IT-Vertriebler: Aufgaben und Verdienstmöglichkeiten

Der IT-Stellenmarkt boomt und das nicht erst seit gestern. Von Jahr zu Jahr steigt die Anzahl der Job-Angebote in dieser Branche kontinuierlich, wie die Berichte des Branchenverbandes BITKOM zeigen. Demzufolge gibt es allein im Jahr 2020 wieder 39.000 mehr Stellen als im Vorjahr, womit insgesamt 1.230.000 Arbeitsplätze in Deutschland verfügbar sind. Darunter auch zahlreiche Stellen im Vertrieb. Mit Sicherheit nicht der erste Berufswunsch für viele, die eine Karriere im IT-Umfeld anstreben. Aber warum eigentlich nicht? IT-Vertriebler sind äußerst gefragt und Unternehmen lassen sich das Fachpersonal einiges kosten.

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KARRIEREWEG FÜR IT-VERTRIEBLER

Wer als Vertriebsmitarbeiter im IT-Bereich durchstarten will, kann dies mit einer technischen oder kaufmännischen Ausbildung (bspw. als IT-Kaufmann/-frau) tun. Je nach Einsatz- oder Aufgabengebiet kann auch ein abgeschlossenes Studium, etwa in Betriebswirtschaft, Voraussetzung sein. So oder so: Erste Erfahrungen im Vertrieb (mittels Praktika oder Nebenjobs) sollten bereits vorhanden sein, ehe man sich auf eine Stelle bewirbt. Denn nicht jeder eignet sich für den Verkauf von erklärungsbedürftigen IT-Produkten.   

Während das technische Know-how gegeben sein sollte, ist es das Verkaufstalent mitunter nicht. Der Beruf des IT-Vertrieblers verknüpft das komplexe Fachwissen mit jeder Menge Kundenkontakt, Beratung und der Ausarbeitung individueller Lösungen. Für kontaktfreudige IT-ler eine tolle Chance mit ausgezeichneten Verdienstmöglichkeiten.

Aber auch andersherum kann der Einstieg funktionieren. Sprich, wenn man bereits Berufserfahrung im Vertrieb vorweisen kann, allerdings in einer anderen Branche. Solange man eine ausgeprägte Affinität für Technik oder zumindest ein gutes Verständnis hat, kann spezifisches Wissen dann mit Hilfe von Produktschulungen vermittelt werden.

DIE AUFGABEN EINES IT-VERTRIEBLERS

Das Aufgabenfeld eines Vertriebsmitarbeiters im IT-Bereich erstreckt sich meist auf:

  • die Akquisition von Neukunden,
  • die Betreuung des Kundenstamms,
  • die Bearbeitung von Kundenanfragen,
  • die Durchführung von Preiskalkulationen,
  • die Angebotserstellung anhand der Kalkulationen und des Kundenbedarfs.

Zusätzlich können Marktrecherchen und -analysen zum Tätigkeitsfeld gehören. Im Innendienst agiert der IT-Vertriebler hauptsächlich am Telefon. Er bearbeitet Kundenanfragen, ist zuständig für die Angebotserstellung oder pflegt Datenbanken.

Im Außendienst betreut der IT-Vertriebler ein bestimmtes Gebiet, in dem er einen neuen Kundenstamm aufbaut bzw. bestehende Kundenbeziehungen pflegt und festigt. Hierzu organisiert er Kundentermine eigenverantwortlich und nimmt diese wahr – üblicherweise von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum Vertragsabschluss. Ebenso übernimmt er die weiterführende Betreuung und Beratung. Auch der Besuch von Messen und Kundenveranstaltungen kann zum Arbeitsalltag eines IT-Vertrieblers gehören.

Dabei kommt es häufig vor, dass die Tätigkeit zwischen Innen- und Außendienst aufgeteilt ist.

WO ARBEITEN IT-VERTRIEBLER?

Einsatz finden IT-Vertriebler etwa beim Vertrieb von Software, wie zum Beispiel Kommunikationslösungen für Unternehmen oder Sicherheitssoftware. Aber auch im Bereich Hardware bei Serversystemen, Telefonanlagen oder Computern.

IT-Vertrieblern stehen theoretisch alle Branchen offen, sofern sie sich während ihrer Ausbildung nicht auf eine bestimmte Nische spezialisiert haben. So könnten sie zum Beispiel in der Medizin-, Fintech- oder Energiebranche Anstellung finden.

Als IT-Vertriebler sitzt man, im Gegensatz zu einem Großteil der Branchenkollegen, allerdings nicht nur am Schreibtisch hinter dem Rechner. Genauso arbeitet man in Verkaufsräumen oder „unterwegs“ in Auto, Flieger und Bahn, wenn man auf dem Weg zum Kunden ist.

GEHALT FÜR IT-VERTRIEBLER

In puncto Gehalt zählt die IT-Branche längst zu den Aufsteigern. Eine nicht mehr ganz aktuelle Gehaltsstudie von Personalmarkt und Computerwoche hat gezeigt, dass insbesondere Führungskräfte hohe Verdienstmöglichkeiten im IT-Vertrieb haben. Demnach verdient ein Vertriebsleiter hier ca. 139.000 Euro im Jahr als Summe aus dem festen sowie dem variablen Anteil. Hingegen bekommt ein IT-Vertriebler in den ersten Berufsjahren heutzutage laut den Angaben des Gehaltsvergleichsportals gehalt.de zwischen 43.000 und 67.000 Euro brutto.

Unterschiedliche Faktoren für die Gehaltsberechnung im Vertrieb

Die individuelle Höhe ist dabei wie immer von mehreren Faktoren abhängig. Etwa von der Größe des Unternehmens oder der Region. Die Daten von gehalt.de zeigen, dass Hessen für IT-Vertriebler in puncto Vergütung als Spitzenreiter gilt (ca. 61.000 € brutto). Es folgen Baden-Württemberg mit ca. 60.000 € und Hamburg sowie Bayern mit jeweils 59.000 € Bruttojahresgehalt.

WARUM IT-VERTRIEBLER WERDEN?

Der Einstieg in die IT-Branche als Vertriebler will gut überlegt sein. Obwohl hier ein höheres Gehalt dank Provisionen und Fachkräftemangel lockt, beinhaltet diese Tätigkeit mehr als „nur“ Technikexperte und Ansprechpartner für Kunden zu sein. Man benötigt Durchhaltevermögen, ein Gespür für Verhandlungen, soziale Kompetenz und betriebswirtschaftliches Verständnis. Außerdem muss man über den Tellerrand hinausdenken und, statt sich auf die Lösung eines konkreten Problems zu beschränken, viel mehr einschätzen können, wie man dem Kunden seine Kompetenz überzeugend darstellt. Und noch wichtiger: Wie man ihm auch in Zukunft nutzen kann, um eine nachhaltige Geschäftsbeziehung aufzubauen.

Siehe auch: Bewerbung im IT-Vertrieb – Tipps und Beispiele

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Bild: Adobe Stock | metamorworks

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