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Aufwärtstrend setzt sich fort

Konsumklimastudie für November

Auch im November dieses Jahres bietet die Verbraucherstimmung kein einheitliches Bild. Während die Anschaffungsneigung deutlich zulegt, müssen Konjunktur- und Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen.
Obwohl sich die europäische Schuldenkrise derzeit weiter verschärft, legt die Anschaffungsneigung spürbar zu. Verantwortlich für den Rückenwind im Konsumklima zeichnen zum einen die sinkende Sparneigung sowie zum anderen die steigende Beschäftigung und das steigende Einkommen. Dennoch macht sich die Verunsicherung der Verbraucher bedingt durch die internationale Krise sowie die bislang fehlenden nachhaltigen Lösungsansätze bemerkbar. Dies zeigt sich in einer weiter sinkenden Konjunkturerwartung. In deren Sog müssen auch die Einkommenserwartungen moderate Verluste hinnehmen, allerdings bleibt das Niveau des Indikators noch immer sehr hoch.

Konjunkturerwartung: Talfahrt verlangsamt

Die Konjunkturerwartung der Deutschen sinkt auch im November dieses Jahres weiter. Allerdings hat die Intensität spürbar nachgelassen. Nachdem im Vormonat noch ein Rückgang von 11 Punkten zu verzeichnen war, beträgt das Minus aktuell nur noch 1 Punkt. Damit weist der Indiaktor nun -7,2 Punkte auf.
Die stetige Zunahme der Konjunkturängste in den letzten Monaten ist in erster Linie auf Entwicklungen zurückzuführen, die derzeit auf internationaler Ebene stattfinden. Die Verschärfung der Staatsschuldenkrise besonders im Euro-Raum wird nun mehr und mehr auch auf die deutsche Wirtschaft übergreifen. Um den Staatsbankrott zu vermeiden, sind eine Reihe von Ländern gezwungen, ihre öffentlichen Haushalte in erheblichem Umfang zu konsolidieren – auch als Bedingung dafür, weitere finanzielle Hilfen zu erhalten. Diese Konsolidierungsmaßnahmen sind allerdings mit erheblichen Sparanstrengungen in den Ländern verbunden, die unter anderem auch die Exportmöglichkeiten der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen werden.
Ungünstigere Exportaussichten sind auch ein wesentlicher Grund für die deutlich schwächeren Wachstumsaussichten 2012 im kürzlich veröffentlichten Gutachten des Sachverständigenrates. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr nur noch um knapp 1 Prozent zulegen, nachdem für dieses Jahr noch fast 3 Prozent vorhergesagt werden. Im Gegensatz dazu sehen sich die deutschen Unternehmen gegenwärtig noch in einer ausgesprochen positiven Situation. Vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen hält sich die Wirtschaft weiterhin vergleichsweise gut. Die aktuelle Unternehmenslage ist nach wie vor positiv. So haben einige weniger pessimistische Aussagen zu einem leichten Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex geführt.

Einkommenserwartung: Rückgang auf hohem Niveau

Im Sog schwächer werdender Konjunkturaussichten muss im November auch die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen. Nachdem im Vormonat noch ein leichtes Plus zu verzeichnen war, verliert der Indikator aktuell 5,4 Punkte. Mit 31,1 Zählern ist sein Niveau jedoch nach wie vor deutlich überdurchschnittlich.
Der überaus gute Wert der Einkommenserwartung ist in erster Linie auf die stetige Besserung der Arbeitsmarktlage zurückzuführen, die sich nach den Prognosen der Experten auch in den kommenden Monaten noch fortsetzen soll. Dies weckt Hoffnungen, dass die Einkommen der Beschäftigten auch im kommenden Jahr zunehmen werden. Unter der Annahme, dass die Inflation im kommenden Jahr unter das derzeitige Niveau von 2,5 Prozent fallen wird, würde sich dies positiv auf die Kaufkraft der Einkommen auswirken.

Anschaffungsneigung: Kauflust steigt spürbar

Trotz etwas nachlassender Einkommenserwartungen kann die Anschaffungsneigung im November deutlich zulegen. Das Plus im Vergleich zum Vormonat beträgt 9,1 Punkte. Aktuell weist der Indikator 40,3 Punkte auf. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Januar dieses Jahres gemessen (41,8 Punkte).
Eine zunehmende Konsumneigung in Zeiten steigender Verunsicherung, die in erster Linie durch die Schuldenkrise verursacht ist, mag im ersten Moment überraschen. Vor dem Hintergrund der exzellenten inländischen Rahmenbedingungen, wie sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Einkommen, ist dies auf den zweiten Blick jedoch sehr wohl nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass durch die Finanzkrise das Vertrauen der Deutschen in die Finanzmärkte erschüttert ist. Die Bereitschaft, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit nicht sehr ausgeprägt, zumal auch die Verzinsung der Anlagen sehr gering ist. Dies belegt auch die Entwicklung des Pendants zur Konsumneigung – die Sparneigung. Sie ist weist momentan einen rückläufigen Trend auf und ist auch im November noch einmal gesunken.
Wenn die Verbraucher derzeit vor der Frage der Verwendung ihrer finanziellen Mittel stehen, tendieren sie eher dazu, diese in werthaltigen Anschaffungen, wie Immobilien oder längerlebige Gebrauchsgüter, zu investieren, als es bei den Banken anzulegen.

Konsumklima: leichter Gewinn

Der Gesamtindikator prognostiziert für Dezember einen Wert von 5,6 Punkten nach revidiert 5,4 Zählern im November. Das Konsumklima trotzt den steigenden Krisen- und Rezessionsängsten und legt weiter zu.
Damit bestätigt die Binnenkonjunktur die ihr zugeschriebene Rolle als wichtige Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund der Prognosen, wonach sich die Exportdynamik Deutschlands aufgrund der internationalen Krise merklich abschwächen dürfte, ist ein stabiler privater Konsum eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft weiter positiv entwickeln und eine Rezession vermeiden kann.
Es sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass die Exporte für Deutschland auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Aber mit einem zweiten starken Standbein, wie dem Konsum, steht die deutsche Konjunktur stabiler und ist etwas weniger anfällig für negative Einflüsse von außen, wie wir sie derzeit erleben.
Ob sich diese positive Entwicklung der Konsumstimmung fortsetzen kann, wird zu einem wesentlichen Teil davon abhängen, ob die Bürger wieder Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger gewinnen, dass sie die gegenwärtige Krise durch einmütiges und entschlossenes Handeln angehen und einer nachhaltigen Lösung zuführen.

Quelle: GfK

 

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