Vertriebsstellenmarkt Dezember 2025

Mehr Bewerber, weniger Vakanzen: Vertriebsmarkt polarisiert sich weiter

Berlin, 28. Januar 2026 – Der deutsche Arbeitsmarkt für Vertriebsspezialisten verzeichnete zum Jahresabschluss 2025 eine deutliche Zäsur. Besonders prekär entwickelt sich die Lage für Führungskräfte, wo das Vakanzvolumen um über 17 % einbrach. Der im Dezember 2025 festgestellte Umschwung relativiert das zuvor dominierende Bild eines Bewerbermarkts, macht jedoch zugleich deutlich, dass die Marktlage je nach Unterberufsgruppe weiterhin stark divergiert. Dies belegt die aktuelle Monatsauswertung von salesjob Stellenmarkt GmbH auf Basis der Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie index Anzeigendaten.

Gesamtstellenmarkt: Mehr Arbeitssuchende bei rückläufigem Stellenangebot

Der deutsche Vertriebsarbeitsmarkt schließt das Jahr 2025 mit einer deutlichen strukturellen Verschiebung ab. Die Zahl der Arbeitssuchenden stieg im Vorjahresvergleich um 9,8 % auf insgesamt mehr als 46.730 Personen an. Gleichzeitig sank das aggregierte Stellenangebot über alle Segmente hinweg um 5,6 % auf etwa 43.375 gemeldete Vakanzen. Damit übersteigt das Arbeitsangebot numerisch die Nachfrage, was eine Zäsur im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt, als noch 45.959 Stellen für 42.554 Suchende verfügbar waren.

Berufe im IT-Vertrieb: Wachstum auf Angebots- und Nachfrageseite

Besonders dynamisch präsentiert sich das Segment des IT-Vertriebs, das sich dem allgemeinen Abwärtstrend entzieht. Während die Zahl der Arbeitssuchenden hier moderat um 5,4 % von 1.453 auf 1.532 Personen stieg, expandierte das Stellenangebot im selben Zeitraum überproportional um 7,9 %. Mit 6.540 offenen Positionen im Dezember 2025 (Vorjahr: 6.061) bleibt der Bedarf an IKT-nahen Vertriebsprofilen der zentrale Wachstumstreiber des Marktes. Rechnerisch stehen in diesem spezialisierten Bereich weiterhin mehr als vier vakante Stellen pro Arbeitssuchende zur Verfügung.

Berufe im Vertrieb (außer IKT): Deutlicher Anstieg bei Arbeitssuchenden

Demgegenüber steht eine deutliche Abkühlung in den Vertriebsberufen außerhalb der IT-Branche. Hier wuchs die Gruppe der Arbeitssuchenden um 9,7 % von 32.028 auf 35.146 Personen an. Parallel dazu reduzierten die Unternehmen ihre Ausschreibungsaktivitäten in diesem Bereich um 6,5 %, sodass das Stellenvolumen von 35.669 auf 33.338 sank. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt, da Arbeitssuchende nun das Angebot an offenen Positionen numerisch übersteigt und den Wettbewerbsdruck für Arbeitssuchende im allgemeinen Vertrieb verschärft.

Führung in Einkauf und Vertrieb: Angebotsüberhang nimmt zu

Die massivste Korrektur verzeichnet das Segment Führung in Einkauf und Vertrieb. Hier stieg die Zahl der arbeitssuchenden Führungskräfte um 10,8 % von 9.073 auf 10.056 Personen an. Zeitgleich brach das Angebot an entsprechenden Leitungspositionen um 17,3 % ein – ein Rückgang von 4.229 auf lediglich 3.497 Vakanzen. Damit entfällt rein statistisch nur noch eine Stelle auf knapp drei für Führungsaufgaben qualifizierte Arbeitssuchende. Diese Zahlen verdeutlichen eine ausgeprägte Zurückhaltung der Unternehmen bei der Besetzung strategischer Schlüsselpositionen zum Jahreswechsel.

Die Daten für Dezember 2025 zeigen eine deutliche Fragmentierung des Arbeitsmarkts im Vertrieb: Während der IT-Vertrieb weiterhin durch einen strukturellen Fachkräfteengpass gekennzeichnet ist, weisen klassische Vertriebsrollen und Managementpositionen einen Überhang an Arbeitssuchenden auf. Dieses Missverhältnis reflektiert ein begrenztes Nachfragewachstum in diesen Segmenten, stellt jedoch keine Aussage über eine strukturelle Konsolidierung dar. Die Marktbalance verschiebt sich damit flächendeckend zugunsten der Arbeitgeber, sofern keine hochgradige technologische Spezialisierung vorliegt.