Der Spatz in der Hand

11.01.2010

"Soll ich nun … oder lieber doch nicht?"

Er hatte sich fürs letzte Jahr eigentlich fest vorgenommen, dass es nun endlich einen sichtbaren Schritt nach vorne geben müsse in seiner Karriere. Blöderweise war ihm diese dämliche Wirtschaftskrise dazwischen gekommen.

Sicher, er war noch jung. Erst Anfang 30 und das ganz real, keine schmeichelhafte Umschreibung für einen 34jährigen! Das ist schließlich kein Alter, wenn man beruflich noch weiter will. Und bisher war es nicht schlecht gelaufen. Erst ein Mittelständler mit gutem Renommee, jetzt ein Konzern, alles in allem etwa 5 Jahre Berufserfahrung mit fachlich anspruchsvollen Themen. Trotzdem! Zum Konzern war er gewechselt, weil er sich dort ein schnelleres Vorankommen versprochen hatte: die Übertragung von Projektverantwortung, wenigstens die von einem Teilprojekt, wenn es schon nicht die richtig interessanten (und zugegebenermaßen auch richtig großen!) Projekte sein konnten. Oder, alternativ, die Aufnahme in ein Nachwuchsprogramm für Führungskräfte. Aber nichts davon! Und sein Chef hatte bisher auf seine Nachfragen in dieser Richtung auch eher etwas spröde reagiert. Man hätte schwere Zeiten, da müssten alle kürzer treten. Er wisse ja, ein Teil dieser Programme sei momentan auch eingefroren …! So hatte er sich das nicht vorgestellt bei seinem Einstieg. Na ja, wenigstens das Geld stimmte!

Aber vor ein paar Wochen endlich Bewegung. Ein Ende der Starre auf dem Arbeitsmarkt? Egal, wenn schon nicht allgemein, dann offenbar doch auf seinem individuellen: Man hatte Interesse an ihm signalisiert für eine Teamleiterstelle! Allerdings extern, nicht durch seinen Arbeitgeber. Und ja, er war doch ein bisschen geschmeichelt, dass seine Kompetenzen nun doch auch nach außen sichtbar wurden.

Allerdings war das Unternehmen lange nicht so cool wie sein jetziger Arbeitgeber. Schon ok, solide irgendwie, ein Mittelständler eben. Man könne etwas bewegen, man habe flache Hierarchien, in den nächsten Jahren gäbe es für fähige Nachwuchsführungskräfte interessante Positionen zu besetzen. Das meinten sowohl der Personalberater, der ihn angesprochen hatte, als auch der zukünftige Vorgesetzte. Der Haken? Nun ja, das Gehalt. Das wäre schon ein Rückschritt. Kein riesiger, aber ein spürbarer. Und eigentlich müsste so eine Position mit Personalverantwortung doch besser bezahlt sein als eine ohne.

Das hatte er auch deutlich gemacht … worauf sich die Stimmung deutlich abgekühlt hatte. So seien die Konditionen, man sei nun mal kein Konzern und er könne sich ja in der neuen Position bewähren. Dann könne man gerne nach Ablauf der Probezeit, besser noch nach etwa einem Jahr, noch mal ins Gespräch kommen. Vorher könne man noch ein paar Kriterien festlegen, woran sich denn der Erfolg in der neuen Funktion für alle eindeutig bemessen lasse.

Solle er nun … oder lieber doch nicht? Schließlich stimme ja das Gehalt. Und sein jetziges Unternehmen war mit den Produkten schon sehr cool! Vielleicht, wenn er noch mal mit seinem Chef sprechen würde … dieses Jahr, spätestens im nächsten muss die wirtschaftliche Entwicklung ja wieder besser werden … und Anfang 30 ist ja noch kein Alter!

Mit den besten Grüßen wünscht Ihnen auch im neuen Jahr viele richtige Entscheidungen

Ihre
Sabine Kanzler

 

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Sabine Kanzler-Magrit
 

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