Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 4]

Die Branche wechseln...müssen Sie das auch?

Sie wissen alles über Burgen! (Sie erinnern sich? Bei Ihrem Spaziergang durch Ihr berufliches Leben in der letzten Folge sind Sie mit Ihrem Begleiter, dem Personaler, an einer mittelalterlichen Burgruine vorbeispaziert ...!) Bisher haben Sie als Fremdenführer gearbeitet, der amerikanische und japanische Touristen die Geheimnisse mittelalterlicher Baukunst und Lebensweise erklärt hat. Sie haben Führungen konzipiert, das Ganze schriftlich aufbereitet und für Ihren Arbeitgeber erfolgreich vermarktet. Ihr USP? Sie können sowohl fließend englisch als auch recht gut japanisch. Das ist wichtig, weil Ihre Kunden oft hochkarätige Geschäftsleute sind, die gastgebenden Unternehmen auf Qualität im Freizeitprogramm Wert legen. Leider ist Ihre Stelle weggefallen... weil die Touristen ausblieben, weil die Firmen, die Ihre Dienstleistung gebucht haben, in Konkurs gegangen sind, weil die Burg abgebrannt ist...! Suchen Sie sich den Grund aus, der am ehesten Ihre persönliche Situation trifft.

Andere Burgen sind nicht in der Nähe oder die entsprechenden Stellen als Fremdenführer sind besetzt. Sie brauchen also etwas Neues, es bleibt nur ein Branchenwechsel. Unabhängig davon, dass Sie sehr schnell und intensiv neue und spezifische Fachkenntnisse erwerben müssen, erhebt sich folgende Frage: Wie stellen Sie Ihre bisherigen Erfahrungen adäquat und vor allem Erfolg versprechend dar?

Gehen Sie erst einmal davon aus, dass der Empfänger Ihrer Bewerbung nichts oder wenig von Ihrem Metier versteht. Es macht also keinen Sinn, den Lebenslauf mit Begriffen aus der Mediävistik... äh, Verzeihung, aus der Lehre vom Mittelalter zu spicken, selbst wenn Sie Ihre Promotion darin mit "Summa cum laude" abgeschlossen haben sollten. Es wird Sie keiner verstehen. Überlegen Sie vielmehr, wie Sie Kenntnisse und Erfahrungen so in die Sprache von Otto Normalverbraucher übersetzen können, dass der nachvollziehen kann, was Sie können und, vor allem, wo für ihn der Nutzen liegt. Er soll Sie schließlich als zukünftigen Mitarbeiter in Betracht zu ziehen.

Vielleicht erscheint Ihnen das Beispiel sehr (zu?) weit her geholt. Das ist es sicher, aber in der Übertreibung lassen sich Prinzipien und Vorgehensweisen oft besser darstellen als am Normalfall.

Ihre Möglichkeiten bei einer Bewerbung um eine Stelle

  • als Mitarbeiter im Strafvollzug oder als Sicherheitsbeauftragter? Sie würden Ihrem Wissen um Sicherungsmaßnahmen nach innen und außen, um Wachdienste, um Verließe, um die Verwaltung von Gefangenen Raum in der Darstellung geben;
  • als Mitarbeiter im Bereich Logistik? Sie würden über die Organisation der Versorgung einer Burg sprechen, über die Lagerung von Waren, über die Anbindung an Verkehrsnetze, die Organisation der Kommunikation schreiben;
  • als Mitarbeiter im Bereich Touristik? Sie würden Ihre Tätigkeit als Führer in den Mittelpunkt stellen, die Aufbereitung von wissenschaftlichen Kenntnissen in unterhaltsame und informative touristengerechte Häppchen, alles natürlich angepasst an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen und aufbereitet in werbewirksamer Form im Internet,
  • als Mitarbeiter in einem Bereich, in dem es um die Erstellung von Dokumentation und Berichten zu verschiedenen Themen geht? Sie arbeiten die Fähigkeit des Historikers heraus, aus einem Wust von Informationen systematisch, zügig und punktgenau die entscheidenden herauszufiltern und sprachlich angemessen, je nachdem, in welchem Medium sie veröffentlicht werden sollen, darzustellen.

Ihre interkulturelle Kompetenz, die Sie im täglichen Kontakt mit manchmal schwierigen und immer anspruchsvollen Gruppen erprobt haben, ist für alle Arbeitsbereiche von Vorteil, sobald im Zielunternehmen internationale Kontakte vorhanden sind.

Natürlich werden Sie nirgends zu 100% auf Stellenanzeigen passen. Auch bei Initiativbewerbungen werden Sie mit Ihrem Profil vermutlich Erstaunen auslösen. Das ist einfach so, wenn Sie einen Branchenwechsel vornehmen. Aber manchmal haben Sie ja gar keine andere Wahl. Und Sie können beim Empfänger Ihrer Bewerbung nur darum werben, dass er Ihrer eigenen Interpretation Ihrer beruflichen Entwicklung folgt und Sie zum Vorstellungsgespräch einlädt.

Ihre Sabine Kanzler

 

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