Grund für die absage nach Vorstellungsgespräch?

Bild: Bart Everson | flickr.com | CC by 2.0 | Ausschnitt

 

Wie kann ich bei einer Absage nach dem Vorstellungsgespräch den Grund erfahren?

Bewerbung konkret

Ich habe mich als Key Account Manager bei einem mittelständischen Unternehmen beworben und wurde auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Nun erhielt ich eine Absage und wüsste natürlich gerne, woran es lag (die Unterlagen können ja nicht der Grund gewesen sein), damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Wie stehen meine Chancen, den tatsächlichen Grund zu erfahren und wie gehe ich hier am besten vor?

Antwort:

Ihr Wunsch nach Rückmeldung ist verständlich, denn gerade während Bewerbungsverfahren fühlt sich so mancher wie in einer Prüfung. Und aus der Schule ist man ja (irgendwie) gewohnt, dass es nach der Prüfung Noten gibt und in der Arbeit die gemachten Fehler rot markiert werden. Einige Gesprächspartner aus Vorstellungsgesprächen – in der Regel aus HR – geben solche Rückmeldungen auch. Man muss nur danach fragen.

Doch bevor Sie das tun, sollten Sie überlegen, was genau Sie sich von so einer Rückmeldung erwarten. Sie schreiben, Sie wollten es beim nächsten Mal besser machen. Dazu einige Fragen und Anmerkungen:

  • Wollen Sie wirklich die Wahrheit hören? Das, was Ihr Gesprächspartner als seine wahrgenommene Wahrheit empfindet? Was passiert, wenn man Ihnen Dinge sagen sollte, die wehtun und Sie verletzen? Wenn man Ihr Auftreten als grenzenlos überheblich beschreiben sollte, Ihren Anzug als zu billig, zu unmodern, schlecht sitzend … etc. – man könne das der eigenen anspruchsvollen Kundschaft nicht zumuten. Nicht, dass ich Ihnen so etwas unterstellen will, aber je nach Persönlichkeit und Wertekatalog Ihres Gesprächspartners hat der natürlich seine ganz eigenen Kategorien, in die er Sie einordnet.
  • Aus Ihrer Sicht – aus Sicht des Kandidaten – mögen Sie ja die 100% Besetzung sein. Leider erleben Personalentscheider es allzu oft, dass Selbstbild und Fremdbild stark voneinander abweichen. Wollen Sie ggf. hören, dass Sie nicht dem Bild entsprechen, das Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen von sich gezeichnet haben? Dass Sie schamlos übertrieben haben!
  • Es kann sein, dass der Fachbereich sie „einfach so“ ablehnt, weil sich die Verantwortlichen einig sind, dass Sie „einfach nicht passen“. Was haben Sie von dieser Aussage? Und wie geht es Ihnen damit? Bleiben Sie dann selbstbewusst und von sich überzeugt oder könnte Sie so eine Rückmeldung eventuell nachhaltig verunsichern?
     

Sie gehen davon aus, eine individuelle Absage würde helfen, etwas beim nächsten Mal besser, anders zu machen. Es ist ein verständlicher Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Überlegen Sie sich aber, ob ein Feedback von Unternehmen A wirklich dafür taugt, für  Unternehmen B die richtigen Schlüsse zu ziehen und damit tatsächlich besser aufzutreten. Sie treffen dort nämlich auf andere Strukturen, Menschen mit anderen Vorlieben und Abneigungen, müssen andere Anforderungen erfüllen und haben auch andere Kunden.

Um mal ein anderes Bild zu wählen: Wenn Sie aus einer Fußballmannschaft, mit der Sie am Wochenende kicken, rausgewählt werden, hilft es  Ihnen dann, wenn man Sie darauf hinweist, dass Sie die Regeln des Spiels nicht beherrschen, wenn Sie anschließend mit einer Gruppe Volleyball spielen wollen?

Wenn Sie trotz vieler Vorstellungsgespräche regelmäßig nur Absagen bekommen, dann gönnen Sie sich zum Beispiel ein Coaching. Dafür müssen Sie zwar Geld ausgeben, sind dann aber auch sicher einen unabhängigen Ansprechpartner zu haben, der ganz konkret Ihre Interessen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.

 

Mehr Fragen zur Bewerbung?

Sabine Kanzler hilft

cover

Die perfekte Bewerbung

Das persönliche Erfolgskonzept bei der Jobsuche

Erfolgreich bewerben.

Sie wollen sich beruflich weiterentwickeln und suchen nach einer neuen Aufgabe? Oder brauchen Sie nach dem Verlust Ihres Arbeitspatzes einen neuen Job? Ganz gleich, wie Ihre Ausgangslage ist, es gibt zwei Schlüssel zum Erfolg:

  • Der eine sind gute Unterlagen, in denen die eigenen Ziele, Kenntnisse und Erfahrungen nachvollziehbar und schlüssig kommuniziert werden.
  • Ebenso wichtig ist aber auch, eine realistische Einschätzung dessen zu bekommen, wie Unternehmen, wie der Arbeitsmarkt, wie Vorgesetzte denken und handeln, wie sie „ticken“, unabhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage.

So können Sie Ihren eigenen, individuellen Weg beschreiten und die auf Ihre Stärken zugeschnittene – erfolgreiche – Bewerbung entwickeln. Dieser Ratgeber gibt Ihnen Sicherheit:

  • Was muss, was kann, was soll ich über meine Kenntnisse und Erfahrungen mitteilen?
  • Wie überzeuge ich von mir als Person?

Sie bekommen also keine Rezepte und keine vorgefertigten „Instantbewerbungen“. Stattdessen werden Sie Material finden, mit dessen Hilfe Sie sich orientieren können: Erfahrungsberichte, Checklisten, Arbeitsbögen und Vorschläge.

Von Sabine Kanzler
2011. Mit CD-ROM (Checklisten und Arbeitsblätter). 282 S.: Klappenbroschur
Vahlen ISBN 978-3-8006-3792-8
Hier bestellen

 

Empfehlen

 
später lesen
 

top jobs

Alle ansehen

Autor

Sabine Kanzler-Magrit
 

Sabine Kanzler-Magrit

Blogautorin zu den Themen Bewerbung und Kommunikation

 

Unsere Autoren

 
 

Den salesjob-Newsletter abonnieren

Unser Service für Sie

Mit dem Newsletter von salesjob werden Sie unkompliziert und immer aktuell über Themen aus Vertrieb und Karriere sowie passende Stellenangebote informiert.

 

blog.kanzlerin

Themen rund um Beruf und Karriere

 

blog.arbeitsrecht

Wir schaffen Durchblick im Arbeitsrecht

 

blog.vertriebstipps

Tricks und Kniffe für den Vertrieb

 
 

Pfadnavigation

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. » Vertriebsinfo
  3. » Magazin
  4. » Rubriken
  5. » Bewerbung konkret
  6. » Wie bei einer Absage nach Vorstellungsgespräch den Grund erfahren?
 

Impressum | Datenschutz | © salesjob