Privatnutzung des Dienstwagens: Geldwerter Vorteil

Ein Firmenwagen ist im Vertrieb eine beliebte Nebenleistung. Oftmals ist auch eine private Nutzung des Wagens möglich. Doch was, wenn das Dienstfahrzeug zwar theoretisch privat zur Verfügung, der Arbeitnehmer es jedoch nur für berufliche Zwecke verwendet? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich jetzt auch der Bundesfinanzhof, der in mehreren Urteilen (u.a. Urteil vom 06.02.2014, VI R 39/13) entschied, dass die Privatnutzung des Dienstwagens grundsätzlich als geldwerter Vorteil zu versteuern ist.

Privatnutzung des Dienstwagens

Privatnutzung des Dienstwagens: Vermutung nicht erforderlich

Bisher griff die Besteuerung nur dann, wenn sich eine private Nutzung des Fahrzeugs vermuten ließ. Nun hat der Bundesfinanzhof in mehreren Urteilen entschieden, dass die Vermutung einer privaten Nutzung nicht mehr erforderlich ist. Grundsätzlich liegt ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil auch dann vor, wenn der Dienstwagen gar nicht privat genutzt wird.

„Wird dem Arbeitnehmer ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt und die private Nutzung zumindest theoretisch ermöglicht, führt dies in jedem Fall zu einem steuerpflichtigen Vorteil.“ sagt die Präsidentin des Bundesverbandes der Bilanzbuchhalter und Controller e. V. Christel Fries.

Strenge Bedingungen, um Steuerpflicht zu verhindern

Verhindern lässt sich die Steuerpflicht nur unter strengen Bedingungen. So muss die Privatnutzung des Dienstwagens ausdrücklich im Arbeitsvertrag verboten sein und der Steuerzahler muss nachweisen, dass er den Wagen nur für geschäftliche Zwecke nutzt. Die Fahrten müssen dann in einem Fahrtenbuch mit allen Strecken und Anlässen dokumentiert werden.

• Alte Musterklauseln in Dienstverträgen überarbeiten

Der BVBC rät, bereits bei Abschluss von Dienstverträgen darauf zu achten, veraltete Musterklauseln zu überarbeiten und bei neuen Regelungen rechtliche und steuerliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

• Berechnung des privaten Nutzungsanteils

Bei der Berechnung des privaten Nutzungsanteils des Dienstwagens gibt es zwei Möglichkeiten. Der Arbeitnehmer kann entweder pauschal ein Prozent des Brutto-Neulistenpreises pro Monat versteuern. Oder alternativ ein Fahrtenbuch führen, das alle Reisen lückenlos dokumentiert. Dies ist insbesondere bei wenigen privaten Fahrten steuerlich günstiger.

05.02.2015

Bild: Nate Steiner | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

Zurück