Duales Studium Vertrieb – Durchstarten im Sales

Veröffentlicht 13.10.2021

Schon mal über eine Karriere im Vertrieb nachgedacht? Vertrieb ist doch öde, langweilig und bedeutet tagaus, tagein Klinkenputzen. Stimmt nicht! Der Sales Bereich hält spannende Aufgaben bereit und bietet zahlreiche berufliche Chancen. Aber kann man Vertrieb überhaupt direkt studieren? Obwohl eine Menge Vertriebler eher über berufliche Umwege als Quereinsteiger hier landen, gibt es mittlerweile einige Studiengänge, die von vornherein einen Schwerpunkt im Vertrieb setzen. Interessant ist vor allem ein duales Studium Vertrieb, was Theorie und Praxis miteinander verknüpft. Welche Möglichkeiten hat man, Vertrieb dual zu studieren? Wie funktioniert das und welche Voraussetzungen muss man dafür erfüllen?


INHALT:
↓ Definition: Was bedeutet duales Studium?
↓ Welches duale Studium im Vertrieb?
> Technischer Vertrieb
> Sales Management
> Marketing und Vertrieb
↓ Dual studieren – Wie geht das?
↓ Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
↓ Warum Vertrieb studieren?


duales Studium Vertrieb

Was genau ist ein duales Studium?

Hochschulabsolventen müssen sich bei ihrem Einstieg ins Berufsleben gelegentlich den Vorwurf gefallen lassen, dass es ihnen an Praxis mangelt. Klar, wer 6, 7 oder 8 Semester intensiv auf seinen Bachelor hinarbeitet, dem fehlt oft die Zeit, nebenbei berufliche Erfahrungen zu sammeln. Wohl mit ein Grund, weshalb duale Studiengänge immer beliebter werden. Denn dual studieren heißt, in einem Unternehmen praktisch zu arbeiten (und bereits Geld zu verdienen) und zugleich an einer Hochschule theoretisches Wissen zu erwerben.

Bezogen auf ein duales Studium Vertrieb findet die praktische Ausbildung in der Vertriebsabteilung eines Unternehmens statt. Im Grunde genommen beruht das Ganze auf dem gleichen Prinzip wie eine klassische duale Ausbildung. Manche Unternehmen ermöglichen sogar zusätzlich einen regulären Berufsabschluss. Es gibt aber einige Unterschiede beim Ablauf und bei den Voraussetzungen.

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Welches duale Studium eigent sich für den Vertrieb?

Die Zahl der verfügbaren Studiengänge in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, genauso wie die Zahl der Studierenden selbst. Während im Wintersemester 2002/2003 etwas mehr als 1.9 Millionen Studierende eingeschrieben waren, betrug ihre Anzahl im Wintersemester 2020/2021 schon fast 3 Millionen.* Und sie können aus über 20.000 Studiengängen wählen! Da fällt die Entscheidung garantiert schwer.

Was kann man für eine Karriere im Vertrieb studieren? BWL ist sicher einer der Klassiker; aber – überspitzt formuliert – BWL macht ja jeder, dem sonst nichts einfällt. Dabei gibt es interessante Alternativen, die sich für ein duales Studium im Vertrieb eignen (keine Sorge: alle Studiengänge beinhalten auch BWL). Im Wesentlichen lassen sich für ein Vertriebsstudium drei Bereiche ausmachen, die ihren Schwerpunkt entweder auf der technischen Seite, im Sales Management oder im Marketing haben:

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» DUALES STUDIUM TECHNISCHER VERTRIEB

Für junge Menschen, die technikaffin sind, gerne andere von neuesten Entwicklungen begeistern und gut erklären können, bietet ein Job im Vertrieb die perfekte Basis, all das miteinander zu verbinden. Gerade in Zeiten, wo technische Produkte immer komplexer werden, brauchen Unternehmen Mitarbeiter, die diese Produkte verstehen und ihr Wissen versiert an die Kunden vermitteln können. Studiengänge, die darauf vorbereiten, sind beispielsweise das Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Marketing und Vertrieb oder ein duales Studium zum Vertriebsingenieur.

