Das Erscheinungsbild von Alphatierchen … [Teil 1]

09.11.2010

Man kann eigentlich schon fast die Uhr danach stellen. Ganz gleich, wie groß die Erfolge des jeweiligen Trainers woanders waren, ebenso egal, wie gut die letzte Saison verlaufen ist - sobald es kriselt, ist der FC Bayern mit Weltuntergangsstimmung in den Schlagzeilen und macht den Schuldigen für die drohend heraufziehende Katastrophe aus. Und so, wie im Krimi der Mörder immer der Gärtner ist, ist es dort der Trainer. Das ist speziell im Fußball regelmäßige Praxis, wir wissen es und man kann es in der Sportberichterstattung verfolgen. Aber kein Verein zelebriert diesen Akt so schön, so regelmäßig und so vorhersehbar wie der FC Hollywood.
 
Solchem Spektakel könnte man ja amüsiert und völlig entspannt zuschauen, erinnerte es einen nicht so fatal an Situationen im eigenen Jobumfeld. Als Betroffener und ggf. Leidtragender geht dann doch oft die Gelassenheit verloren
 
Nichts gegen Alphatiere. Jedenfalls nicht grundsätzlich. Es sind Macher, sie ergreifen die Initiative, sie gehen neue Wege und trauen sich Dinge zu, bei denen der "normale" Mensch weiche Knie bekommt. Dafür einerseits geschätzt sind sie dennoch auch unheimlich - irgendwie. Und sie machen oft nervös - mindestens. Angst machen sie, wenn in ihrem Auftreten keine ausgeglichene Persönlichkeit voller gelassener Stärke sichtbar wird, sondern jemand, der in seinem Verhalten an Figuren aus der Daily Soap erinnert.
 
Dann fallen dem Betrachter (also Ihnen und mir) Fragen ein, die keiner beantworten kann. Oder am Ende einfach nicht beantworten will?
 
Merken diese "Alphatiere" eigentlich, was sie da machen?
Machen die das gerne und mit der Überzeugung, der Retter in dieser schwierigen Zitation zu sein?
Glauben die, was sie sagen? Glauben sie wirklich, alles zu wissen? Besser natürlich!
 
Oder ist das nur ein nicht zu bremsender Reflex? Es geht etwas schief und patsch! Wie mit der Fliegenklatsche trifft es das Gegenüber: den Trainer, den Mitarbeiter, der die Aufgabe zu bearbeiten hatte, den Vorgesetzten, dessen Abteilung als Quelle des Übels idenfiziert wurde, den Kollegen, der eine andere Meinung vertreten hat. Und je höher das Alphatier in der Hierarchie steht, umso mehr Auswahl zur Schuldverteilung hat es ja.
 
Last, but noch least: Wie viel Reflexionsfähigkeit steckt in so einem Alphatier? Denn die regelmäßig praktizierte Lösung "Schuld ist immer der andere" kann es doch nach aller Wahrscheinlichkeit nicht sein. Blendet man in dieser Rolle das einfach aus?
 
Wie lange kann so etwas gut gehen? Was macht man, wenn man sich in so einem Umfeld bewegt? Wie reagiert man, wenn man selber den Ehrgeiz hat, als Alphatier ein Rudel zu führen?
 
Fragen über Fragen! Der Versuch, wenigstens ein paar Antworten zu finden, demnächst hier im Blog …
 
Ihre
Sabine Kanzler

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Sabine Kanzler-Magrit
 

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