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Handelskauf

Handelskauf ist der im HGB geregelte Kauf- und Werklieferungsvertrag, sofern mindestens ein Partner Kaufmann ist und der Kauf für ihn ein Handelsgeschäft ist. In diesem Fall ist der Kauf von Waren oder Wertpapieren zugleich ein Handelsgeschäft.

Speziell für den Handelskauf trifft das HGB zu den allgemeinen Bedingungen des BGB eine Sonderregelung, die dazu dient, im Handelsverkehr die Rechtsbeziehungen zwischen den Vertragspartnern möglichst rasch und unkompliziert zu klären. Im Allgemeinen werden die Vereinbarungen der beiden Parteien heute durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt.

Das allgemeine Kaufrecht ist für den Handelskauf in folgenden Punkten abgeändert: Kommt es bei einem Fixgeschäft zu Verzug, so kann der Gläubiger auch ohne Nachfrist Schadensersatz verlangen. Es muss vom Gläubiger jedoch rechtzeitig angezeigt werden, dass er auf Erfüllung der Leistungen besteht. Für den Fall, dass es zum Annahmeverzug kommt, kann der Verkäufer die Ware hinterlegen. Auch der Selbsthilfeverkauf ist wesentlich erleichtert.

Wenn beide Handelsparteien Kaufmänner sind, dann gelten beim Handelskauf Sondervorschriften, es handelt sich hier um einen zweiseitigen Handelskauf. Wichtigste Besonderheit ist in diesem Falle die Rügepflicht, denn es besteht die Pflicht für den Käufer, nach der Anlieferung der Waren, die gesamte Ladung auf eventuelle Mängel zu überprüfen. Bei großen Warenmengen genügt eine stichprobenartige Überprüfung. Findet diese nicht statt, so verliert der Käufer bei diesem Handelskauf seine Gewährleistungsansprüche!

2016-10-24T13:09:44+00:00 24. Oktober 2016|saleslexikon|