Bewerbung ohne Arbeitszeugnis: Wie geht das?

Die Gründe, warum Bewerber eine Bewerbung ohne Arbeitszeugnis verschicken, sind so vielfältig wie die einzelnen Stationen im Lebenslauf. Manch einer war vielleicht lange Jahre selbstständig und wird sich nun kaum selbst ein Zeugnis ausstellen. Ein anderer ist seit etlichen Jahren bei ein und derselben Firma angestellt und möchte keinen Verdacht erregen. Und wieder andere haben eine Zeit lang in einem Land gearbeitet, wo das Ausstellen von Arbeitszeugnissen nicht üblich ist. Nicht wenige fühlen sich dadurch entmutigt. Sie fragen sich, ob es überhaupt Sinn macht, sich ohne dieses wichtige Dokument zu bewerben.

Bewerbung ohne Arbeitszeugnis

Tätigkeitsbeschreibungen im Lebenslauf unterbringen

Natürlich nehmen aussagekräftige Zeugnisse hierzulande einen hohen Stellenwert ein. Dennoch kann eine Bewerbung ohne Arbeitszeugnis durchaus erfolgreich sein. Personaler werden sich ohnehin – und ohne Zeugnis sowieso – vermehrt am Lebenslauf orientieren. Bewerber sollten diesem daher umso mehr Aufmerksamkeit schenken. Nicht nur in puncto Form, sondern auch in Sachen Inhalt.

Bei fehlenden Zeugnissen ist es besonders wichtig, zu den einzelnen Stationen zwei bis drei stichpunktartige Angaben über die jeweiligen Aufgaben zu machen und den Lebenslauf auf das Unternehmen und das Stellenangebot zuzuschneiden. Dies kann beispielsweise über einen zusätzlichen Bereich im Lebenslauf mit der Überschrift „Meine Qualifikation für Ihre Stelle“ geschehen. So können Bewerber vier bis fünf einschlägige Überschneidungen zwischen der eigenen Qualifikation und den Anforderungen der ausgeschriebenen Position herausstellen.

Bewerbung ohne Arbeitszeugnis: Referenz als Alternative

Daneben sollten Bewerber, denen ein Arbeitszeugnis fehlt, alle weiteren wichtigen Dokumente in jedem Fall mitsenden. Dazu gehören der höchste Ausbildungsabschluss sowie relevante Weiterbildungszertifikate. Und eben jene Arbeitszeugnisse, die vorliegen. Eine sehr gute Alternative, um das Fehlen eines Arbeitszeugnisses auszugleichen, ist die Referenz.

Es gibt sogar Personalverantwortliche, die diese Form präferieren. Denn mit einer Referenz erhält man einen direkten Ansprechpartner. Zum Beispiel den ehemaligen direkten Vorgesetzten des Bewerbers und damit nicht nur einen fachlichen, sondern vor allem starken persönlichen Eindruck des Kandidaten. Eine Referenz kann also durchaus als mindestens gleichwertiger Ersatz angesehen werden.

Fehlende Arbeitszeugnisse im Anschreiben begründen?

Die Meinungen darüber sind geteilt, manche Experten raten dazu, um Spekulationen aus dem Weg zu gehen. Andere empfehlen, sich nicht zu rechtfertigen und stattdessen nur zu schreiben, warum man der perfekte Kandidat für die Stelle ist. Im Zweifelsfall werden Personaler ein fehlendes Arbeitszeugnis ohnehin nachfordern. Spätestens dann kann es also nicht schaden, eine plausible und vor allem sachliche (!) Begründung zur Hand zu haben.

P.S. Überzeugt der Bewerber mit seinem Lebenslauf, wird die Einstellung in den wenigsten Fällen an einem fehlenden Arbeitszeugnis scheitern.

Siehe auch: Zeugnisse für die Bewerbung – welche mitschicken?

Bild: quacktaculous | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

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