Der Firmenwagen im Vertrieb: Benefit für den Außendienst

Laut der Studie Firmenwagenmonitor 2019 von Compensation Partner nutzten im Jahr 2019 etwa 12 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland einen Firmenwagen. Davon arbeiteten rund 13 Prozent in der Technik, in der IT waren es 10 Prozent. Am verbreitetsten waren Dienstwagen – Überraschung – allerdings im Vertrieb, so die Studie. Insgesamt 21 Prozent der Dienstwagennutzer stammen aus diesem Tätigkeitsbereich. Speziell im Außendienst ist ein Firmenwagen für viele gar ein Kriterium für oder gegen einen Job.

Firmenwagen im Vertrieb

FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST: BENEFIT ODER MUST-HAVE?

Im Vertrieb, solange man hier nicht ausschließlich im Vertriebsinnendienst arbeitet, ist man angesichts zahlreicher Kundentermine vor Ort viel unterwegs. Sowohl als Außendienstler als auch Gebietsleiter ist es durchaus sinnvoll, einen Dienstwagen zu besitzen.
Dieser bietet den Angestellten entsprechende Flexibilität und es ist verständlich, dass viele Außendienstmitarbeiter es vorziehen, im Firmenwagen mobil unterwegs zu sein. Ohne dienstliches Fahrzeug lassen sich die Wege zum Kunden eher umständlich und zeitfressend bewerkstelligen. Doch nicht nur im Verkauf ist dieser Benefit gerne gesehen. Auch im technischen Kundendienst fahren viele Mitarbeiter einen Dienstwagen.

ENGER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN POSITION UND FAHRZEUGWERT

Auffallend ist der offensichtliche Zusammenhang zwischen dem Wert des Wagens und der bekleideten Position im Unternehmen. Der technische Kundendienst ist oft mit einem Firmenfahrzeug unterwegs, dessen Wert bei knapp 35.000 Euro liegt. Doch gerade Wagen der höheren Preisklassen sind ein Statussymbol und werden als solches gewertet. Sie dienen dann der Außendarstellung eines Unternehmens und sind schon deshalb recht teuer. Bei einem Jahreseinkommen von 90.000 – 110.000 Euro beträgt der Listenpreis des Wagens rund 50.000 Euro. Wer rund 60.000 Euro jährlich verdient, fährt ein Firmenfahrzeug im Wert von knapp 40.000 Euro. Natürlich bieten Fahrzeuge im Hochpreissegment mehr Sicherheit und Komfort und sind somit auf Langstrecken zu empfehlen. Gerade im Außendienst finden sich deshalb vermehrt teure Firmenwagen, selbst wenn der Mitarbeiter noch keine Führungsposition im Topmanagement innehat.

DIESE BESONDERHEITEN GELTEN FÜR DIE NUTZUNG

Der Firmenwagen ist eine der beliebtesten Zusatzleistungen des Arbeitgebers. Trotzdem birgt die Nutzung nicht nur Vorteile für den Mitarbeiter. Unabhängig davon, ob es sich um eine Führungskraft im Topmanagement oder um einen Arbeitnehmer im Vertrieb und im Außendienst handelt, ist zu klären, ob das Fahrzeug ergänzend zu den dienstlichen Fahrten auch privat genutzt werden darf. In der Regel ist das der Fall, allerdings sollte der Arbeitgeber eine klare Regelung vereinbaren. Der Wagen stellt ein zusätzliches Einkommen dar, das der Mitarbeiter mit dem Wert des Firmenfahrzeugs versteuern muss. Er muss deshalb den Anteil der privaten Fahrten ausweisen, um die private und geschäftliche Nutzung sauber zu trennen und zu dokumentieren.

STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN DURCH EINEN FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST

Welche steuerlichen Auswirkungen sich durch den Wagen ergeben, muss immer im Einzelfall geklärt werden. Hier hilft ein Steuerberater, er kann den geldwerten Vorteil berechnen. Dieser erhöht das zu versteuernde Einkommen des Mitarbeiters unmittelbar. Diesen Nebeneffekt eines Dienstwagens sollte man als Arbeitnehmer unbedingt berücksichtigen.

WORAUF KOMMT ES BEIM FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST AN?

Im Außendienst gilt der Firmenwagen oft als zweites Zuhause. Viele müssen damit täglich lange Strecken fahren. Natürlich ist es dabei besonders wichtig, dass der Wagen entsprechenden Komfort zu bieten hat. Wer im Job viel Zeit in seinem Auto verbringen muss, der will sich hier auch wohlfühlen. Wenn man als Arbeitgeber die Möglichkeit hat, eine höhere Investition zur Unterstützung des Mitarbeiters zu machen, sollte man folgende Kriterien bei der Dienstwagenwahl einbeziehen:

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Interessant ist auch die Auswahl des Dienstautos nach Marken. Eine Studie der Dataforce 2019 zeigt, dass BMW das am häufigsten gefahrene Firmenfahrzeug ist. An zweiter Stelle steht hier Audi und an dritter Stelle Seat.
Natürlich ist hierbei auch interessant, ob die Marke des Dienstfahrzeugs für Vertriebler ausschlaggebend ist. Womöglich bevorzugen diese eine Marke und begrüßen ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Firmenautos. Es könnte ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen einen Job sein.

FIRMENWAGEN STATT GEHALTSERHÖHUNG

Dass der Dienstwagen für viele unverzichtbares Statussymbol ist, zeigt auch, dass sich die meisten Außendienstmitarbeiter (71 Prozent) laut einer Umfrage für das Firmenfahrzeug und gegen eine Gehaltserhöhung entscheiden würden. Nur eine geringe Minderheit würde demnach ein höheres Monatsgehalt wählen. Ein Firmenwagen im Außendienst ist daher auch heute noch ein klassisches Statussymbol im Vertrieb.

BRANCHENÜBERGREIFENDE & GESCHLECHTLICHE VERTEILUNG DER FIRMENWAGEN

Die höchste Verbreitung gibt es nach Branchen im Großhandel. Dort gewährten knapp 26 Prozent der Betriebe diesen Vorteil, gefolgt von der Konsumgüter- (24%) und Baubranche (23%). Den niedrigsten Anteil von unter 2 Prozent gab es in Krankenhäusern und in der öffentlichen Verwaltung.
Die Dienstwagennutzung unterscheidet sich zudem nach Geschlecht. Unabhängig vom Karrierelevel fahren insgesamt nur 29 Prozent der Frauen einen Firmenwagen, wohingegen bei den männlichen Arbeitnehmern knapp die Hälfte (49 Prozent) einen Dienstwagen fahren.


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Bild: Minerva Studio | shutterstock.com

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