Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 6]

08.05.2007

Das Anschreiben...eine Herausforderung? Eine Quälerei - für manche mindestens!

Im normalen Leben sprechen Sie verständliches Deutsch. Sie sind, gerade als Vertriebsprofi, in der Lage, dem Kunden in wenigen Sätzen einen Überblick über den Produktnutzen zu geben. Sie können sogar Ihre Geschäftskorrespondenz ohne einen Ghostwriter bewerkstelligen. Zugegeben, nicht für alle Schreiben würden Sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, aber das ist im Normalfall ja auch nicht nötig. Und wenn Sie mit ein bisschen Zeit an Ihren Briefen herumfeilen, dann ist das Ergebnis eigentlich ganz passabel, stimmt’s? Warum also, um alles in der Welt, verlassen Sie dann diese Fähigkeiten, sobald es um ein Bewerbungsschreiben geht?

"Sehr geehrte Damen und Herren ..." fließt den meisten noch recht flüssig aus der Feder bzw. in die Tastatur. Dann blickt den Bewerber auf einen weißen Bildschirm...und Ratlosigkeit breitet sich aus.

Ein Anschreiben - manchmal auch Motivationsschreiben genannt - soll bestimmte Forderungen erfüllen. Auffallen soll man dadurch, empfehlen Ratgeber, Selbstmarketing betreiben. Neugierig machen auf die Person, die dahinter steht.

Nun kann man auf verschiedene Art und Weise auffallen. Auch und besonders leicht negativ. Die bekanntesten und am häufigsten genutzten Möglichkeiten sind richtig schlimme Fehler in der Orthographie und Zeichensetzung, eine allgemeine Schlampigkeit im Ausdruck, ein unangemessener Ton, der angeschlagen wird. Auch gerne genommen: Weitschweifigkeit. Ein Anschreiben sollte in der Regel nicht länger sein als eine Seite, es wird aber auch von Werken mit 10 Seiten Umfang und mehr berichtet.

Eine weitere, sichere Methode negativ aufzufallen, ist es auch, mangels eigener Ideen einfach die Texte aus Bewerbungsratgebern eins zu eins zu übernehmen und als eigene auszugeben. Die Floskeln in vielen solcher Briefe durchschaut jeder, der regelmäßig Bewerbungen auswertet. Aber es gibt doch auch richtig gute Beispielbriefe, meinen Sie? Auf alle Fälle verführen solche Musterschreiben, sich selbst keine Gedanken zu machen und nur abzukupfern. Man schmückt sich mit Federn, die nicht die eigenen sind. Und wenn Sie richtig Pech haben, dann haben andere Bewerber denselben Ratgeber gelesen und auch abgeschrieben. Dann kennt man Ihr Schreiben schon und denkt sich seinen Teil. Passt das zu dem Bild, das Sie in Ihrem Anschreiben vermitteln wollen?

Es geht doch in Auswahlverfahren grade für qualifizierte Bewerber darum, dass nicht nur die nette Formulierung gekauft wird, sondern die Gedanken, die strukturierten Überlegungen, die spezifische Argumentation, die Verbindung von Ausbildung, Erfahrung und Anforderung, die vom Bewerber hergestellt wird. Wenn Sie diesen Gedanken zustimmen können, dann müssen Sie sich auch entsprechend plagen.

Denken Sie immer daran: Ziel der Bewerbung ist ein Vorstellungsgespräch, in dem Sie irgendwann sitzen wollen. Man sollte Sie in Sprache, Stil des Auftretens, in der Art zu argumentieren nach Ihrem schriftlichen Auftreten wieder erkennen...und nicht völlig irritiert in den Unterlagen blättern, weil da eine völlig andere Person vor einem zu sitzen scheint. Gesprochenes und geschriebenes Wort sollten zusammenpassen! Wenn Sie in einem Gespräch sprachlich nicht halten können, was Ihr Anschreiben verspricht, dann haben Sie ein Problem. Daher: authentisch bleiben, meine Empfehlung, und selber dichten, auch wenn es hart ist!

Ihre Sabine Kanzler

 

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