Frau mit pinken Boxhandschuh
 

Die Y-Generation und der Bachelor

Zwei Herausforderungen für den Arbeitsmarkt

Generation Y

Mit der Generation-Y werden die jungen Menschen bezeichnet, die nach 1980 geboren sind. Diese „Millennials“ – von Soziologen so genannt, weil sie um das Jahr 2000 Teenager waren – sind meist durch einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss ausgebildet.

Nach Ansicht von Andreas Parment von der Stockholm University School of Business, Autor eines Buches über die Ypsiloner, seien diese „die anspruchsvollste und selbstbewussteste Generation seit Langem“. Das ist vielleicht darauf zurück zu führen, dass es sich bei ihnen um die erste Generation handelt, die mit dem Internet aufgewachsen ist.  Die Generation Y ist dadurch vertrauter mit technischen Neuheiten.

Generation Y mit anderen Ansprüchen an den Job

Was die Y-Generation weiterhin gegenüber der vorangegangen auszeichnet, sind Kreativität, Flexibilität und Dynamik. Sie bringen andere Vorstellungen mit in das Unternehmen. „Die jungen Menschen suchen Herausforderungen, ein Job muss für sie spannend und abwechslungsreich sein“, äußerte sich Thomas Sigi, Personalvorstand bei Audi. „Sie wollen auch Verantwortung übernehmen, aber stärker für Inhalte und Sachthemen.

Führungsverantwortung oder ein Aufstieg in der Hierarchie sind für sie nicht mehr so erstrebenswert wie für die Generationen vor ihr.“ Demnach muss die Work-Life-Balance stimmen, dann kommt es auf ein paar Euros weniger in der Tasche nicht an. Die Ypsiloner wollen sich im Unternehmen wohl fühlen und nicht nach kurzer Zeit den Wunsch nach Abwechslung oder Veränderung verspüren.

Persönliche Entwicklung wichtiger als Führungsverantwortung

Ihnen liegt viel an persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten in einer modernen Firma. Modern im Sinne von Konferenzschaltung per skype, Kommunikationsaustausch über Blogs und Communities, flache Hierarchien. Und wo flache Hierarchien bestehen, da brauchen die Ypsiloner nicht ehrgeizig eine Führungsposition anzustreben. Viel eher wird versucht, Verantwortung für Themen und Projekte, und nicht für Personal, zu übernehmen.

Dass diese  Ansprüche der Y-Generation zu Konflikten mit Arbeitgebern führen können, scheint nicht überraschend. Die Führungskräfte sind mit dem selbstständigen Ypsiloner überfordert, wenn er keine Autoritäten anerkennt, sich nicht auf negative Kritik einlassen kann und so gar nicht den Ehrgeiz und die Ellbogen-Mentalität für den Weg nach oben zeigt. 

Hinzu kommen „traumtänzerische Vorstellungen", so Alexandra Beisch von der Saphir-Personalberatung der Steinbeis-Hochschule. In Erinnerung an einen jungen Mann bei einem Vorstellungsgespräch in einem mittelständischen Unternehmen, der den Inhaber um die Verlegung des Firmensitzes bat, weil das jetzige Gebäude nicht schön genug sei.

Unternehmen und Arbeitnehmer müssen sich entgegenkommen

Zwischen Unternehmern und den jungen Arbeitnehmern muss darum Einigkeit in der Arbeitsführung, den Arbeitsmitteln  und –methoden bestehen. Nur bei einem gemeinsamen Entgegenkommen werden beide Seiten von dem Arbeitsverhältnis profitieren. Die Führungskräfte finden sich mit Unterstützung der Y-Generation mit technischen Neuheiten leichter zurecht. Dem Ypisloner bietet sich ein abwechslungsreiches und modernes Arbeitsumfeld. Und auf diesem Wege lassen sich Fluktuationen vorbeugen, denn eine langfristige Zusammenarbeit lohnt sich. Firmen möchten keine Job-Hopper einstellen und der junge Arbeitnehmer möchte nicht als Job-Hopper enden.

Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de

 
Zwei Köpfe mit whatsapp gefüllt
 

 

Der Bachelor

Und wie steht nun die Generation Y mit dem Bachelor in Verbindung? Die Y-Jahrgänge sind nicht nur diejenigen, die als erste Generation mit dem Internet aufgewachsen sind. Sie sind auch die Ersten, die sich mit den Ergebnissen der Studienreform von 1999 auseinander zu setzen hatten.

Mit der Umstellung des Hochschulsystems von Diplomstudiengängen auf Bachelor-/Masterabschlüsse im Jahr 1999 sahen sich sowohl Studenten, als auch Arbeitgeber mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Ziel der Studienreform  war die Verkürzung der Studiendauer, die Vergleichbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Studienabschlüssen sowie eine erhöhte Praxisorientierung. Die Studenten sollen später eine höhere Mobilität und Auslandserfahrungen aufweisen können.

Akademischer Grad ist nicht gleich Berufsqualifikation

Die Überlegungen der Reformer waren nicht verkehrt, nur leider auch nicht so ohne weiteres umsetzbar. Nicht umsonst kam es vor drei Jahren zu Studentenbewegungen. Die Studenten missbilligen bis heute das verschulte System, Überschneidungen von Lehrangeboten, wenig Wahlmöglichkeiten und den Stress, so viele Module und Praktika in drei Jahren ablegen zu müssen. Und was am Ende dabei herauskommt, der Abschluss, damit ernten die Studenten dann auch keine Lorbeeren. "Die Unternehmen brauchen Persönlichkeiten, nicht nur Absolventen", kritisiert Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, die Studienreform. Man habe zwar einen akademischen Grad, aber nicht unbedingt die nötige Berufsqualifikation erworben.

Die Mehrheit der Bachelorstudenten strebt anschließend einen Masterabschluss an, weil sie ihr Wissen ausbauen und Kompetenzen verstärken möchten. Doch die Nachfrage nach Masterstudienplätzen ist größer, als das Angebot. Ratsam ist es darum, während des Studiums ein Praktikum zu machen und dann dort gegebenenfalls schon nach dem Bachelorabschluss einzusteigen.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

 

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