Das Auge isst mit

Weil nämlich Kleider Leute machen!

Uniformiertes Auftreten von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen hat eindeutig seine Vorteile: Man muss nicht jeden erst mustern, dann ansprechen, ob er vielleicht ...? Nein, er sei nicht zuständig! Und wo denn dann wohl ...? Man erkennt – beispielsweise – den Polizisten an seinen äußeren Zeichen, egal ob er alt oder jung, dick oder dünn, groß oder klein ist. Die persönliche Eitelkeit bleibt dabei zwar auf der Strecke, aber die liegt auch nicht im Interesse des Bürgers. Der will seinen Gesetzeshüter erkennen. Schnell, auf den ersten Blick und ohne jeden Zweifel.

Der Kriminalbeamte trägt zivil, das, was ihm gefällt oder das, was zum Milieu passt, in dem er ermittelt. Das ist auch gut so. Denn so begegnet ihm der Ganove erst mal eine ganze Ecke offener, und wenn es Ernst wird, dann gibt es ja immer noch den Dienstausweis zur Legitimation und als Zeichen dafür, wer hier derjenige ist, der Fragen stellt.

Und was trägt der Mensch im Vertrieb? Wer jemals auf der Suche nach einem Mitarbeiter des Hauses durch eine riesige Verkaufsfläche geirrt ist, der neigt dazu, irgendeine Art von Uniform am Personal zu schätzen. Möglichst eine mit hoher Kopfbedeckung, damit man den Gesuchten schon von Weitem erkennen kann.

Lebensmittelmärkte sind so ein Beispiel. Da geht man uniformiert, gerne in den Farben des Corporate Design, mit Mützchen hinter der Theke mit der offenen Wurst. Das ist nicht jedermanns Sache, aber die Mitarbeiter haben keine andere Wahl. Love it or leave it!

Aber auch andere Branchen haben ziemlich genaue Vorstellungen, wie sie sich in der Person ihres Personals dem Kunden präsentieren wollen. Also hat folgerichtig auch der nicht uniformierte Vertriebsmitarbeiter in der Regel Vorgaben und die sind nicht weniger eindeutig: „Korrekt“ soll er oder sie gewandet sein! Das ist übrigens eine der wenigen Gelegenheiten, in der Frauen es besser haben als ihre männlichen Kollegen. Sie haben mehr Möglichkeiten, individuelle Lösungen für sich zu finden. Oder sie haben einfach das bessere Händchen für angemessene Kleidung.

Beim Herrn bedeutet „korrekt“ in aller Regel „Anzug“. Wenn die Wahl der Anzugfarbe dann zwischen anthrazit und schwarz schwankt, dann halten sich die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten in engen Grenzen.

Die scheinen sich manche Menschen dann im Kleinen zu nehmen: dunkler Anzug und braune Schuhe mit Gummisohlen. Flecken, die nach einer Reinigung schreien. Blanke Stoffstellen an der Hose oder den Sakkoärmeln, ein Zeichen von Abnutzung. Ein oberster Hemdenknopf, der nicht richtig zugeht und darauf hindeutet, dass sein Träger schon schlankere Tage gesehen hat. Eine Krawatte, die entweder mehrere Zentimeter über oder drei Zentimeter unter dem Gürtel endet.

Zugegeben: Das sind kleine Bekleidungssünden. Sie machen einen auch nicht zu einem schlechten Mitarbeiter. Aber sie fallen Kunden auf und verursachen schon mal ein kleines amüsiertes Grinsen. Innerlich, nicht äußerlich – aber gerade dann, wenn es im Geschäft um richtig große Summen geht und souveränes Auftreten für einen Abschluss hilfreich wäre.
„Die Kleidung kostbar, wie's dein Beutel kann, doch nicht ins Grillenhafte: Reich, nicht bunt; denn es verkündigt oft die Tracht den Mann.“ lässt Shakespeare den Polonius im „Hamlet“ sagen. Recht hat er. Nur, dass sie auch gepflegt sein sollte, hat er vergessen zu erwähnen!
Viele Grüße
Ihre
Sabine Kanzler

 

Empfehlen

 
später lesen
 

top jobs

Alle ansehen

Autor

Sabine Kanzler-Magrit
 

Sabine Kanzler-Magrit

Blogautorin zu den Themen Bewerbung und Kommunikation

 

Unsere Autoren

  • Portrait Peter Schreiber
     

    Peter Schreiber

    Managementberater und Verkaufstrainer im Bereich Vertrieb und Marketing

     
  • Stimmtrainerin Silke Volkmann
     

    Silke Volkmann

    Trainerin und Coach für Stimme, Sprechen, Präsenz; Autorin

     
 
 
 

Pfadnavigation

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. » Vertriebsinfo
  3. » Magazin
  4. » Blogs
  5. » Kanzlerin
  6. » Das Auge isst mit
 

Impressum | Datenschutz | © salesjob