Arbeitswelt

Rüstzeug für die nächste Gehaltsverhandlung

Gute Zukunfts-perspektiven für alle Fach- und Führungskräfte im Vertrieb. Laut einer aktuell durchgeführten Studie, füllten sich die Lohntüten in Marketing und Vertrieb im vergangenen Jahr um durchschnittlich 3,2 Prozent. Und auch für das laufende Jahr planen die meisten Unternehmen mit einer ähnlichen Lohnsteigerung für ihre Mitarbeiter. Die von der Unternehmensberatung Kienbaum durchgeführte Studie beweist unter Anderem, dass sich gerade in Vertrieb und Marketing eine Karriere nicht nur lohnt, sondern sich auch auszahlt.

Karriere lohnt sich nicht nur, sie zahlt sich aus

Für den nächsten Karriereschritt spricht, dass die Verdienste der Führungskräfte mit durchschnittlich 3,5 Prozent stärker anstiegen, als die der Fachkräfte (3,1 Prozent). Das zeigt gleichzeitig deutlich, dass sich der Nutzen aus einer stetigen Fort- und Weiterbildung im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt. Das gilt auch für das im Marketing und Vertrieb übliche Prämiensystem.

Je nach Hierarchieebene verdienen Führungskräfte und Spezialisten etwa 16 Prozent ihrer Gesamtvergütung als variablen Anteil. Einfach Fachkräfte und Sachbearbeiter erhalten dagegen lediglich acht Prozent.

Qualifikation als Grundstein – mit dem Titel steigt auch der Verdienst

Auch wenn sich bei den Einstiegsgehältern von Absolventen kaum ein Unterschied zwischen Hochschul- und Fachhochschulabsolventen feststellen lässt, erhöht sich mit einer qualifizierten Ausbildung in der Regel auch die Chance auf einen rasanten Aufstieg in der Unternehmenshierarchie. Spätestens beim Vergleich zwischen Masterabsolventen und promovierten Mitarbeitern, wird der Unterschied deutlich.

Während eine Führungskraft mit Doktortitel im Durchschnitt rund 129.000 Euro verdient, erhält ein Mitarbeiter in gleicher Position mit einem Universitätsdiplom etwa zwölf Prozent weniger. Mit einem Fachhochschulabschluss verdient die Führungskraft im Vergleich zum Doktor sogar rund ein Fünftel weniger (18 Prozent). Doch nicht nur der akademische Grad entscheidet über das Gehalt.

Mitentscheidend für die Lohntüte sind Betriebsgröße …

Auch hier wird der Unterschied in den höheren Hierarchieebenen am deutlichsten. Gerade bei den Führungskräften zeigt sich eine enge Verbindung zwischen Vergütung und Unternehmensgröße. Das erklärt sich vor Allem dadurch, dass mit der Unternehmensgröße auch die Verantwortung und die Komplexität der Aufgaben steigen.
Bei einer Mitarbeiterzahl mit mehr als 5.000 Angestellten erhalten Führungskräfte im Schnitt etwa 144.000 Euro im Jahr. In einem Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern sind immerhin noch rund 110.000 Euro auf dem Gehaltsscheck. In Unternehmen mit bis zu 50 Angestellten verdienen die Führungskräfte zwar immer noch ca. 86.000 Euro im Durchschnitt, doch sind das im Vergleich zu erstgenannten rund zwei Drittel weniger.

… Branche …

Arbeitnehmer, die ihren Berufseinstieg in einer Unternehmensberatung oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft suchen, dürfen sich vergleichsweise glücklich schätzen. Mit durchschnittlich 50.000 Euro nimmt der Nachwuchs hier rund 22 Prozent mehr Gehalt mit nach Hause als in anderen Branchen.

… und Geschlecht

Auch wenn sich Politik und Wirtschaft um eine stete Verbesserung der Position von Frauen im Beruf bemühen, schneiden sie bei der Höhe des Gehalts immer noch deutlich schlechter ab.
Während Männer in Marketing und Vertrieb durchschnittlich rund 117.000 Euro als Jahressalär beziehen, bringen es weibliche Führungskräfte nur auf 94.000 Euro pro Jahr. In gleicher Position bedeutet das immerhin fast ein Viertel weniger Verdienst. Positiv ist aber, dass sich die Gehälter angleichen, je mehr Frauen auf der betreffenden Hierarchieebene vertreten sind. Beispielsweise erhalten Frauen auf der Sachbearbeiterebene mit einem Frauenanteil von 51 Prozent mit durchschnittlich 45.000 Euro nur etwa elf Prozent weniger als ihre männlichen Kolleginnen (50.000 Euro). Das zeigt aber, dass es gerade in der Geschlechterfrage noch einiges zu Bewegen gilt.

Für diese Untersuchung erhob Kienbaum die Daten von insgesamt 659 deutschen Unternehmen und befragte in diesem Rahmen mehr als 2.300 Angestellte in Führungspositionen und über 4.100 Fachkräfte.

2016-10-24T13:23:19+00:00 24. Oktober 2016|Arbeitswelt|