Camille Flammarion, L'Atmosphere: Météorologie Populaire (Paris, 1888), pp. 163
 

Das Ende ist nahe!

18.12.2012

Nun sind wir also beim Ypsilon angekommen, genauer gesagt: bei der „Generation Y“! Nach dem nächsten Buchstaben, dem Z, ist es vorbei – und was kommt dann? Fangen wir wieder mit dem A an? „A“ wie „Anfang“? Wie „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“? Nachdem wir uns ebenso stilvoll mit Hermann Hesse von allem vorher verabschiedet haben: „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!” Wenn das so stimmt, dann kann es ja mit der nächsten oder übernächsten jungen Generation und damit mit der Welt nur gewaltig aufwärtsgehen!

Die „Generation Y“ also ist jüngstes Umfrageergebnis erkenntnishungriger Soziologen! Eine kleine Fleißarbeit mittels Google fördert Wissen unterschiedlichster Art zum Thema und seinen Seitenrändern zutage.

Es gibt mehrere Studien zur Lebenseinstellung junger Leute. Die der Bertelsmannstiftung, die Shell-Studie, die Sinus-Studie sind die bekanntesten und die am häufigsten zitierten. Fast jährlich erscheint eine von ihnen. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt identisch.

Systematisches Abarbeiten des Alphabetes zeigt weiterhin, dass es so gut wie zu jedem Buchstaben die passende Generation gibt. Diese beschriebenen „Generationen“ folgen fast im Jahresrhythmus aufeinander oder wurden parallel zueinander veröffentlich. Es gibt also wohl Parallelgenerationen. Kann man Mitglied mehrerer „Generationen“ sein? Und was sagt diese Tatsache über die Relevanz der jeweiligen Veröffentlichung aus? Haben wir außerdem nicht irgendwann einmal gelernt, dass eine Generation etwa 25 Jahre umfasst, in Folge der demografischen Entwicklung tendenziell eher 30 Jahre? Ein erstes Staunen macht sich breit. Nicht nur ein bisschen, nein, sehr breit!

Ohne hier alle „Generationen“ aufzählen zu wollen, die zu finden sind, seien hier doch die erstaunlichsten, witzigsten oder die mit der größten Aussagekraft wenigstens kurz benannt!

Generation Benedikt („Wir sind Papst!“), Generation Chips – was junge Leute in die Fettsucht treibt (falsche Ernährung und hoher Medienkonsum!), Generation CEO (für mehr weibliche Vorstände und Geschäftsführer), Generation Facebook, Hip-Hop oder Internet (selbsterklärend), Generation doof (noch selbsterklärender!), Generation Golf (die beste kostenfreie Werbung für VW, die man sich denken kann!), Generation Praktikum (entpuppte sich als Mythos, der eher auf gefühlten als erhobenen Daten basierte) und schließlich und endlich die Turnschuhgeneration. Joschka Fischer gab ihr ein Gesicht, als er bei seiner Vereidigung im hessischen Landtag welche trug. Auf der Straße sind sie heute immer noch zahlreich zu sehen, nur spricht keiner mehr darüber. Aber immerhin haben es seine ins Museum geschafft.

Das alles im Hinterkopf betrachten wir nun die Aussagen zur Generation Y. Ist sie so besonders, diese junge Generation? Besonderer als alle jungen Generationen vor ihr? Und was wird wohl aus ihr werden?

Sie ist mit Sicherheit anders „besonders“: Sie hat andere Erfahrungen gemacht. Die Welt stand diesen jungen Leuten offen wie noch nie jemandem vor ihnen. Sie sind, gemessen an früheren Generationen, in materieller Sicherheit groß geworden. Sie gelten als technologieafin, aufgewachsen mit E-Mails, Internet, Mobiltelefonen. Informationen stehen zur Verfügung – fast immer und immer schnell. Ihre Sozialisation durch all diese Möglichkeiten hat ein verändertes Verständnis der Welt mit sich gebracht. Auf dieser Grundlage handeln und entscheiden sie und sie werden ohne Zweifel die Welt damit verändern. Wie jede Generation das vorher auch getan hat mit ihren neuen Ideen vom Leben und von den Dingen. Wie das damit attestierte andere Denken inklusive der anderen Denkmuster und die veränderte Informationsverarbeitung sich auf die lange Distanz auswirken und gar bewähren wird, wird man sehen. In 20 Jahren vielleicht.

Selbstbewusst seien sie, so sagen die einen. Gut ausgebildet und extrem anspruchsvoll, was ihren Job anginge. Der Fachkräftemangel mache sie zur begehrtesten Generation auf dem Arbeitsmarkt seit Langem. Verwöhnt seien sie, sagen andere. Und sie hätten ein schlechteres Fachwissen und eine geringere Führungsbereitschaft als die Absolventen früher. Wer behütet aufgewachsen ist, wer Aufmerksamkeit, Förderung und Lob der Eltern erfahren hat, der entwickelt ein anderes Lebensgefühl, der traut sich etwas zu. Ob das immer realistisch ist, ist eine ganz andere Frage. Viele junge Leute sind mit der Vorstellung „Was kostet die Welt? Ich will sie kaufen!“ ins Leben gezogen. Mancher hat erfahren müssen, dass die Welt im Normalfall teuerer ist als gedacht und dass die eigenen Rücklagen nicht reichen für einen Kauf. Auch den Ypsilonern wird diese Erfahrung mit Sicherheit nicht erspart bleiben.

Wünschen wir uns allen Glück. Und dazu frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013!

Ihre
Sabine Kanzler

Bild: Wikipedia - The Flammarion engraving is a wood engraving by an unknown artist that first appeared in Camille Flammarion's L'atmosphère: météorologie populaire (1888).

 

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Sabine Kanzler-Magrit
 

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