"Wenn’s schee macht ..."

26.02.2008

"Wenn’s schee macht ..." meinte vor ein paar Jahren Else Kling (die ehemalige Hausmeisterin aus der "Lindenstraße", ein richtig g’scherter bayerischer Besen...) in einer Reklame und nahm einen kräftigen Schluck Buttermilch. Das musste reichen! So einfach ist das heute nicht mehr.

Nicolas Hayek (der Hayek von "Swatch" und "Smart") hat George Clooney für den Verwaltungsrat seines neuen Öko-Unternehmens verpflichtet. Nun soll der zwar ein durchaus intelligenter Mensch sein, seine Kernkompetenz ist aber sicher eher sein schauspielerisches Talent verbunden mit seinem guten Aussehen und nicht betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit vertieftem Wissen über Hightechunternehmen in der Ökobranche. Damit verhält sich Hayek getreu den Umfrageergebnissen und den Ergebnissen von Sozialforschen. Die sagen nämlich, dass gutes Aussehen und Ausstrahlung die Karrierechancen enorm erhöhen. Speziell für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, gelte das.

George Clooney als Messlatte? Schlechte Zeiten für Normalos. Und der Zwang zu gutem Aussehen trifft heute nicht mehr nur Frauen, sondern auch Männer. In Zeitschriften wie dem ManagerMagazin – konzipiert für die Wirtschaftselite – wird immer wieder mal über die positive Wirkung von Schönheitsoperationen aller Art berichtet. Nein, nicht für die Gattin des Managers, die sich gegen die jüngere Konkurrenz behaupten will, sondern für den Manager selbst.

Physische Attraktivität löst leicht den so genannten Halo-Effekt aus: Es wird von der Physis auf andere Eigenschaften dieses Menschen geschlossen – und so kommt es gerne zu Verzerrungen in der Wahrnehmung und Beurteilung dieser Person. Im Allgemeinen werden attraktive Menschen positiv verzerrt – intelligenter - wahrgenommen. Jugendliches Auftreten und eine schlanke (und im besten Falle durchtrainierte) Figur suggerieren Energie, Gesundheit und Belastbarkeit. Nun hat aber körperliche Attraktivität mit Intelligenz und beruflichem Potential nicht zwingend zu tun, eher mit Vererbung oder mit viel Zeit, die jemand im Fitnessstudio verbracht hat.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für Sie, für mich ... für alle, die im Berufsleben stehen und auch (je nach Alter und persönlichem Ehrgeiz) vorankommen wollen? Sollte man alles tun, um so schön wie möglich zu werden? Schnibbeln und straffen lassen, Solarium, Färbemittel, Diäten und Sport? Oder wäre es eher sinnvoll, so schön wie nötig zu sein? Auf sich achten, gepflegt auftreten, regelmäßig die Haare schneiden lassen etc., aber ohne daraus ein Feierabend füllendes Programm zu machen?

Vielleicht hilft Ihnen ja der Besuch der folgenden Website http://www.faceresearch.org/ weiter. Die Betreiber, experimentelle Psychologen an der University of Aberdeen, haben ein Gesicht aus 30 realen Mädchengesichtern synthetisiert. Dieses (künstliche) Gesicht wird von meisten Personen als das attraktivste beurteilt. Der Preis? Es ist ohne großen Wiedererkennungswert, eher austauschbar. Wenn Sie also die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers auf sich ziehen und behalten wollen, wenn Sie wieder erkannt werden wollen, dann ist das unvollkommene, dafür aber eigene Aussehen auf Dauer wohl Erfolg versprechender. Und es ist gut zu wissen, dass Schönheit immer auch im Auge des Betrachters liegt. Geist, Benehmen, gute Laune und die berühmte soziale Kompetenz kann ja jeder ohne Chirurgie und Kosmetik erwerben. Dieser Erwerb kostet halt ein bisschen Mühe, das Ergebnis übersteht dafür aber auch eine Zeit der kulinarischen Sünden und der körperlichen Faulheit unbeschadet und ist deutlich leichter in den Alltag zu integrieren.

Für welches Vorgehen entscheiden Sie sich also, wenn Sie dem nicht ganz so schönen Teil der Menschheit angehören? Wollen Sie dem allgemeinen Trend zum Styling nachgeben? Auf die (hoffentlich) alles ins berufliche Lot bringende Schönheitsoperation sparen? Oder leben Sie im Bewusstsein, dass Schönheitsideale sich immer mal wieder ändern? Allerdings braucht es dazu eher Generationen, also kein Lösungsansatz in diesem einzigen Leben für das erfolgshungrige Individuum! Sie können auch in dem Bewusstsein leben, dass man sich auch so durchsetzen und etwas werden kann. Denn schließlich ist Napoleon ja nicht an seiner Größe gescheitert!

Ihre
Sabine Kanzler

 

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