Ladys first

22.01.2008

Wie viel verschiedene Lippenstifte haben Sie? In welchem Farbspektrum bewegen die sich? Und für welche Farbe entscheiden Sie sich, wenn Sie

  • zu einem Kundenbesuch aufbrechen?
  • sich für einen normalen Bürotag fertig machen?
  • sich "anhübschen" für ein gesellschaftliches Ereignis wie eine Party, einen Theaterbesuch oder wenn Sie gar um die Häuser ziehen wollen?
  • so richtig guten Eindruck machen wollen? Beim Vorstellungsgespräch um Ihren Traumjob?

Warum ich solch seltsame Fragen stelle, wo es doch hier um berufliche Themen gehen soll? Nun, ich habe im aktuellen "Capital" 02/2008 einen erstaunlichen Artikel über den Lippenstift gefunden. Erstaunlich für mich deshalb, weil ich über dieses Thema dort keine Aussagen erwartet hätte. Erstaunlich auch, weil ich über Rolle und Wirkung des Lippenstiftes dort neue, mir unbekannte Aspekte gefunden habe!

Da wird u.a. in einem kurzen Abriss der 5000jährigen Geschichte des Lippenstiftes beschrieben, welche Rolle rote Lippen im Laufe dieser Zeit gespielt haben: Die Farben Rot und Purpur als Farben der Macht, die zeitweise dem Herrscher vorbehalten waren, geschminkte Lippen als Zeichen der Zugehörigkeit der herrschenden Klasse im römischen Reich, als Zeichen der weiblichen Emanzipation - als Beispiel dafür die Suffragetten, die sich 1912 mit Signalrot auf den Lippen auf einen Protestmarsch begeben haben.

Im Zweiten Weltkrieg wird es nach "Capital" zahlenmäßig nachweisbar - und damit interessant für unser Thema "Beruf"! In den Umkleideräumen von Rüstungsbetrieben standen in den USA dem weiblichen Personal Lippenstifte zur Verfügung. Das habe sich nachweislich auf Stimmung und Arbeitsmoral der Angestellten ausgewirkt. In England und Deutschland sei die Lippenstiftproduktion zeitweise eingestellt worden. Die Folge? Ein Produktivitätsrückgang von 25%.

Nun stellen sich ja mehrere Fragen. Eine wäre, ob sich die Produktivität der männlichen Kollegen erhöht hat - was ich relativ leicht nachvollziehen könnte. Die erotische Wirkung von leuchtend roten Lippen ... eine Steigerung der Testosteronwerte hält den männlichen Organismus gesund und leistungsfähig und hat damit ja auch einen entscheidenden Einfluss auf Stimmung und Wohlbefinden. All das feuert ja bei der Arbeit an, nicht? Oder ging auch die Produktivität der weiblichen Mitarbeiter nach oben? Und wenn ja, wie kam diese Wirkung zustande? Einfach, weil es ein kleines bisschen Luxus im Alltag gab? Weil sie sich als gepflegter empfanden, sich damit wohler fühlten und ... siehe oben.

Die Frage bleibt auch, wie Sie, liebe Leserinnen, den Begriff "Produktivität" für sich im Arbeitsalltag definieren können und wollen. Stellen Sie fest, dass Ihre Produktivität in der Summe der Tage, in denen Sie geschminkt durchs Leben gehen, erhöht ist? Und welche Lippenstiftfarbe erweist sich dabei als besonders wirksam?

Unbestritten ist wohl, dass Menschen - ob Frau, ob Mann - sich wohler fühlen und damit auch beruflich erfolgreicher sind, wenn sie sich attraktiv fühlen. Frauen haben da für die Optik ein paar Möglichkeiten mehr als Männer. Sie nicht zu nutzen, wäre zumindest ungeschickt. In welchem Maße frau das tut, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, der guten Beratung z. B. durch eine Kosmetikerin und der kritischen Beobachtung des beruflichen Umfeldes, in dem man sich bewegt. Ob für einen selbst eher der Spruch "Weniger ist manchmal mehr." oder "Nun trau Dich doch mal, ein bisschen Farbe zu nehmen!" gilt, mag jede selbst entscheiden.

Jedenfalls werde ich jetzt erst mal meine Bestände inspizieren. Denn obwohl ich eher zu den Frauen gehöre, an denen die dekorative Kosmetikindustrie nicht reich wird, besitze ich doch mehrere Lippenstifte - in hell, in dunkel und in Farben irgendwo dazwischen. Und werde sie griffbereit in Wohnung und Handtasche verteilen. 5000 Jahre Erfolgsgeschichte geschminkter Lippen, da muss doch was dran sein!

Ihre
Sabine Kanzler

 

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