Fehlende Qualifikationen: Trotzdem bewerben?

Jeder, der auf Jobsuche ist oder schon einmal war, kennt das Problem: Auf den ersten Blick scheint die Stellenanzeige perfekt auf das eigene Profil zu passen. Vielleicht könnte das sogar der neue Traumjob sein! Doch dann wandert der Blick zu den Anforderungen und Ernüchterung macht sich breit. Da hat man etwa die langjährige Berufserfahrung nicht. Oder keine branchenspezifischen Kenntnisse. Viele Bewerber lassen sich durch fehlende Qualifikationen entmutigen.

fehlende Qualifikationen

Erforderliche und wünschenswerte Qualifikationen

Es kann sich jedoch lohnen, trotzdem eine Bewerbung abzuschicken, wenn man einige Punkte beachtet. Die Anforderungen im Stellenangebot kann man meistens in zwei Kategorien einteilen. In „erforderlich“ und „wünschenswert“.

Ein einfaches Beispiel: In einem Stellenangebot heißt es, gute Englischkenntnisse seien erforderlich. Und zusätzlich gute Sprachkenntnisse in Französisch wünschenswert. Das bedeutet, dass sich auch Bewerber ohne Französischkenntnisse bedenkenlos auf die Stelle bewerben können.

Insgesamt gilt: Erfüllen Kandidaten etwa zwei Drittel der im Stellenangebot genannten Anforderungen, sollten sie sich auch vom Wörtchen „erforderlich“ nicht unbedingt abschrecken lassen. Dann aber muss aus dem Anschreiben hervorgehen, dass man in der Lage ist, dies auszugleichen.

Fehlende Qualifikationen durch eigene Fähigkeiten ausgleichen

Etwa indem man seine Fähigkeit, sich schnell einzuarbeiten und sich Neues rasch anzueignen, anführt. Und das dann mit einem guten Beispiel belegt. Ohnehin sollten Kandidaten fehlende Qualifikationen nicht extra im Bewerbungsschreiben erwähnen. Denn das entnimmt der Personalverantwortliche dem Lebenslauf sowieso.

Stattdessen gilt es, die vorhandenen Fähigkeiten in Bezug auf das Anforderungsprofil herauszustellen. Und vor allem in Sachen Motivation zu überzeugen. Bei großen Unsicherheiten hinsichtlich fehlender Qualifikationen kann es hilfreich sein, vor der Bewerbung telefonisch zum Arbeitgeber Verbindung aufzunehmen und sich abzusichern.

Das erspart einem erstens eine aussichtslose Bewerbung abzuschicken. Zweitens zeigt der Bewerber Eigeninitiative sowie Interesse an der ausgeschriebenen Stelle und kann sich im Anschreiben auf das Telefonat beziehen. Was immer einen guten Eindruck hinterlässt.

Erst neulich hat eine Freundin nur widerwillig eine Bewerbung auf eine Stelle abgeschickt, die ihrem Traumjob schon ziemlich nahe kam. Sie glaubte, zu viele Anforderungen nicht zu erfüllen. Sie arbeitet dort jetzt die zweite Woche. Ein wenig mutig zu sein, kann sich also durchaus lohnen.

Bild: Anton Porsche (superanton.de) | pixelio.de

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