Lamento

15.04.2011

Dem Unternehmen geht es schlecht. Also nicht richtig dramatisch schlecht! Man muss nicht um sein Bestehen fürchten, man ist auch immer noch einer der Großen und Bekannten, aber eben nicht mehr so unumstritten wie in der Vergangenheit. Und die ist wahrhaft bedeutend! Da war man wer, da war man Top-Arbeitgeber, da kam niemand an einem nicht vorbei.

Angefangen hatte es mit dem Ausscheiden des langjährigen operativen Leiters. Mit dem hatte es zwar auch Aufs und Abs gegeben, der war nach einem Einbruch der Geschäfte für eine Zeit auch schon mal zu einem anderen Unternehmen gewechselt. Natürlich waren Worte gefallen, die man besser nicht gesagt hätte. Aber man hatte ihn zurückgeholt, als sein Nachfolger sich nach einiger Zeit als untragbar erwiesen hatte. Aber leider stand der nur begrenzte Zeit zur Verfügung und wollte keinen längerfristigen Vertrag.

Ein charismatischer Nachfolger wurde verpflichtet. Worte wie „Querdenker“ fielen, von einem Mann „der neue Wege geht“. Und man sei sehr stolz, dass er sich für dieses Unternehmen entschieden habe, er habe ja auch andere Angebote gehabt. Leider entpuppte er sich als nicht so alltagstauglich, wie anderswo erzielte Erfolge es hatten hoffen lassen. Seine Entlassung war unausweichlich, denn der Stil passe einfach nicht zu dem des Hauses.

Jetzt besann man sich und entschied sich fürs Handfeste: einen gestandenen Mann – jahrelang erprobt, im internationalen Geschäft erfahren. Seine überragenden Erfolge sprachen für ihn. Sein Einstieg war fulminant. Der Erfolg kam wieder – auf ganzer Linie. Man war wieder ganz oben! Welch ein Glück!

Aber das Glück ist ja ein Schmetterling, es flattert herum und entwischt bekanntlich dem, der ihm nachjagt. Denn es geht dem Unternehmen schlecht. Wieder. Also nicht richtig dramatisch, aber doch so, dass man sich Gedanken machen muss, ob denn der derzeitige Leiter des operativen Geschäftes wirklich der Richtige ist. Um es kurz zu machen: Er ist es nicht!

Seine Entlassung sei „Ausdruck der Unzufriedenheit und Sorge“ und der Vorstand habe „zu dieser Entscheidung keine Alternative mehr gesehen“. Und dann fielen noch Worte von Problemen, die man sich durch die Person des operativen Leiters selbst gemacht habe, von einer seiner Entscheidungen, mit der „auf Deutsch gesagt“ die Scheiße losgegangen sei....

Der Beobachter dieser Entwicklung fragt sich: „Wie konnte man sich nur so täuschen in der Einschätzung der Person?“ Er fragt sich weiterhin: „Wie konnte man sich nur immer wieder so täuschen?“ Der Vorstand hat die beschriebenen Personalentscheidungen getroffen und der ist seit Jahren derselbe geblieben.

Ein Nachfolger ist übrigens schon verpflichtet.

Ihre
Sabine Kanzler

PS: Ähnlichkeiten mit Veröffentlichingen über Unternehmen und Vereine, über die von Zeit zu Zeit in den Medien berichtet wird, sind nicht rein zufällig.

 

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Sabine Kanzler-Magrit
 

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