» DUALES STUDIUM VERTRIEBSMANAGEMENT

Doch eher ein Organisationstalent mit einem Faible für Planung, Steuerung und Controlling sowie der Bereitschaft, Führungsverantwortung zu übernehmen? Märkte und Kundenverhalten verstehen, Vertriebsstrategien entwickeln, Vertriebsstrukturen aufbauen und das Vertriebsteam gezielt einsetzen – all das ist Schwerpunkt bei einem Studiengang im Sales Management. Beste Voraussetzungen, um im Key Account Management zu arbeiten oder gar Vertriebsleiter zu werden.

» DUALES STUDIUM MARKETING UND VERTRIEB

Kreative Köpfe fühlen sich vielleicht besonders vom Marketing angezogen. Die Bereiche Marketing und Sales sind eigentlich untrennbar miteinander verbunden. Auf der einen Seite sorgt der Vertrieb für die Umsätze. Das Marketing hingegen muss die richtigen Zielgruppen aufspüren, geeignete Kommunikationskanäle finden und dem Sales die Interessenten zuführen. Gut, wenn man beides beherrscht. Ein duales Studium im Marketing und Sales verschafft spezielles Wissen über Marketinginstumente und -strategien, zur Customer Journey, zu Kundenbindung und vielem mehr.

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Info: Die jeweiligen Schwerpunkte weisen durchaus Überschneidungen auf. Schließlich muss auch ein Vertriebsingenieur oder ein Marketing Experte betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen. Umgekehrt ist es im Sales Management wichtig zu wissen, wie Produktentwicklung und Werbung funktionieren. Wer nach einem passenden Studium sucht, hat es nicht ganz leicht, sich bei den diversen Bezeichnungen der Studiengänge auf Anhieb zurechtzufinden. Die Angebote der Hochschulen sind ganz unterschiedlich ausgelegt. Dauer, Lehrinhalte, möglicher Abschluss (Bachelor oder Master) und Kosten können dabei ziemlich voneinander abweichen. Man sollte sich daher die Studienprofile genau anschauen und miteinander vergleichen. Einen guten Überblick zu Hochschulen und dualen Studiengängen bietet zum Beispiel die Plattform studieren.de (↗).

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Wie läuft ein duales Studium im Vertrieb ab?

Weil duale Studiengänge zweigleisig ausgelegt sind, braucht man sowohl eine Hochschule, die das Wunschstudium anbietet, als auch ein Unternehmen, das duale Studenten in seine Vertriebsabteilung aufnimmt. Doch was sucht man zuerst aus – die Hochschule oder das Unternehmen? Hier sind zwei Wege möglich, weil Hochschulen, die duale Studiengänge im Programm haben, in der Regel Kooperationen mit Partnerbetrieben pflegen.

Vor dem Studium kommt die Bewerbung

Man kann sich also direkt an der Hochschule bewerben und bekommt über die Kooperation einen Ausbildungsbetrieb vermittelt. Oder aber man geht den umgekehrten Weg und bewirbt sich in einem Unternehmen, welches dann den Studienplatz reserviert. Bevor es mit dem Studieren losgehen kann, gilt es, zunächst ein Bewerbungsverfahren zu durchlaufen – ganz ähnlich wie bei einer Ausbildung.


Unser Tipp
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Der Bewerbungsprozess selbst ist im Vergleich zur Bewerbung um einen Ausbildungsplatz meist etwas umfangreicher und kann beispielsweise auch ein Assessment-Center oder vergleichbare Recruiting-Events beinhalten. Ist diese Hürde erfolgreich gemeistert, folgt der Abschluss des Studienvertrags mit dem Unternehmen. Der regelt Gehalt, Urlaubsanspruch, Arbeitszeit und ähnliches. Anschließend immatrikuliert man sich mit den nötigen Nachweisen an der Hochschule.

Welche Studienform ist am besten?

