Bewerbungsschreiben: Übersichtlichkeit schlägt Kreativität

Vom Schreiben der Bewerbung über das Vorstellungsgespräch bis zur Unterschrift unter den Arbeitsvertrag ist es ein weiter und oft auch langer Weg. Obwohl sich junge und optimal ausgebildete Bewerber über eine große Auswahl an gut bezahlten Stellen im Vertrieb freuen dürfen, müssen sie sich gegen andere qualifizierte Kandidaten behaupten. Ihre Bewerbungsschreiben sollten also schon auf den ersten Blick überzeugen und aus der Masse hervorstechen. Doch wie geht man dazu vor?

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Worauf es beim Bewerbungsschreiben ankommt

Als Anhaltspunkt gilt, dass vielen Personalern eine durchdachte, übersichtliche und strukturierte Bewerbung wichtiger ist, als ein kreativ gestaltetes Schreiben. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Doch in neueren Studien gaben 87 Prozent der Personalchefs an, dass sie ein strukturiertes Bewerbungsschreiben und einen übersichtlichen Lebenslauf einer kreativen oder witzigen Bewerbung vorziehen.

Das Bewerbungsfoto ist ebenfalls wichtig. Immerhin über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass das Foto die Bewerbung erst vollständig macht. Im Einzelfall kann es sogar ausschlaggebend für den Erfolg der Bewerbung und für die Entscheidung zugunsten eines Kandidaten sein. Das jedenfalls geht aus der Studie „JobTrends 2017“ hervor, die die Unternehmensberatung Kienbaum gemeinsam mit dem Staufenbiel Institut durchgeführt und veröffentlicht hat. Für die Studie wurden rund 300 Personaler in ganz Deutschland angesprochen.

Beachten muss man bei der Bewerbung auch, dass nur drei Prozent der Personalverantwortlichen im Internet oder in den sozialen Netzwerken nach den Bewerbern suchen. Das heißt, dass die Bedeutung der Informationen, die man online über einen Kandidaten nachschlagen kann, eher untergeordnet ist. Ein Personalchef hat schlicht nicht die Zeit, sich fehlende Daten aus dem Internet zu besorgen oder um sich ein genaueres Bild mit Hilfe von Informationen aus den sozialen Netzwerken zu machen. Letztlich steht die Individualität einer Bewerbung im Vordergrund, wenn sich ein Kandidat gegen die Konkurrenz durchsetzen will.

Welche Fehler man beim Bewerbungsschreiben vermeiden sollte

Im Bewerbungsschreiben und im CV kann man eine Reihe von Fehlern machen. Im schlimmsten Fall führen sie dazu, dass ein Schreiben schon in den ersten fünf Minuten aussortiert wird und dass es nicht einmal zum ersten Kennenlerngespräch kommt. Wenn Bewerber nicht auf die Wünsche aus der Stellenausschreibung eingehen, wird das von den meisten Personalern mit Desinteresse quittiert.

Ist in der Ausschreibung die Angabe der Gehaltsvorstellung gefordert, sollte man darauf eingehen und sich im Schreiben entsprechend positionieren. In der Regel gibt es eine Obergrenze für den Gehaltsrahmen. Der Personaler will wissen, ob der Bewerber in diesem Rahmen liegt oder ob er deutlich darüber angesiedelt ist. In diesem Fall fällt die Bewerbung oft schon sofort aus dem weiteren Bewerbungsprozess. Es ist aber wichtig, diese Klarheit auf beiden Seiten frühzeitig zu schaffen, denn sonst ist im späteren Verlauf eine Enttäuschung beim Bewerber vorprogrammiert.

Ungünstig sind auch sehr lange Anschreiben. Mehr als eine Seite sollte das Bewerbungsschreiben nicht umfassen. Vor allem ist sauber zwischen dem Anschreiben und dem Lebenslauf zu unterscheiden. Auch eine Bewerbung mit drei Seiten ist eher unerwünscht. Neben dem CV und dem eigentlichen Anschreiben sind keine weiteren Unterlagen erforderlich.

Allerdings gehen die Unternehmen bei der Auswahl ihrer Kandidaten für das Gespräch nicht nur anhand des einzelnen Anschreibens vor. Befragt man Unternehmen, wie die Bewerbungsunterlagen gestaltet waren, findet man einerseits sehr gut strukturierte Bewerbungen. Diese bestehen aus einem Anschreiben und einem CV über eine Seite mit zwei Spalten und einem Bewerbungsfoto. Daneben aber auch lange Bewerbungen mit über 20 Seiten. Wenn es zum Einzelfall passt und wenn man die Vielzahl der vorgelegten Unterlagen gut begründen kann, spricht also nichts gegen eine umfangreiche Bewerbung.

Darauf legen Personaler großen Wert

Als Bewerber muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Bewerbung innerhalb von höchstens fünf Minuten gesichtet wird. Das liegt daran, dass die meisten Personaler keine Zeit haben, sich länger mit einem Anschreiben oder einem Lebenslauf zu beschäftigen. Der erste Blick gilt dem CV, der zweite Blick geht auf das Anschreiben, wie erfahrene Personalchefs immer wieder bestätigen. Dabei interessiert den Personaler zuerst, ob das fachliche Profil auf die wesentlichen Anforderungen in der Stelle passt. Dazu sollte man mit wenigen Worten begründen, wo man die jeweiligen Erfahrungen und Kenntnisse erworben und in der Praxis eingesetzt hat.

Phasen einer Arbeitslosigkeit oder einer Kindererziehung sollen unbedingt aufgeführt werden, sie sollten aber ins Gesamtbild passen. Wichtig ist vielen Personalern auch eine gewisse Stabilität in der beruflichen Laufbahn. Wer innerhalb von fünf Jahren dreimal das Unternehmen gewechselt hat oder im CV eine Phase mit mehreren Unternehmen ohne genaue Erläuterung angibt, fällt vermutlich durch das Raster, weil sich zu häufiges Wechseln oft nicht mit dem Wunsch nach Stabilität vereinbaren lässt, den das Unternehmen sich von seinem neuen Mitarbeiter verspricht.

Praxis- und Auslandserfahrung kommen bei den meisten Personalern gut an. Ein Bewerbungsfoto gehört bei der Mehrzahl der Verantwortlichen immer noch zum Standard. Es kann sogar ausschlaggebend für die Entscheidung sein. Ein professionelles Foto kommt in der Regel gut an, hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.

Bild: Uber Images | shutterstock.com

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