Berufliche und private Ziele: Was wollen Sie erreichen?

Wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch etwas über berufliche und private Ziele wissen möchte, mag das im ersten Augenblick harmlos wirken. Doch man wird schnell feststellen, dass sich die Frage nur schlecht aus dem Stehgreif beantworten lässt. Vor allem da die Antwort genau unter die Lupe genommen und dem Bewerber im schlimmsten Fall falsch ausgelegt wird.

berufliche und private Ziele

Was Personaler mit der Frage herausfinden wollen

Die Schwierigkeit der Frage besteht dabei in der Ausrichtung sowohl auf die berufliche als auch auf die private Ebene. Personaler wollen nämlich zwei Dinge herausfinden:

  • Kommt unser Unternehmen in den Zukunftsplänen des Bewerbers vor? Oder sind wir vielleicht nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg zum eigentlichen Traumjob? Hat er sich mit unserem Unternehmen und den Aufgaben der Position auseinandergesetzt?
  • Hat der Kandidat privat ein stabiles Umfeld? Sind gravierende Veränderungen zu erwarten? Oder Pläne, die mit der Position kollidieren könnten?

Wie Bewerber nicht antworten sollten

„Jetzt möchte ich natürlich erst einmal einen neuen Job finden. Aber ich plane ungern weit im Voraus. Privat möchte ich in absehbarer Zeit mit meiner Freundin zusammenziehen, da wir aktuell eine Fernbeziehung führen.“

Die schlechteste Antwort, die ein Bewerber nur geben kann. Personaler übersetzen die Antwort nämlich folgendermaßen:

  • Ok, der ist nicht wirklich motiviert und in erster Linie daran interessiert, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Noch dazu scheint es ihm egal zu sein, in welchem Unternehmen. Der bleibt wahrscheinlich ohnehin nicht lange, wenn er in eine andere Stadt zu seiner Freundin zieht.

Ganz klar: Der Kandidat hat sich konsequent ins Aus geschossen und die Chance auf den Job zu 99 Prozent verspielt.

Berufliche und private Ziele in Einklang bringen

„Im nächsten Schritt meiner Laufbahn möchte ich mich vermehrt auf den Vertrieb von Softwarelösungen im internationalen Umfeld konzentrieren. Ich kann mir vorstellen, auch Führungsverantwortung zu übernehmen. Im privaten Bereich freue ich mich, wenn alles so bleibt, wie es gerade ist.“

Ein Kandidat, dessen berufliche und private Ziele mit den Anforderungen an eine neue Position übereinstimmen und der diese auch noch überzeugend formulieren kann, hat gute Karten. Personalverantwortliche übersetzen eine solche Antwort so:

  • Der hat sich mit unserem Unternehmen auseinandergesetzt und weiß, was er will. Er geht motiviert an die Aufgabenstellung und ist bereit, sich weiterzuentwickeln. Privat sind keine „Katastrophen“ zu erwarten, die sich negativ auf das Arbeitsverhältnis auswirken könnten.

Siehe auch: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Bild: Vinoth Chandar | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

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