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Das Gap Year

Studium – Lücke – Studium – Arbeit

Am Anfang stand fest: ich studiere, bspw. das überall einsetzbare BWL als Bachelor. Soweit so gut. Drei Jahre, wenn ich hart anpacke, Seminare besuchen, an Vorlesungen teilnehmen und Übungen machen. Danach dann zwei Jahre um den Master in Betriebswirtschaftslehre zu machen. Obwohl mich die drei Jahre nicht so sehr dafür begeistern konnten. Also doch vielleicht etwas anderes machen? Was sollte und könnte ich denn statt dessen machen? Um also mehr Zeit zum Nachdenken zu haben, gehe ich auf Reisen oder mache Praktika in Unternehmen.

Ein Gap Year, das ist ein Jahr Auszeit, um die berufliche Karriere voranzutreiben. Sein Ursprung liegt in England, wo Schul- oder Uniabsolventen ins Ausland oder als Praktikant in ein Unternehmen gehen, damit der Topf an theoretischem Wissen mit Praxis gefüllt wird.

Laut YouGov, einem britischen Marktforschungsunternehmens, bewerten zwei Drittel der befragten Personaler, dass ein Gap Year eine Bewerbung aufwerte. Hintergrund des Trends zum Gap Year in Deutschland ist die fehlende Praxis während des Studiums. Die feste, kurze Regelstudienzeit, das Sammeln von Leistungspunkten und die noch teilweise Pflicht zur Anwesenheit biete Studenten zu wenig Orientierung, was sie nach dem Studium gerne machen möchten, meint Andreas Schwarz, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Personalberatung Rundstedt HR Partners.

Das „Lücken-Jahr“ dient zum Sammeln von Erfahrungen und als Reifeprozess der jungen Absolventen. Zur Unterstützung dessen haben Henkel, die Unternehmensberatung McKinsey, die Versicherungskonzern Allianz und das Medienunternehmen Bertelsmann die Initiative Gap Year gegründet. Wer sich dort bewirbt, dem bietet sich die Möglichkeit nach dem Bachelorabschluss Praktika in den genannten Unternehmen zu absolvieren. Je nach Interesse und Eignung kann er von den vier Partnern zwei oder drei näher kennen lernen und so in die Branche Konsumgüter, Managementberatung, Versicherungen und Finanzdienstleistungen oder Medien einsteigen. Voraussetzung für die Annahme sind sehr gute Studienleistungen, Interesse und Begeisterungsfähigkeit.

Unternehmen, die mit solchen Programmen an Absolventen herantreten, versuchen damit früh qualifiziertes Personal zu rekrutieren und an sich zu binden. Demografischer Wandel und Fachkräftemängel sind Probleme, auf die die Personalverantwortlichen gezielt reagieren müssen. Ein Gap Year bietet also beiden Seiten, dem Bachelorabsolventen und dem Unternehmen, attraktive Vorteile.

Bild: Marianne J. / pixelio.de

 

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