Was macht ein E-Commerce Manager?

Veröffentlicht: 27.06.2022 | Lesedauer: 5 Minuten

Im Zusammenhang mit Automatisierung und Digitalisierung ist immer wieder die Rede davon, dass Arbeitsplätze verloren gehen. Dabei entstehen – gerade im Online Bereich – ganz viele neue Jobs. Es gibt mittlerweile so einige Berufe, die vor zwanzig oder dreißig Jahren noch gänzlich unbekannt waren. So zum Beispiel der E-Commerce Manager. Unser Jobportrait zeigt, was ein E-Commerce Manager ist und welche Aufgaben er hat. Wir beleuchten, was man im E-Commerce können muss, wie man in diesen Bereich einsteigen und welches Gehalt man erwarten kann.

Berufsbild E-Commerce-Manager
Definition
Aufgaben
Skills
Ausbildung
Gehalt
Fazit


E-Commerce Manager Jobportrait

Was ist ein E-Commerce Manager?

Für die meisten Menschen stellt das Internet heute die wichtigste Informationsquelle dar. Und nicht nur das: Es shoppen auch immer mehr Leute online. Seit Jahren steigen die Umsätze im E-Business kontinuierlich. Während Kunden mit nur ein paar Klicks ihren Warenkorb im Webshop füllen können, steckt hinter den Kulissen eine Menge Arbeit in so einem Online-Angebot. Die Arbeit des E-Commerce Managers und seiner Kollegen aus Marketing, Vertrieb und Logistik.

Sehr oft wird der E-Commerce Manager mit dem Filialleiter eines klassischen Supermarkts verglichen – nur, dass er einen »virtuellen Laden« führt. Unternehmen haben längst erkannt, wie wichtig der Kontakt zu Kunden auf digitalem Weg geworden ist. Dadurch sind E-Commerce-Manager inzwischen gefragte Spezialisten, die sowohl im B2C- als auch B2B-Bereich gesucht werden.

Aber es geht um weit mehr, als nur den Online-Shop zu leiten. Das E-Commerce Management ist Schnittstelle zwischen dem Unternehmen, seinen Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten. Hier werden sämtliche Prozesse gesteuert, die für einen funktionierenden Online-Handel nötig sind.

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Was macht ein E-Commerce Manager?

Zu den wichtigsten Aufgaben eines E-Commerce Managers gehört natürlich die Betreuung des Webshops an sich. Das reicht von der Sortimentsauswahl, über die Preisgestaltung bis hin zur Überwachung der Bestell-, Liefer- und Bezahlvorgänge. Auch das Retouren- und Reklamationsmanagement ist Bestandteil des Jobs. E-Commerce-Manager sind für die Entwicklung des Online Angebots und für dessen ständige Optimierung verantwortlich. Hierzu arbeiten sie beispielsweise mit Webdesignern, IT-Experten und Logistikern zusammen. Darüber hinaus übernehmen sie Aufgaben im Marketing: Sie planen Werbeaktionen, betreuen den Social-Media-Auftritt und andere Kommunikationskanäle.

Obwohl das E-Commerce-Management dem Marketing zugerechnet wird, weist der Job eines Web-Shop Managers einen sehr engen Bezug zum Vertrieb auf. Denn es geht vor allem um den Ausbau und die Pflege der digitalen Vertriebswege. Weitere wesentliche Aufgaben bzw. Ziele für den E-Commerce Manager sind deshalb:

» Steigerung der Kundenzufriedenheit und -bindung
» Ausbau der Marktposition
» Markt- & Trendanalysen
» Erschließung neuer Geschäftsfelder
» Erweiterung des Kundenstamms
» Kostenoptimierung

Um Erfolge sichtbar zu machen oder Verbesserungsbedarf zu ermitteln, müssen Manager im E-Commerce z.B. Tracking-Daten analysieren und Konversionsraten messen. In größeren Unternehmen ist die Position mit einer Leitungsfunktion verbunden. In einer kleinen Firma kann es sein, dass man als Webshop-Manager viele Aufgaben allein stemmt und bei Bedarf externe Experten hinzuzieht.

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Was muss man im E-Commerce können?

Im Spannungsfeld zwischen Kunden und diversen Abteilungen im Unternehmen zu stehen, ist eine Herausforderung. Arbeiten im Vertrieb und Marketing erfordert ganz verschiedene Kompetenzen und eine Menge Fachwissen. Ein gutes Maß an Kreativität darf hier ebenso wenig fehlen, wie analytisches Denken und Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Unternehmen erwarten von ihren E-Commerce Managern eine organisierte, eigenständige Arbeitsweise.

