Eier mit aufgemalten Gesichtern

Bild: topgold | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

 

Studie: Führungskräfte leiden unter Stress

Leitende Angestellte in Sandwich-Positionen besonders gefährdet

Deutsche Arbeitnehmer sind gestresst, vor allem leitende Angestellte fühlen sich ausgebrannt. Das hat die Stressstudie „Bleib locker, Deutschland!“ der Techniker Krankenkasse ergeben, bei der 1.000 Erwachsene zu ihrem Stresslevel befragt wurden. Dabei gaben acht von zehn Managern an, gestresst zu sein, drei von zehn stehen sogar unter Dauerdruck, wobei jene in sogenannten Sandwich-Positionen besonders gefährdet sind.

Gemeint sind die Führungskräfte, die zwischen zwei Hierarchieebenen stehen und sowohl dem Vorgesetzten als auch den Mitarbeitern gerecht werden müssen. Hinzu kommen häufig noch die Bedürfnisse der Familie.

Stresssymptome werden oft unterschätzt

Die Dauerbelastung führt bei vielen leitenden Angestellten zu Erschöpfung, Nervosität, Gereiztheit und dem Gefühl, ausgebrannt zu sein.

Erste Anzeichen werden dabei häufig ignoriert, so die Ansicht des TK-Psychologen Heiko Schulz. „Viele von ihnen halten erste Warnzeichen, etwa wenn sie schlecht schlafen oder abends nicht mehr abschalten können, für normal und vernachlässigbar.“ Genau dies könnten jedoch Frühwarnanzeichen für Burnout sein, so der Psychologe. Sein Rat: „Das Gegenprogramm zu Burnout heißt Achtsamkeit, also ein bewusster Umgang mit sich selbst – und mit anderen.“

Gestiegener Stresspegel durch zu hohe Arbeitsbelastung

Zu den Gründen für den hohen – im Übrigen in den letzten Jahren stark gestiegenen – Stresspegel nannten leitende Angestellte verschiedene Gründe. Für 74 Prozent ist eine zu hohe Arbeitslast ausschlaggebend, während 69 Prozent unter starkem Termindruck leiden. Zudem wurden Unterbrechungen während der Arbeit angeführt (57 Prozent), Informationsüberflutung (54 Prozent), sowie ungenaue Anweisungen ihrer Vorgesetzten (40 Prozent).

Stress entsteht im Kopf

Die Studie zeigt abschließend auch, dass Stress nicht zwangsläufig negative Auswirkungen haben muss. Immerhin zwei Drittel der Befragten gaben an, sich von Stress angespornt zu fühlen, jeder Dritte schöpfe Potentiale sogar erst unter Druck richtig aus. Letztlich entstehe Stress vor allem im Kopf, ist sich Psychologe Heiko Schulz sicher. Wer glaube, eine Situation nicht bewältigen zu können, habe beste Chancen tatsächlich zu scheitern. Stattdessen sollten Probleme mit Tatendrang direkt angegangen werden.

Quelle: Techniker Krankenkasse

Siehe auch: Zufriedenheit im Job: Studie zeigt, was wirklich zählt

25.04.2014

 

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