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Was Hänschen nicht lernt ...

Hänschen und das Lernen

Sie erinnern sich an Hänschen? Der mit seiner Schwester die große, weite Welt erobern wollte und im tiefen Wald gelandet war? Nach den traumatischen Erfahrungen im Hexenhaus hatte er seine Lehren aus den Ereignissen gezogen und eine Ausbildung gemacht. Der große Wurf, der ihm für immer auf eine sichere und einträgliche Position in einem Unternehmen eingebracht hätte, ist es nicht geworden. „Aber“, so sagt er sich, „das ist ja eher normal heute, wenn ich mich bei Kollegen und Bekannten so umschaue. Kaum einer bleibt sein Leben lang bei einem einzigen Arbeitgeber, und selbst, wenn man nicht die Firma wechselt, so können sich doch die Aufgaben verändern!“

Natürlich hat Hänschen dabei auch im Kopf, mehr aus seinem beruflichen Leben zu machen: mit mehr Spaß, mehr Inhalt, mehr Verantwortung und ja, auch mit mehr Geld! Denn er ist in der Zwischenzeit erwachsen geworden –  in seinem Lebensalter und auch in seinen Einstellungen – und deshalb nennen wir ihn nicht mehr „Hänschen“, auch nicht „Hänsel“, nein, er ist jetzt Hans.

Und wie er so sinniert, wie das alles gehen könnte, fällt ihm ein altes Sprichwort ein: Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr! Sorge macht sich breit. Sollte jetzt wirklich alles vorbei sein? Keine Weiterentwicklung? Kein neues Wissen? Stand es wirklich so schlimm mit der Lernfähigkeit, wenn man Schule und Ausbildung und seiner Jugend Blüte hinter sich hatte?

Eine Stunde und etliche Googleabfragen später ist Hans beruhigt. Das Gehirn sei selbst bis ins hohe Alter aufnahmefähig und in der Lage, neue neuronale Verknüpfungen zu bilden. Erleichterung und Aufatmen! Dazu die schier unendliche Menge an Instituten, die Weiterbildungen aller Art und in jeder Komplexität anbieten. Alle Möglichkeiten standen ihm noch offen! Ein derart boomender Weiterbildungsmarkt MUSS die entsprechende Anzahl an Teilnehmern haben, die etwas lernen wollen. Denn wie würden die sonst überleben können?

Die Preise, die Hans so sieht, machen ihn ein bisschen nachdenklich. Weiterbildung, je mehr sie qualifiziert, kostet offensichtlich neben den Anstrengungen Geld. Teilweise sogar richtig viel Geld! Und so fängt er an, darüber nachzudenken, wo dieses Geld herkommen könnte. Neben der Zeit, die man für solche Maßnahmen auch noch aufwenden müsste ...

Als Erstes fällt ihm der Staat ein. Schließlich hat jeder Mensch ein Recht auf Bildung und Ausbildung. Aber für Erwachsene, die schon im Berufsleben stehen, zeigen sich schnell Grenzen. Sicher, es gibt Bundesländer mit einem Bildungsurlaubsgesetz – aber das deckt bei längerfristigen Maßnahmen nur einen Teil der aufgewendeten Zeit ab. Volle Kostenübernahme der anfallenden Gebühren? Pustekuchen! Zuschüsse gibt es, wenn man Glück hat.

Hans ist ernüchtert, aber nicht entmutigt! Schließlich sucht sein Arbeitgeber immer wieder neue und qualifizierte Mitarbeiter. Die Zeitungen sind voll vom Fachkräftemangel und Employer Branding verheißt, dass Firmen investieren, um für Bewerber attraktiv zu sein. Warum sollte sein Unternehmen nicht auch in ihn investieren und seine Fortbildung bezahlen? Dazu noch die Freistellung, die er braucht. Als Lohn für dieses Invest würde er seinem Chef einen loyalen und äußerst engagierten Mitarbeiter in Aussicht stellen.

Wider erwarten reagiert sein Chef nicht übermäßig begeistert. Man könne über einen Zuschuss reden – vielleicht, wenn Mittel dafür vorhanden seien, aber eine Freistellung? Das doch eher nicht. Schließlich könne er ja auch seine Freizeit fürs Fortkommen investieren. Ach, und übrigens habe er hier noch etwas! Diese 2-tägige Fortbildung, die demnächst im Unternehmen angeboten werde, würde doch seinen Kenntnisstand auf seinem Arbeitsplatz vertiefen. Das wäre doch etwas für ihn. Nein, eine weiterführende Qualifizierung für einen höherwertigen Job sei das nicht, mehr Geld gebe es auch nicht, wenn er teilnehme, schließlich bezahle das Unternehmen ja die Maßnahme.

Hans versteht die Welt nicht mehr. Er will sich doch weiterentwickeln! Er will doch dazu lernen! Reicht das denn nicht? Muss er tatsächlich Freizeit und Urlaub dafür opfern? Und auch noch die Kosten selber tragen?

Vielleicht können Sie Hans ja bei seinen Überlegungen weiter helfen? Vielleicht hat solch eine Investition für Sie ja in der Vergangenheit eine gute Rendite erbracht?
 
Ihre
Sabine Kanzler

 

Bild: Gerd Altmann  / pixelio.de

 

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Sabine Kanzler-Magrit
 

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