Duales Studium bedeutet, Arbeitsalltag und Lernphasen gekonnt unter einen Hut zu bringen. Die Entscheidung für die passende Studienform sollte sich vor allem an den persönlichen Präferenzen orientieren. Es stehen zwei Varianten zur Verfügung. Beim Blockmodell finden die Veranstaltungen an der Hochschule in Phasen statt. Das heißt, man ist im Wechsel für je drei Monate an der Hochschule oder im Betrieb. Das Wochenmodell sieht ein bis zwei Hochschultage in der Woche vor, die aber teilweise freitags und samstags angesetzt sind.

Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Wer im Block studiert und arbeitet, kann sich besser auf den jeweiligen Abschnitt fokussieren. Mit dem Wochenmodell hingegen hält man intensiveren Kontakt im Unternehmen und bleibt auf dem Laufenden. Außerdem eignet sich das Wochenmodell insbesondere für Menschen, die etwa berufsbegleitend ihren Master machen wollen. Allerdings kann die Belastung hier höher sein, weil man auch am Wochenende »ran muss«.

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Welche Voraussetzungen gibt es für ein duales Studium im Vertrieb?

Wer studieren möchte, muss die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört der richtige Schulabschluss. Sprich, man benötigt entweder die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife (Fachabitur). Auch die Abschlussnote kann für die Studienzulassung eine Rolle spielen. Und ganz wichtig: Die meisten Unternehmen schreiben Plätze für ein duales Studium schon mit einem Jahr Vorlauf aus. Diese Wartezeit sollte man einkalkulieren und vielleicht für ein Praktikum, einen Sprachkurs oder einen Auslandsaufenthalt nutzen.

Neben solchen äußeren Faktoren kommt es auch darauf an, ob man auf persönlicher Ebene die passenden Skills für ein duales Studium im Vertrieb mitbringt. Erwartet werden sehr oft gute Mathematiknoten und exzellente Deutschkenntnisse. Darüber hinaus brauchen Bewerber Kommunikationsstärke und Durchsetzungsvermögen. Sie sollten gut mit anderen Menschen klarkommen, zuhören können und empathisch sein. Das sind essenzielle Fähigkeiten im späteren Umgang mit Kunden.

Für eine Vertriebsposition braucht man analytisches Denkvermögen sowie eine eigenständige Arbeitsweise genauso, wie ein gewisses Maß an Organisationstalent. Immer wichtiger werden auch Fremdsprachenkenntnisse. Gerade für einen Job im Management ist fließend Englisch zu können inzwischen meist ein Must-have. Wenn diese Voraussetzungen da sind, steht einer Karriere im Vertrieb nichts mehr im Wege.

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Warum Vertrieb studieren?

Doch warum sollte man sich für ein duales Studium Vertrieb entscheiden? Immerhin steht die Branche nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala, wenn es um angesehene Berufe geht. Trotzdem kommt kein Unternehmen ohne seinen Vertrieb aus und das Image ist längst im Wandel. Moderne Vertriebsorganisationen verstehen sich als Partner ihrer Kunden und berücksichtigen deren Bedürfnisse. Im Sales arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Backgrounds und es gibt viele interessante Tätigkeitsbereiche.

Auch die Karriere- und Verdienstmöglichkeiten können sich sehen lassen. Allem voran aber haben Vertriebjobs Zukunft! Denn Vertriebsmitarbeiter zählen schon seit Jahren zu dem meistgesuchten Berufsgruppen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Und wer ein duales Studium im Vertrieb absolviert hat, kann nicht nur mit Fachwissen glänzen, sondern hat bereits praktische Berufserfahrung. Das wirkt sich, neben dem Abschluss als Bachelor oder Master, positiv auf das Einstiegsgehalt aus.

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*statista.de (↗): Anzahl der Studierenden an Hochschulen in Deutschland in den Wintersemestern von 2002/2003 bis 2020/2021

Gender-Hinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die geschlechtsspezifische Differenzierung nicht durchgehend, sondern meist das generische Maskulinum (z. B. „der Vertriebsmitarbeiter“). Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch gleichermaßen für jedes Geschlecht und sollen keinerlei Benachteiligung darstellen. Die verkürzte Sprachform hat ausschließlich redaktionelle Gründe und ist wertfrei.

Beitragsbild: Adobe Stock | Zarya Maxim

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