Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 5]

17.04.2007

In Zeiten, in denen Erwerbsbiographien nicht mehr so stringent sind wie vor 20 Jahren, sind Brüche, berufliche Umorientierung, Zeiten von Arbeitslosigkeit keine Schande mehr. Allerdings sind sie auch kein Verdienst. Sie als Lebenslaufschreiber sitzen vor dem Patchworkmuster Ihres beruflichen Lebens und fragen sich, wie genau Sie nun vorgehen sollen, um dennoch zu überzeugen? Sie haben verschiedene Möglichkeiten.

  • Sie halten es bei Ihrer Darstellung mit Martin Luther. "Hier steh ich, ich kann (bzw. konnte) nicht anders, so wahr mir Gott helfe!" Die Gefahr? Sie kommen bei so einer Beschreibung unter Umständen überheblich, besserwisserisch oder fern jeder Vorstellung von der Realität des Arbeitsmarktes an.
  • Sie schildern Ihre bisherige berufliche Entwicklung, Sie erklären, Sie rechtfertigen sich für Entscheidungen hinter jeder Station Ihres Berufslebens. So hat man leicht den Eindruck von Ihnen, dass Sie keine Verantwortung für Ihre Entscheidungen übernehmen wollen oder dass Sie mit grenzenloser Naivität immer wieder die falschen Stellen angenommen haben. Beides spricht nicht für Ihre Kompetenz, Situationen richtig einzuschätzen und etwas aus vergangenen Fehlern gelernt zu haben. Diese beiden Fähigkeiten aber braucht es an fast jedem Arbeitsplatz, also...
  • Oder Sie listen Ihre beruflichen Stationen auf, arbeiten die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen heraus, die für den künftigen Arbeitgeber interessant sein könnten und beschreiben im Anschreiben, welche Möglichkeiten Sie damit sehen. Sie werben dafür, dass sich der Empfänger der Bewerbung Ihrer Sichtweise so weit anschließt, dass er Sie zum Gespräch einlädt.

Für welche Form auch immer Sie sich entscheiden, achten Sie darauf, dass Ihre Angaben und Ihre Art der Darstellung nachvollziehbar und glaubwürdig sind.

Wenn Sie sich um eine Tätigkeit im Vertrieb bewerben und in Ihrem Lebenslauf von substantiellen Erfahrungen und erzielten Verkaufserfolgen in einem international agierenden Konzern berichten und es stellt sich hinterher, wenn man in Ihrer Bewerbungsmappe weiterblättert und zu Ihren Zeugnissen kommt, heraus, dass Sie bei Douglas in einer Kleinstadt beschäftigt waren...dann, ja dann...!

Oder Sie schreiben von der Entwicklung von Marketingkonzepten, die Sie verantwortet haben. Dabei haben Sie in einem Franchiseunternehmen gearbeitet und jeder weiß, dass in solch einer Organisationsstruktur es fast ausschließlich um die Umsetzung von Konzepten vor Ort geht, die der Franchisegeber vorgibt, dann ist das sicher verständlich, weil jeder gerne seine Arbeit als bedeutend, komplex und kreativ darstellen will, aber ...

Man unterstellt Ihnen entweder, dass Sie übertreiben, was das Zeug hält (manche würden solche Angaben auch "lügen" nennen). Oder man vermutet, dass Sie glauben, was Sie da schreiben. Dann ist man sich sicher, dass Sie keine Ahnung haben, wovon Sie reden. Beides keine gute Eintrittskarte für eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch!

Natürlich soll man bei der Wahrheit bleiben, wenn man seinen Lebenslauf erstellt, auch wenn man ein berufliches Leben mit Umwegen und Brüchen hinter sich hat. Denn übertriebene Schönfärberei wird spätestens in der Probezeit sichtbar (wenn Sie es denn ins Vorstellungsgespräch geschafft haben und sich dort auch durchmoglen konnten), und da müssen Sie dann mit einer Kündigung rechnen. Kaum ein Arbeitgeber sieht es gerne, wenn er schon zu Beginn der gemeinsamen Zeit hinters Licht geführt wird. Und es gibt die Einschätzung "Wer es einmal tut, der tut es immer wieder!" und den Kindervers "Wer einmal Lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!" Sie fügen also Ihrem sowieso schon unruhigen Lebenslauf noch eine weitere Unruhe hinzu. Das ist doch nicht in Ihrem Sinne, oder?

Ihre Sabine Kanzler

 

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