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Im Zeichen der Schlange

19.06.2012

Schlangen vor dem Postschalter. Alles Paketträger. Viele haben nicht nur ein Paket vor sich, nein, sie balancieren ganze Stapel vor sich her. Immer und an jedem ganz normalen Wochentag, nicht nur zur Weihnachtszeit. Da rechnet man ja damit!

Sind wir ein Volk von großzügigen Schenkern geworden, das seine Lieben in der Ferne mit Gaben aller Art beglücken? Eine genauere Inspektion der Pakete zeigt: Alle waren schon mal offen, die meisten wurden mit Klebebändern und abenteuerlich anmutender Technik wieder zugeklebt. Es gibt dafür nur eine Erklärung: Alles Remittenden! Deutschland geht online und kauft online! Angesichts der oben beschriebenen Schlangen hat wohl doch nicht jeder geschrien vor Glück!

„Der Onlinehandel steht voll im Trend – die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand: Bequemlichkeit, Vergleichsmöglichkeit, breitere Auswahl, Zeitersparnis“ schreibt der Kollege Bayer im Blog nebenan.

Alles richtig, nur die Sache mit der Qualität ist und bleibt schwierig. Um die festzustellen, hat der Kauf im Internet zweifellos seine Tücken. Bei hochwertige (und teuren) Marken alles kein Problem. Die kennt man, die hat man schon gesehen, da weiß man, was man hat. Aber sonst? Bei Bekleidung beispielsweise? Ein Foto verspricht viel. Selbst das lappigste Shirt oder Kleid wirkt, professionell fotografiert, an einem Model mit Idealmaßen wie ein Designerstück. Und die „gute Hose“ ist auf den Bildern der Website bei dem gepflegt wirkenden Herrn auch nie zu lang oder (schlimmer noch!) zu kurz. Unzulänglichkeiten entpuppen sich erst, wenn der endgültige Besitzer probiert, was er da bestellt hat. Man kann nur hoffen, dass ihm die beim kritischen Blick in den Spiegel auch auffallen.

Andererseits: Im Warenangebot ist die Suchmöglichkeit im Internet und in Onlineshops kaum zu schlagen. Jeder, der schon mal im Einzelhandel nach Produkten gesucht hat, die auch nur ein bisschen neben dem Mainstream oder dem, was gerade “in“ ist, liegen, weiß ein Lied von der Mühsal der Beschaffung zu singen. Es ist ein Kauferlebnis der besonderen Art, meist endend mit Müdigkeit, Frust und einem wenig zufriedenstellenden Kompromiss zwischen Wunsch und gekaufter Wirklichkeit.

Bleiben die Vergleichsmöglichkeiten, die der Kunde im Netz hat und die ihn zufrieden machen. Um vergleichen zu können, braucht man Informationen, die man klassischer Weise in der Beratung im Einzelhandel erhält. Oder erhalten sollte.

Die Idee, sich die im Shop vor Ort zu holen, ist bestechend. Was aber, wenn man auf dem platten Land und somit weitab vom Schuss wohnt? Wenn der Weg also weit ist und somit in keinem Verhältnis zum Preis einer Anschaffung steht? Da glaubt man dann wohl am besten den vollmundigen Beschreibungen, die man im Onlineshop findet? Und übt sich in Gelassenheit, wenn die Realität eine andere ist?

Im Alltag hat die schöne neue Welt des E-Commerce also durchaus ihre Haken und Ösen. Sie findet ihre Begrenzung auch in hoffnungslos altmodischen Kunden, die Produkte einfach gerne anfassen, riechen und auf deren Knöpfchen drücken möchten, für die Einkaufengehen auch mit Spaß und Sinnlichkeit verbunden ist, mit Sehen und Gesehen werden, mit dem Cappuccino oder dem Eisbecher nach der erfolgreich geschlagenen Einkaufsschlacht.

Und die Conclusio dieser Überlegungen? Kommen wir auf die beobachteten Schlangen am Anfang dieses Artikels zurück! Im chinesischen Horoskop ist das kommende Jahr 2013 das Jahr der Schlange. Es gilt als Jahr der Überraschungen - sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Spätfolgen des laufenden Jahres kommen danach zum Vorschein und gemachte Fehler müssen glattgebügelt werden. Wer sorgfältig plant und überlegt handelt, wird dafür jedoch gemeinhin auch belohnt und am Ende des Jahres sollte die Bilanz dann überwiegend positiv ausfallen.

So gesehen, geht doch der Online-Handel prächtigen Zeiten entgegen, wenn er es nur klug genug anstellt, oder?

Ihre
Sabine Kanzler

Bildquelle: wulfmachine / flickr.com

 

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Sabine Kanzler-Magrit
 

Sabine Kanzler-Magrit

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