Negative Konjunkturerwartungen drücken das Konsumklima

Konsumklimastudie für Juni 2012

Im Monat Juni zeigt sich die Verbraucherstimmung von ganz unterschiedlichen Seiten. Während im persönlichen Umfeld sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung positiv ist, betrachten die Verbraucher die Konjunkturentwicklung mit Skepsis.

Nicht zuletzt die neueren Veränderungen im Euro-Raum haben den Konjunkturoptimismus der Verbraucher deutlich gedämpft. Anscheinend macht sich doch die Angst bemerkbar, dass auch Deutschland stärker in den europaweiten konjunkturellen Abwärtstrend gezogen wird. Doch die Entwicklung der eigenen finanziellen Lage wird von den Bundesbürgern deutlich positiver eingeschätzt als noch im Vormonat. Und so steigt auch die Anschaffungsneigung auf einem ohnehin schon hohen Niveau noch einmal leicht an.

Konjunkturoptimismus erleidet im Juni einen deutlichen Dämpfer.

Das sich eintrübende internationale Umfeld zeigt nun offenbar auch Wirkung bei den Konjunkturaussichten der Deutschen. Die anhaltenden Diskussionen um die Zukunft der gemeinsamen Währung sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Stabilisierung des spanischen Bankensystems steigern in den Augen der Bürger die Risiken auch für die deutsche Konjunktur. Die Konsumenten befürchten offenbar, dass sich Deutschland über kurz oder lang dem Abwärtstrend im Euro-Raum nicht vollkommen entziehen kann.

Weitere Einkommensentwicklung wird positiv eingeschätzt

Vom sinkenden Konjunkturoptimismus bleiben die Einkommensaussichten im Juni verschont. Ganz im Gegenteil: Steigende Beschäftigtenzahlen sowie im Vergleich zu den Vorjahren spürbar verbesserte Tarifabschlüsse, lassen die Erwartungen an die weitere Einkommensentwicklung weiter steigen. Hinzu kommt, dass der Inflationsdruck zuletzt nachgelassen hat. Die Preissteigerung für die Lebenshaltung ist im Mai unter die psychologisch wichtige Schwelle von zwei Prozent gesunken. Dadurch sehen die Konsumenten ihre Kaufkraft gestärkt.

Anschaffungsneigung profitiert vom fehlenden Vertrauen in die Finanzmärkte

Trotz gestiegener Konjunkturängste ist das Umfeld für die Konsumneigung nach wie vor günstig. Wie bei der Einkommenserwartung ist auch hier die zunehmende Beschäftigung von zentraler Bedeutung. Sie sorgt zum einen für weniger Angst vor Jobverlust und damit Planungssicherheit, was gerade für größere Anschaffungen eine wichtige Rolle spielt. Zum anderen stützt die derzeitige Finanzkrise die Anschaffungsneigung. Durch das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte halten es viele Konsumenten für nicht sehr attraktiv, ihre finanziellen Mittel auf die hohe Kante zu legen. Stattdessen tendieren sie eher dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen.

Konsumklima zeigt trotz negativer Konjunkturerwartungen eine stabile Entwicklung

Damit wird die Binnenkonjunktur ihrer zugedachten Rolle gerecht, wonach sie in diesem Jahr eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung sein wird. Dies wird umso wichtiger werden, da sich aufgrund gestiegener Rezessionstendenzen in wichtigen Absatzmärkten Deutschlands die Exporte, die bislang der wesentliche Treiber des Wachstums gewesen sind, vermutlich spürbar abschwächen werden. Folglich ist ein stabiler Konsum wichtig, um in Deutschland eine Rezession zu vermeiden.

Neben den günstigen internen Rahmenbedingungen für den Konsum, wie Beschäftigung und Einkommensentwicklung, drohen jedoch von außen nicht zu unterschätzende Risiken. Die zunehmende Verunsicherung durch die Verschärfung der Eurokrise, intensive Diskussionen um einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum sowie die Krise des spanischen Bankensektors könnte im weiteren Verlauf auch verstärkt auf die deutschen Konsumenten übergreifen. In diesem Falle würde dies auch das Konsumklima belasten und die positive Entwicklung der Konsumkonjunktur stoppen.

Quelle: GfK - Konsumklimaindex

 

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