die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch sind hoch. Allerdings schaden auch so jemandem gute Bewerbungsunterlagen nicht...

Alle anderen Bewerber jedoch, sozusagen die „normalen“ Menschen, sind nicht in dieser luxuriösen Ausgangslage. Sie müssen sich schon Mühe geben mit ihrem Lebenslauf. Richtig schwierig wird es, wenn Sie Brüche in Ihrer beruflichen Biographie haben: nicht abgeschlossene Ausbildungsgänge, schlechte Noten, mehrere kürzere Arbeitsverhältnisse hintereinander, Branchenwechsel, längere Phasen von Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen... Mit ein wenig Nachdenken werden Sie vielleicht Ihre zusätzlichen individuellen Themen finden, die Ihnen Mühe bei der Darstellung machen.

Ein Lebenslauf soll aussagekräftig sein und Kenntnisse und Erfahrungen darstellen. Auf maximal zwei Seiten soll das passieren, empfehlen die meisten Berater. Alles geschrieben in einer Schriftgröße, die auch für Brillenträger mühelos lesbar ist. Diese Forderung schließt eigentlich alles unter der Schriftgröße 10pt aus.

Ein gut gestalteter Lebenslauf ist wahr, spiegelt Ihre berufliche Vergangenheit umfassen wider, ist für den Leser nachvollziehbar und verstehbar, ohne sich durch das spezielle Fachkauderwelsch ehemaliger Arbeitgeber mittels Wörterbüchern oder umfangreicher Googlerecherche durcharbeiten zu müssen. Er beschreibt die relevanten (!) Erfahrungen und Kenntnisse aus der Stellenanzeige und ist zu guter Letzt optisch ansprechend aufbereitet. Die angelsächsische Form, also beginnend mit der aktuellen Position chronologisch rückwärts zu gehen und so mit Ausbildung und Schule zu enden, hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr auch in Deutschland durchgesetzt.

Nun passiert in einem durchschnittlichen beruflichen Leben mehr als sich auf diesen zwei Seiten problemlos unterbringen lässt. Sie treffen also eine Auswahl, komprimieren Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen und bieten somit dem Leser einen geführten Spaziergang durch Ihre Vergangenheit an. An welchen Stationen Sie vorbeigehen, welchen Sehenswürdigkeiten Sie mehr Zeit und Raum geben, das hängt von den Interessen Ihres Begleiters ab. Es macht keinen Sinn, vor den Trümmern einer mittelalterlichen Burg zu verweilen, wenn die Interessen Ihres Begleiters eher bei der Lösung für Verkehrleitsysteme in Städten mit historischer Bausubstanz liegen.

Woher Sie wissen sollen, wo es sich lohnt stehen zu bleiben? Nehmen Sie sich Zeit für eine ausführliche Analyse der Stellenanzeige! Recherchieren Sie über Ihr Zielunternehmen, seine Position am Markt, seine regionale oder internationale Ausrichtung, seine Größe, sein Kerngeschäft. Listen Sie die Anforderungen auf und stellen Sie denen Ihre passenden Kenntnisse und Erfahrungen gegenüber. Und machen Sie sich diese Mühe für jede (!!) Bewerbung neu. Auch ein Lebenslauf ist bei der oben beschriebenen Vorgehensweise anpassbar!

Das ist viel Arbeit? Ja klar! Aber schließlich fahren Sie auch nicht in einen dreiwöchigen Urlaub, ohne sich vorher über Ihren Zielort, das Wetter dort und die vermutlich anfallenden Nebenkosten zu informieren. Und den Koffer dementsprechend zu packen!

Ihre Sabine Kanzler

 

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