Die Suche nach der perfekten Bewerbung [Teil 8]

05.06.2007

Was lässt sich zusammenfassend zum Schluss dieser Reihe sagen?

Es gibt sie nicht, die perfekte Bewerbung, jedenfalls keine, die alle gleichermaßen für perfekt halten. Dafür sind die Leben und die Erfahrungen der Bewerber zu verschieden. Es gibt Männer und Frauen, Berufsanfänger und Berufserfahrene, Junge, ganz Junge, Erwachsene, Ältere, Best Ager. Wir finden Chaoten, Spontis, Normalos, Kreative und Korrekte. Es gibt Menschen, die einfach eine Stelle suchen und es gibt ehrgeizige Menschen, die Karriere machen möchten. Menschen mit einem geradlinigen Lebenslauf und Menschen, die Umwege gegangen sind. Und es gibt alle diejenigen, die irgendwie dazwischen liegen und für die ich keine treffende Bezeichnung finde. Alle sollen und wollen eine authentische Bewerbung schreiben. Da kann es doch keine Lösung für alle geben, nicht wahr?

Branchen und ihre Erwartungen an die Bewerber unterscheiden sich. Es gibt es gravierende Unterschiede hinsichtlich der Art und Weise, wie man sich bewirbt. In der IT-Branche läuft manches anders als im Maschinenbau - und dort wieder völlig anders als in der Mode- oder Kosmetikbranche. Und eine erfolgreiche Bewerbung in der Werbe- oder Kommunikationsbranche wird einen anderen Stil haben als in der Elektroindustrie. Machen Sie sich also schlau, was in Ihrer Branche als angemessen bewertet wird.

Was schließen Sie nun aus diesen Aussagen?

Meiden Sie jeden, der Ihnen verspricht, die perfekte Lösung für Ihre Bewerbung zu haben. Ein gute Lösung ... ok, auch ein pfiffige Lösung meinethalben, aber keine perfekte Lösung. Perfektion liegt im Auge des Betrachters, und da haben wir in jedem Bewerbungsverfahren ja mindestens zwei: den Absender und den Empfänger. Und letzterer besteht in der Regel aus einer ganzen Reihe von Einzelpersonen: Recruiter, Personaler, Fachvorgesetzter ... und alle diejenigen, die auf dem Wege bis zur Entscheidung Ihre Unterlagen sonst noch in der Hand haben.

Versetzen Sie sich in die Rolle des Empfängers Ihrer Bewerbung. Ihre Interessenlage als Bewerber ist unter Umständen eine völlig andere als die des Parts auf der anderen Seite: Hier der Wunsch nach Verständnis für den individuellen Weg, dort die Suche nach möglichst 100%iger Passgenauigkeit in Kenntnissen und Erfahrungen, hier der Wunsch nach umfassender Selbstdarstellung, dort die Notwendigkeit, in kurzer Zeit die gewünschten Informationen zu finden. Gerade zur letzten Aussage gibt es den Satz, der (so glaube ich jedenfalls!) Goethe zugeschrieben wird. „Ich hatte keine Zeit, deshalb habe ich Ihnen einen langen Brief geschrieben.“ Nehmen Sie sich also die Zeit und fokussieren Sie Ihre Unterlagen hin auf die gewünschten Informationen.

Setzen Sie sich mit Ihrem beruflichen Werdegang auseinander. Das ist von Zeit zu Zeit auch sinnvoll, wenn Sie gerade keine Wechselabsichten haben und somit auch keine Bewerbung schreiben. Eine Bestandsaufnahme schadet nie! Fragen Sie sich: Was will ich in meinem Lebenslauf über mich und meine berufliche Entwicklung transportieren? Mit welcher Art der Darstellung kommen meine Stärken am besten zum Vorschein? Und wo sind meine Schwächen möglichst wenig sichtbar?

Diskutieren Sie über Ihre Bewerbungsunterlagen mit Menschen, denen Sie den notwendigen Sachverstand zutrauen. Informieren Sie sich, lesen Sie, welche Vorschläge es für deren optische, aber vor allem inhaltliche Gestaltung gibt. Übernehmen Sie jedoch am Ende Verantwortung für Ihre Bewerbung und erwarten Sie weder von einem Buch noch von Partnern, Freunden, Bekannten, ja nicht einmal von einem Coach die Entscheidung, welche Art der Darstellung, welche Formulierung im Anschreiben nun die richtige ist. Wenn Sie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen (und das ist ja das Ziel der Übung), dann müssen Sie zu Ihren Unterlagen stehen und die dort kommunizierten Inhalte auch vertreten – also hinter Ihrer Schriftform auch erkennbar sein.

Lebenslauf und Anschreiben sind fertig und mit den übrigen (vollständigen) Unterlagen in einer Mappe verstaut. Oder Sie haben alle Unterlagen eingescannt in Ihre elektronische Bewerbungsmappe. Auf den Weg damit! Ich drücke Ihnen die Daumen, dass es klappen möge mit der Einladung zum Gespräch. Und dann beginnt das Spiel – Das perfekte Auftreten im Bewerbungsgespräch – von Neuem!

Ihre Sabine Kanzler

 

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