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Mysterium Assessment-Center

Ich lese in Bewerbungsratgebern immer wieder vom Assessment-Center – weiß aber wenig darüber. So entwickelt sich in meiner Fantasie daraus ein Popanz mit dem Charme einer Prüfung im Dschungelcamp. Gibt es das häufiger – auch im Vertrieb? Was genau habe ich zu erwarten und kann man sich vorbereiten?

Der Blick hinter die Fassade

Sie lösen bei mir ein funkensprühendes Kopfkino mit Ihrer Assoziation aus! DAS wäre mal ein Assessment-Center mit Aussagewert: Der nichts Böses ahnende Bewerber wird in einen Raum geführt, in dem Spinnen und Kakerlaken herumkriechen, Ekelessen auf dem Tisch steht und andere Bewerber halbnackt und mit Tattoos verziert herumstolzieren!

Sowohl im Dschungelcamp als auch im Assessment-Center soll dem Bewerber über eine längere Zeitspanne hinter die Fassade geschaut werden. Er soll sich zeigen müssen bezüglich seiner fachlichen Kompetenz und seines sozialen Verhaltens. Deswegen gibt es Situationen, die man mit ausschließlich schauspielerischem Talent nicht durchhalten kann.

Die Beurteilungskriterien der „Jury“ kann man zwar erahnen, aber man kann sie nicht mit einer Art Checkliste im Hinterkopf Punkt für Punkt abarbeiten. Dazu ist auch die Dynamik in der Gruppe der Bewerber zu wenig kalkulierbar. Ein Vorteil für das Unternehmen: Ein Teilnehmer kann sein Verhalten nur sehr begrenzt trainieren.

Elemente im Assessment-Center

Sie als Bewerber sehen sich also in einer Gruppe mit anderen Bewerbern den Assessoren gegenüber, die Sie – die Bewerber – beobachten, beurteilen und dann entscheiden, wer am besten fachlich und persönlich für die vakante Stelle geeignet ist. Dies können Mitarbeiter aus dem Personalbereich, aus den relevanten Fachbereichen und/oder externe Assessment-Center Experten sein. Klassischerweise besteht ein Assessment-Center aus mehreren Teilaufgaben:

  • einer Vorstellungsrunde
  • einer Präsentation eines in aller Regel vorgegebenen Themas
  • einer Übung, in der unter Zeitdruck viele Informationen gesichtet, priorisiert und gegebenenfalls delegiert werden müssen (bekannt unter dem Namen „Postkorb“)
  • einer Gruppendiskussion
  • einem Rollenspiel zu einen vorgegebenen Thema
  • einer Fallstudie aus dem zukünftigen Arbeitsbereich
  • und einem Einzelinterview

Ob alle Elemente vorkommen, hängt von der Position ab, auf die man sich bewirbt. Und auch vom Stellenwert, den Unternehmen dem Assessment-Center zubilligen. Im Vertrieb können Sie ziemlich sicher mit Rollenspielen zu Verkaufssituationen rechnen.

Wirklich vorbereiten (im Sinne von „üben“) kann man sich darauf nicht. Aber Sie können sich Gedanken machen, wie Sie sich vorstellen wollen, wie Sie in Gruppendiskussionen agieren etc. Sie können sich im Vorfeld auch über das Unternehmen, über die typischen Kunden und über die Produkte informieren, für die Sie zuständig sein werden. Verkaufsgespräche führen zu können, das gehört ja bei einem Vertriebler zur beruflichen Grundqualifikation, nicht wahr? Das müssen Sie doch nicht üben!

Bild: mohamed_hassan / pixabay.com

21. Februar 2017|SalesCareer|