Besetzungsdauer von Stellen leicht gesunken

Die neuste IAB-Stellenerhebung ergibt eine leicht gesunkene reale Besetzungsdauer für das Jahr 2016 – wobei mit 82 Tagen immer noch der dritthöchste ermittelte Wert seit 2010 erreicht wurde. Erfreulich: die Einschätzung der Arbeitgeber zur erwarteten Besetzungsdauer hat sich der Realität leicht angenähert, sodass jetzt nur noch 24 Tage Diskrepanz zwischen erwarteter und tatsächlicher durchschnittlicher Besetzungsdauer existiert.

besetzungsdauer

Diese Zahlen ergab die aktuelle Erhebung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zu dem gesamtwirtschaftlichen Arbeitskräftebedarf und dem betrieblichen Rekrutierungsprozess im Detail. Die Erhebung wird regelmäßig seit 1989 in Ost- und Westdeutschland durchgeführt.

Besetzungsdauer steigt wegen fehlender Bewerber

Ein Phänomen – kontinuierlich steigt  der Anteil der Neueinstellungen, den die Arbeitgeber als „schwierig“ klassifizieren. Hier ist der Wert von 29 % 2010 auf zuletzt 36 % gestiegen. Noch deutlicher ist dieser Wert in Ostdeutschland – hier werden 41 % aller Neueinstellungen als schwierig bewertet. 2011 hatte der Wert hier sogar nur 27 % betragen.

Als Hauptgrund für die Schwierigkeiten bei der Besetzung der Stellen gibt das IAB die fehlenden Bewerbungen an (24 %), gefolgt von der unzureichenden Qualifikation der Bewerber (18 %). Mit jeweils 12 % werden auch noch zu hohe Lohn-/Gehaltsforderungen sowie die fehlende Bereitschaft der Bewerber aufgeführt. Das Problem der fehlenden Bewerbungen steigt seit 2010 laufend an und hat alle anderen Gründe bereits weit hinter sich gelassen. Das zeigen auch die laufend steigenden Anstrengungen der Unternehmen, Bewerber auf sich aufmerksam zu machen, die salesjob durch Untersuchungen im Rahmen des salesjob Indexes laufend feststellt.

Interessanterweise gibt es auch einen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland bei den Gründen, die eine Stellenbesetzung schwierig werden lassen. Der Abstand ist bei den Kategorien „Fehlende Bereitschaft der Arbeitsuchenden, die Arbeitsbedingungen zu erfüllen“ und bei der beruflichen Qualifikation am höchsten. Bei der Zahl der Bewerber und bei den Lohn- und Gehaltsforderungen ist dieser Abstand weniger stark ausgeprägt.

Mehr Informationen finden Sie im Angebot des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB.

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