Giffen Paradoxon – SalesLexikon

Normalerweise bestimmen Einkommen, Preis und der Wert eines Produktes die Nachfrage. Demzufolge müsste nach einer Preissteigerung die Nachfrage nach einem Produkt sinken. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Neben dem Veblen-Effekt beschreibt auch das Giffen-Paradoxon, benannt nach dem schottischen Ökonomen Robert Giffen (1837-1910), eine gegenteilige Wirkung. Hierbei wird ebenfalls ein bestimmtes Produkt trotz Preiserhöhung vermehrt gekauft.

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Wenn das Einkommen nicht reicht

Allerdings geht dies mit dem Verzicht auf ein anderes, noch teureres Produkt einher. Denn das Giffen-Paradoxon ist vornehmlich bei Haushalten niedriger Einkommensklassen anzutreffen. In der Regel steht hier nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung. Erhöht sich nun der Preis für ein an sich billiges Produkt, muss der Kunde dies zu Lasten eines anderen Produktes hinnehmen. Er kauft dann mehr von dem in Preis gestiegenen billigen Produkt und weniger von demjenigen, welches von vornherein schon teurer war. Nur so kann er seinen Bedarf decken, ohne sein Budget zu überschreiten.

Für den Kauf von Lebensmitteln etwa kann eine Familie nur die Summe x ausgeben. Davon kauft sie Brot und Käse. Dabei ist Brot von vornherein das billigere Produkt. Steigt nun der Preis für Brot, kann die Familie nicht mehr die gleiche Menge von beidem einkaufen. Daher verzichtet sie auf einen Teil Käse und kauft mehr Brot, obwohl dieses teurer geworden ist.

Das Giffen-Paradoxon bei Grundnahrungsmitteln

Im Wesentlichen beschreibt das Giffen-Paradoxon einen Effekt, der vor allem bei Grundnahrungsmitteln auftritt. Eine Preiserhöhung in diesem Segment hat also eine erhöhte statt eine verminderte Nachfrage zur Folge. Der Grund hierfür liegt in der Sicherung des Existenzminimums. Von billigen Produkten kann ein einkommensschwacher Haushalt trotz Preisanstieg immer noch genug kaufen, um den Bedarf an Nahrung zu decken. Damit haben diese Produkte einen höheren Wert für die Käufer. Sie sind gezwungen, sie zu kaufen und auf anderes zu verzichten. Anders ist es beim Veblen-Effekt: Ein Produkt wird nur aufgrund seines hohen Preises gekauft, um dem Käufer die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse und Prestige zu verleihen.

Bild: congerdesign | pixabay.com

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