E-Commerce-Manager müssen sich mit den gängigen Shop-Systemen, mit Datenverarbeitung und Webtechnologien sowie Tracking- und Analyse-Tools auskennen. Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung sollten für sie keine Fremdwörter sein. Außerdem brauchen sie Spaß am Umgang mit Menschen, exellente kommunikative Fähigkeiten, Teamorientiertheit und Durchsetzungsvermögen. Vielfach sind sehr gute Englisch-Kenntnisse Voraussetzung.

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Wie wird man E-Commerce Manager?

Eintrittskarte in den Bereich E-Commerce-Management stellt in der Regel ein Studium in BWL oder Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Marketing und Vertrieb bzw. eine vergleichbare Ausbildung (etwa als Kaufmann für IT-Systemmanagement oder Marketingkommunikation) dar. Weil der Online Handel so bedeutsam geworden ist, bieten verschiedene Hochschulen in Deutschland nunmehr auch Bachelor-Studiengänge direkt im E-Commerce an, beispielsweise die Hochschule Ruhr-West oder die FH Wedel. So ein Studium dauert in der Regel 7 Semester und kann in 3-4 zusätzlichen Semestern mit einem Master-Abschluss gekrönt werden. Typische Studieninhalte sind unter anderem:

» Handelsmanagement
» E-Commerce relevantes Marketing
» rechtliche Grundlagen im Online-Handel
» Controlling und Investitionsrechnung
» webbasierte Softwareentwicklung

Selbst wer schon mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht, kann E-Commerce Manager werden. Mehrere Industrie- und Handelskammern (IHK) und Fernstudieninstitute haben Lehrgänge im Angebot, die die Weiterbildung zum E-Commerce Manager ermöglichen. Solche Angebote richten sich an Menschen, die bereits Berufserfahrung im Vertrieb mitbringen und zusätzliches Wissen im E-Business erwerben wollen. Ein Vorteil: Die Weiterbildung ist berufsbegleitend und kann gut in den Arbeitsalltag integriert werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung bekommt man ein bundesweit anerkanntes IHK Zertifikat als »E-Commerce-Manager (IHK)«.

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Wie viel verdient ein E-Commerce-Manager?

Die Verdienstmöglichkeiten im Bereich E-Commerce-Management können sich sehen lassen. Das durchschnittliche Gehalt eine E-Commerce Managers beträgt ca. 45.000 Euro brutto im Jahr. Die Spanne reicht dabei von etwa 36.000 Euro bis zu 52.000 Euro. Es sind aber auch Spitzenverdienste von 80.000 Euro und mehr drin. Dabei kommt es vor allem auf die Unternehmensgröße und die Branche an. Unternehmen mit mehreren hundert oder gar tausend Mitarbeitern aus Großhandel und Industrie zahlen oft weit mehr Gehalt, als ein kleiner Mittelständler.

Auch die Berufserfahrung wirkt sich aus. Berufseinsteiger finden sich eher am unteren Ende der Gehaltsskala wieder. Beim Einstiegsgehalt lohnt sich vor allem ein Master-Abschluss. Denn damit kann man bereits zu Beginn der Karriere mit einem Gehalt von bis zu 43.000 Euro rechnen. Je mehr Erfahrung man im Beruf sammelt, desto mehr wird man im Laufe der Jahre verdienen. Zudem bieten Unternehmen viele attraktive Zusatzleistungen, die das Gehaltspaket abrunden.

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Fazit

E-Commerce Manager können überall dort arbeiten, wo Unternehmen ihren Vertrieb digital ausrichten bzw. ihren Online-Handel optimieren wollen. Das reicht vom kleinen Startup bis zum internationalen Großkonzern, vom Konsumgüterhersteller und Pharmaproduzenten bis zum Softewareanbieter. Sie sind gesuchte Spezialisten, die es verstehen, den Kunden ein ansprechendes Online Einkaufserlebnis zu bieten und zugleich den wirtschafltlichen Erfolg im Blick zu behalten. Weil Unternehmen heutzutage kaum mehr auf eine Internetpräsenz verzichten können, die digitale Welt zugleich aber immer komplexer wird, haben E-Commerce Manager mit ihrem Fachwissen sehr gute Zukunftsaussichten.

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Redaktioneller Hinweis
Sämtliche Gehaltsangaben beziehen sich auf das Jahresbruttogehalt und stellen lediglich grobe Mittelwerte zur Orientierung dar. Dazu wurden unter anderem Zahlen von den Gehaltsportalen gehalt.de, stepstone.de und campusjäger.de herangezogen, die aufgrund unterschiedlicher Quellenlage und Erhebungsmethoden jeweils voneinander abweichen.

Gender-Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die geschlechtsspezifische Differenzierung nicht durchgehend, sondern meist das generische Maskulinum (z. B. „der Manager“). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch gleichermaßen für jedes Geschlecht und sollen keinerlei Benachteiligung darstellen. Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe und ist wertfrei.

Beitragsbild: Adobe Stock | bnenin

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